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Die Etappensieger stehen fest / Auf der iba wird der Gesamtsieger des Wettbewerbs gekürt / Tolle Gebäckideen
Herford/Stuttgart (kh/hll). Er geht in die heiße Phase der St. Allery Azubi-Grand-Prix 2006. Inzwischen sind die Sieger der drei Etappen gekürt und die Entscheidung über den Gesamtsieg steht an. Um einen würdigen Rahmen für die Siegerehrung zu schaffen, bietet sich eigentlich nur ein Event in diesem Jahr dafür an: Die iba in München.
Am 4. 10. 2006 findet auf dem Stand von Meylip der Show-down statt. Dann wird der Gesamtsieger aus den drei Etappensiegern ermittelt und bekannt gegeben. Sollten Sie also am 4.10. 2006 in München sein, dann nichts wie hin zum Stand von Meylip in Halle A3 Stand 313/512.
Der zwanzig Jahre junge Patrick Hille absolviert seine Ausbildung in dem Familienbetrieb Bäckerei und Konditorei Kerscher GmbH aus dem bayerischen Neumarkt St. Veit.
Schon seit 1950 setzt das Unternehmen unter dem Motto: „fördern und fordern“ auf den zukünftigen Nachwuchs und zeigt, dass neben qualitativ hochwertigen Zutaten auch Ideenreichtum gefragt ist. „Patrick Hille ist besonders kreativ und dabei noch sehr fleißig“ kommentiert der stolze Lehrherr Kerscher, der von dem Einsatz seines Azubis begeistert ist.
Anne Rauschning hatte die Ausschreibung für den St. Allery Azubi-Grand-Prix in einem Aushang in der Berufsschule gelesen. Und dann hat sie ihren Fachlehrer Thomas Grape um Rat gefragt, ob es überhaupt Sinne mache, sich zu bewerben. Anne Rauschning stand da nämlich erst am Anfang ihrer Ausbildung, im ersten Lehrjahr.
Und weil das Jahr schon fortgeschritten war, entschied sich Anne Rauschning, nur an der dritten Etappe des dreiteiligen St. Allery Awards teilzunehmen. Thema: Tee-/ Dauergebäck.
„Warum kann Gebäck zum Kaffee oder zur späteren Teestunde nicht salzig sein“, war ihr Gedanke und die Entscheidung für ein herzhaftes Gebäck getroffen, „obwohl ich Teegebäck schwierig finde“. Thomas Grape riet ihr zu, organisierte Fachliteratur und ermöglichte ihr, in der Schule zu üben.
Auch der Lehrbetrieb Niederegger unterstützte das Vorhaben. „Anne, mach’ das, habe ich gesagt“, erzählt Roland Weichbrodt, ihr Ausbilder. Eine gute Platzierung zugetraut hatte er ihr schon, und dass es ein erster Platz wurde, freut ihn ganz besonders. „Bei Käsegebäck weiß man ja nie. Das kommt gut an bei dem, der es mag. Das ist eben auch ein bisschen Glückssache“, sagt der Konditormeister.
In Hinblick auf die neue Prüfungsordnung, fand er die Wahl „interessant“. Anne Rauschning wählte einen Mürbeteig und schrieb das Rezept um. Statt Zucker verwendete sie Ei, Sahne, Salz, Pfeffer und Kümmel. Auch der Ei-Strich wurde mit Sahne verfeinert.
Als Garnierung wählte sie frisch geriebenen Parmesankäse und jungen Gouda, runde Pinienkerne und flache Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne und Sesam oder auch eine Honig-Senf-Streiche mit Dill. „Den Dill würde ich jetzt weglassen“, sagt die angehende Konditorin.
„Die Kunst beim Teegebäck besteht auch darin, dass alle Teile exakt gleich aussehen sollen“, erklärt Anne Rauschning. Und das ist eine Frage der Übung. „Ich habe dann für das Bewerbungsfoto die dekorativsten Stücke ausgesucht.“
Zum Wettbewerb gehörte auch, dem Gebäck einen treffenden Namen zu geben. „’Da Vinci’ fand ich ganz gut“, sagt Anne Rauschning. „Aber unser Berufsschullehrer fand den Namen nicht so treffend.“ Zweiter Versuch: „Beneficio“. „Das bedeutet frei übersetzt ‚Genuss’, und es klingt einfach gut.“ Und so ist das Siegergebäck der dritten Etappe des St. Allery Azubi-Grand-Prix, ein salziges Teegebäck mit italienischem Namen und ohne Marzipan – ganz untypisch für einen Beitrag aus Lübeck.
Wer die Rezepte der Sieger und Platzierten nachbacken möchte, findet diese teilweise schon auf den Internetseiten von Meylip. Zur iba liegen Sie dann auch auf dem Messestand aus.
In jedem Fall zeigt der Wettbewerb ganz deutlich, dass entgegen der vielfach geäußerten Kritik an der Qualifikation der Lehrlinge in Deutschlands Backstuben ein großes Kreativpotenzial schlummert.
Die Jury jedenfalls war von vielen Rezept- und auch Marketingideen beeindruckt. Die Ausbildung der Lehrlinge beinhaltet bekanntlich eine Wissensvermittlung. Das Basiswissen in eigene Kreationen umwandeln und diese auch noch zu präsentieren, ist eigentlich eine meisterliche Kunst. In diesem Sinne gilt es, den Nachwuchs nach Kräften zu fördern und zu fordern.
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