Anzeige
ABZ-Plus
Bäckermeister Michael Eichler im sächsischen Stenn stellt ausschließlich Bio-Backwaren her und verwendet naturbelassenes Steinsalz
Häufig sorgt persönliches Schicksal für eine konsequente Änderung der Lebensgewohnheiten. So war es auch bei Michael Eichler. Ein Hautleiden bekam der jugendliche Dresdner mit einer von der Mutter eingeleiteten Ernährungsumstellung gut in den Griff, seitdem steht er auf naturbelassene Produkte. Bäcker war sein Wunschberuf, nach der Lehre in Dresden ging er auf „Wanderschaft“, lernte an die 20 Bäckereien kennen. Doch Erfüllung im Beruf fand er erst bei der Biobäckerei Neumeier in Berchtesgaden. Spaß machten ihm die Verarbeitung natürlicher Rohstoffe, ihre Aufbereitung z. B. als Sauerteig oder in der Körnerquetsche und das Erproben individueller Rezepte. „Das alles ist heute in vielen Bäckereien Sachsens verloren gegangen, weil es zu viel Arbeit macht“, ist er überzeugt. Mit einer eigenen Bäckerei wollte er fortan für die Wiederbelebung der besten Traditionen im Bäckerhandwerk sorgen und Gesundheit pur verkaufen. 1998 ging sein Traum in Erfüllung, mit seinem Konzept erhielt er den Zuschlag für die Einrichtung einer eigenen Bäckerei im Gewerbegebiet Stenn bei Zwickau.
Salz ist nicht gleich Salz. Handelsübliches Koch- oder Tafelsalz hat mehrere Raffinaden hinter sich, besteht fast nur noch aus Natriumchlorid. Häufig wird es mit Trennmitteln und anderen künstlichen Zusatzstoffen versehen, um seine Eigenschaften, wie die Rieselfähigkeit, zu optimieren. Spurenelemente wie Jod werden ihm nachträglich wieder zugesetzt. Mit dem Natursalz – bzw. Steinsalz, wie es in der Erde gefunden wird, hat es nur noch wenig zu tun. Steinsalz lagert geschützt vor Umwelteinflüssen in über 400 Metern Tiefe. Es wird nicht chemisch gereinigt und enthält deshalb noch all seine lebenswichtigen Mineralien und Spurenelemente, dazu gehört auch Jod. Im Steinsalz finden sich die gleichen natürlichen Elemente, die auch für den Menschen lebenswichtig sind. Das Steinsalz von Natur Hurtig soll nach Firmenangaben besonders viel natürliches Jod enthalten, das vom Körper wesentlich besser aufgenommen werden kann als künstlich zugesetztes. Das hochwertige Speisesalz, so Anbieter Hurtig, kann zurecht als Vollwert-Salz bezeichnet werden.
Wichtige Abnehmer der Bio-Backwaren aus Michas Naturbackstube, wie z. B. die größte Naturheil-Klinik in Europa, legen Wert auf salzarme Gebäcke, deshalb enthalten Brot- und Brötchenteige in Eichlers Bäckerei nicht über zwei Prozent Salz. Der Jahresverbrauch des Betriebes liegt derzeit bei rund zwei Tonnen Vollwertsalz.
Die Produktpalette von Michas Naturbackstube umfasst längst nicht mehr nur wenige Sorten an Vollkornbrot und –brötchen wie zu Beginn, sondern auch etliche Kuchensorten und andere Feingebäcke. Neben 30 Sorten Brot und zwölf Sorten Brötchen, denen oft selbst hergestellte Frischflocken und nicht alltägliche Samen wie Mais, Buchweizen, Amaranth, Hanf, Dinkel, Schwarzkümmel oder Koriander, Nüsse, Kräuter und Sprossen zugesetzt werden, gehören Baguettes, Stangen und Kekse, Stollen, Plunderstücke und verschiedene Blechkuchensorten zum Angebot. Wenn auch „Bio“ gewöhnlich mit „Vollkorn“ eine feste Verbindung eingegangen ist, so verarbeitet Eichler nicht ausschließlich Vollkornmehl. „Manche Kuchensorten wie Stollen oder Quarkkuchen schmecken mit feinem Weizenmehl (ebenfalls in Bio-Qualität) einfach besser“, hat er herausgefunden.
„Bio-Produkte verkaufen sich nicht von selbst oder nebenbei“ ist Michael Eichler überzeugt, „sondern erfordern auf jeden Fall ein außergewöhnlich großes Engagement. Da reicht es nicht, ein, zwei Sorten Bio-Brot mit im Regal zu haben, falls zufällig mal ein Kunde danach fragen sollte.“
Der erfolgreiche Verkauf von Bio-Produkten erfordert Überzeugung – überzeugende Verkaufsargumente und eigene Überzeugung. Deshalb ist der Vertrieb über Reformhäuser und Bioläden, den Bäcker Eichler gewählt hat, sicher nicht der schlechteste, denn die Betreiber sitzen ja mit „im gleichen Boot“. Demnächst will er mit seiner Naturbackstube in größere Produktionsräume ziehen, die Ofenfläche auf 20 Quadratmeter verdoppeln, damit er die steigende Nachfrage nach frischen Bio-Backwaren auch künftig noch erfüllen kann.
Fotos: Pötzsch" />