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Backkurse für Touristen geboten

Hilfestellung für Laien: Jens Scheler sorgt mit den Backkursen für nachhaltig gutes Image.  (Quelle: Tanzer)+Zur Fotostrecke
Hilfestellung für Laien: Jens Scheler sorgt mit den Backkursen für nachhaltig gutes Image. (Quelle: Tanzer)

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Thüringischen Bäckerei Scheler kultiviert das Brotbacken zur Imagepflege und als Marketingidee

Steinheid (eta). Von Zeit zu Zeit stehen in der Bäckerei Anton im kleinen thüringischen Steinheid neben Bäckermeister Jens Scheler Mitarbeiter in der Backstube, die sich bei der Arbeit auffällig ungeübt anstellen. Kein Wunder: Es sind Touristen, die hier unter dem Motto „Backen Sie IHR Brot doch einfach mal selbst!“ die ungewöhnliche Möglichkeit nutzen, ihr Brot selbst zu backen.

Also den Teig mit einem 3-Stufen-Sauer bereiten, mit den eigenen Händen rund- und langwirken und den Laib ebenfalls eigenhändig in den Ofen schieben. Und das im wesentlichen unter den gleichen Bedingungen wie die richtigen Anton-Bäcker - früh, bevor der erste Hahn kräht, selbstverständlich in bäckerzünftiger Kluft und unter Beachtung der Hygienevorschriften. In der Zeit, bis das Brot fertig gebacken ist, geht der Meister mit ihnen in die Küche, wo auf die Amateurbäcker ein rustikales Frühstück wartet.

Dabei besteht die Gelegenheit, all die Fragen zu klären, die dem Laienbäcker in diesen Stunden in den Sinn gekommen sind. Wenn das Brot fertig gebacken ist, wird jeder Hobbybäcker mit einem Brotback-Zertifikat ausgezeichnet. In den Brotbeutel kommt dann noch ein T-Shirt (mit Aufschrift „Geprüfter Anton-Brotbäcker“) und eine Mütze. Das alles kostet den Teilnehmer 35Euro.

Die Idee verwirklichte Bäckermeister Jens Scheler mit Hoteliere und Anton-Kundin Rita Worm. Sie ist Mitinitiatorin des so genannten Vitalparks Thüringer Wald ist, eines inzwischen marketingpreisgekrönten Gemeinschaftswerkes von Anbietern verschiedener Produkte und Dienstleistungen für gesundheitsbewusste Thüringen-Gäste.

Vitalpark-Partner wurde der Steinheider Bäcker vor anderthalb Jahren. Weil sein spezifischer Part innerhalb der gemeinsamen Präsentation bei den Besuchern der Leipziger Tourismusmesse im Oktober 2003 gut ankam, bekam er Zugang in die von örtlichen Fremdenverkehrsbüros beworbenen Programme.

Freilich sei nach wie vor die „normale“ Bäckerei sein Hauptbetätigungsfeld, sagte Jens Scheler der ABZ. Der Betrieb, dessen Geschichte zwei Jahrhunderte zurückreicht, sei in der Region durch seine Qualität bekannt und dabei solle es auf jeden Fall auch in Zukunft bleiben.

Bei „Anton“ – so der Vorname von Großvater Greiner – bekommen die Kunden neben einem breiten Brotsortiment auch Baguettes französischer Art, Zwieback und altdeutschen Kuchen in runder Form.

Vater Günther Scheler ist als Partner mit im Unternehmen. Sie beschäftigen 12 „Vollzeit“-Mitarbeiter.

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