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Beim Brot setzt VW auf Transparenz

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Gäste der Brotmanufaktur sitzen am Gemeinschaftstisch. (Quelle: SYSTEM)

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Tochterunternehmen Autostadt bietet Kunden zehn gastronomische Konzepte. Eines davon heißt schlicht „Das Brot.“

Von Reinald Wolf

Wer in Wolfsburg einen Neuwagen einer nicht ganz unbekannten Marke abholt, kommt zumindest kulinarisch auf seine Kosten – und kann sich mit hochwertigen Backwaren als Wegzehrung versorgen.

Das legt jedenfalls die jüngste Brotprüfung von Bioland nahe, bei der das Dinkelhaselnussbrot und das Einkornbrot mit jeweils „Gold“ und das Dinkelgrünkornbrot und das Baguette aus der Autostadt mit „Silber“ prämiert worden sind.

Brotmanufaktur, einer von zehn

gastronomischen Betrieben

Insgesamt zehn gastronomische Betriebe gibt es vor Ort. Einer davon ist die Manufaktur „Das .“, die täglich rund 1500 Backwaren verkauft. Und dass die 18 verschiedenen Produkte nicht vom Band kommen, davon können sich die Besucher Kunden und Gäste mit einem Blick in die gläserne Produktion überzeugen.

„Wir setzen kompromisslos auf und Qualität“, versichert Thorsten Pitt. Er ist für die Gastronomiekonzepte verantwortlich, die Mövenpick in Kooperation mit der Autostadt, einer Tochtergesellschaft von VW entwickelt und umsetzt.

Mit 100 Prozent

am Start

2003 stellte die Autostadt das Angebot der Restaurants auf regionale Produkte der Saison, auf Bio-Produkte und die eigene Produktion um. Das gilt für die Eis-Manufaktur, für die Nudel-Manufaktur – und eben auch für die Manufaktur „Das Brot.“, in der die Produkte täglich frisch hergestellt werden.

Das backgastronomische Konzept ist seit 2012 am Start und verarbeitet zu 100 Prozent Biolandmehl: wöchentlich rund drei Tonnen und hauptsächlich Getreidesorten wie Dinkel und Einkorn, sowie neuerdings den neu gezüchteten Lichtkornroggen aus der Getreidezüchtungsforschung Darzau im niedersächsischen Wendland.

Was als Indiz dafür gewertet werden kann, dass „Das Brot.“ mit besonderen und hochwertigen Produkten punkten will. Das Sortiment ist klein, aber fein: Acht verschiedene Brote, sechs verschiedene Brötchen, zwei Croissant-Varianten, Butterkuchen und aktuell auch Rosinenstuten haben die Kollegen aus der Backstube im Programm.

Nicht der Preis, der Genuss

steht im Vordergrund

Die Preise bewegen sich auf gehobenem Niveau: Das Dinkelhaselnussbrot gibt‘s für 4,10 Euro, das Einkornbrot für 3,90 Euro – jeweils 500 Gramm schwer. Das Baguette kostet 2,90 Euro, das Bürli 0,70 Euro, das Rosinenbrötchen 0,90 Euro und die Dinkelseele 0,80 Euro.

„Bei uns steht der Genuss im Vordergrund“, spricht Thorsten Pitt für das kulinarische Angebot der Autostadt. Das gelte auch für die Backwaren: „Brot ist ein Genussmittel. Deshalb gehört für mich das Brot zur Kompetenz einer guten Gastronomie.“

Das sei allgemein gültig, aber vor allem für die Brotmanufaktur der Autostadt, die das „Genussmittel“ bei Bedarf auch an die anderen Restaurants liefert.

Suppen und Klappstullen

kommen an

Im Brotrestaurant mit insgesamt 22 Innenplätzen und 40Sitzplätzen im Außenbereich werden täglich Suppen unter anderem auch in der vegetarischen und veganen Version serviert. Begehrt sind außerdem die Klappstullen. Von der Butterstulle über die Rote Bete- und Kürbis- bis hin zur Chilli-Stulle – jeweils bestehend aus einem Gemisch aus Schichtkäse zwischen einer zusammengeklappten Scheibe Krustenbrot.

Die Butterstulle gibt‘s für 1,50Euro. Sonst bewegen sich die Stullen preislich zwischen 1,80 und 3 Euro.

Auf Kundenwunsch auch Salami,

Pastrami und Würstchen

„Als leichtes, vollwertiges Gericht zum Mittag genießen die Gäste auch das geröstete Brot mit den selbstgemachten Aufstrichen“, ergänzt Restaurant-Direktor Thorsten Pitt. Und wer in der Manufaktur „Das Brot.“ Und wer lieber Fleisch auf der Stulle möchte, kann zwischen Salami oder Pastrami wählen. Räuchertofu und Würstchen runden die Suppen ab.

„‚Das Brot.‘ ist täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Die Arbeitszeit der Bäcker beginnt um 2 Uhr und verteilt sich in zwei Schichten über den Tag. Insgesamt arbeiten acht Mitarbeiter in der Backstube: zwei Meister, ein Azubi und fünf Gesellen.

„Ziel ist es, so viel wie möglich frisch und vor den Augen der Gäste zu backen. Schließlich wollen wir den Kunden mit unserer Schaubackstube Qualität und Transparenz bieten“, sagt Thorsten Pitt.

Konzept stößt auf gute

Resonanz - und ist weit über Plan

Bis zu 600 Brote kommen täglich aus dem Ofen. Die Renner im Sortiment sind laut Pitt die Dinkelseelen, die mit rund 500 Exemplaren pro Tag häufig ausverkauft seien.

Apropos ausverkauft: Die Retourenquote liege bei durchschnittlich drei Prozent – auch weil man mit der tagesaktuellen Produktion auf Bedarf reagieren könne. „ ‚Das Brot.‘ begeistert die Gäste und verbucht jährlich mehr Zulauf und Zuwächse – besonders in der Region“, sagt Pitt. Denn immer häufiger kämen Kunden ganz gezielt nur, um Brot zu kaufen.

Bis zu 600 Gäste

kommen pro Tag

Ergebnis: 500 bis 600 Gäste kommen täglich, um Backwaren zu kaufen, beziehungsweise diese gleich vor Ort zu konsumieren. „Unser Konzept geht auf. Wir haben anfangs mit etwa der Hälfte an Kapazität kalkuliert“, sagt Gastronomie-Chef Thorsten Pitt.

Mit einem sogenannten Brotparkplatz, auf dem das Abstellen von Autos kostenfrei ist, und einer 1A-Lage in der Autostadt ist laut Pitt durchaus noch Luft nach oben.


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