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Auf regionale Qualitätswaren gesetzt

Die „Fairbraucher“-Aktion wird durch entsprechende Werbemittel forciert.+
Die „Fairbraucher“-Aktion wird durch entsprechende Werbemittel forciert.

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Verkauf & Marketing

Solidargemeinschaften „Brucker Land“ und „Dachauer Land“: Faire Bäcker sprechen „Fairbraucher“ an

Die Solidargemeinschaften „Brucker Land“ und „Dachauer Land“ werben verstärkt für den Kauf regionaler Produkte.

Bei der aktuellen Aktion, die den Verbraucher zum „Fairbraucher“ machen soll, nehmen die Landkreisbäcker eine wichtige Rolle ein. Elf „Faire Bäcker“ aus Fürstenfeldbruck beteiligen sich mit Plakaten und Buttons an der Werbeaktion.

In Dachau präsentierten sich die sieben Lieferbäckereien gemeinsam mit den Imkern im umgebauten AEZ-Lebensmittelmarkt. Der Lebensmittelhändler betreibt in den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck insgesamt neun Supermärkte und bietet dort täglich mehr als 250 tagesfrische Artikel aus dem Brot- und Backwarenbereich an. Dabei sei man „stolz auf die gute Zusammenarbeit mit den regionalen Bäckereien“.

Mit der Idee zur Werbeaktion hatte sich die Solidargemeinschaft schon länger auseinander gesetzt – doch wegen der zuletzt aggressiv verteidigten „Geiz-ist-Geil“-Mentalität auf eine nahezu aussichtslose Gegenkampagne verzichtet. Jetzt schien die Zeit reif, die Qualität wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Um diese zu garantieren, benötigen die Hersteller allerdings einen fairen Preis, so Landrat Thomas Karmasin. Auch wenn viele Kunden mit dem Begriff des Fairen Handels zuerst an die dritte Welt denken, hätten regionale Erzeuger ebenfalls einen Anspruch auf gerechte Preise. Elisabeth Seiltz von der Solidargemeinschaft „Unser Land“ hofft, dass bald jeder gerne zum „Fairbraucher“ werden möchte.

Entstanden ist die Solidargemeinschaft „Unser Land“ vor gut zehn Jahren aus einer kirchlichen Initiative im Landkreis Fürstenfeldbruck. „Wir wollten etwas zur Bewahrung der Schöpfung tun und endlich einmal konkret werden“, sagt Elsbeth Seiltz, Vorsitzende von „Unser Land“. Der erste Träger der Idee zeitgemäßer Regionalität war das tägliche Brot, ein Mischbrot aus Roggen und Weizen, das nur aus Produkten der Region gebacken wurde. Auch sämtliche Verarbeitungsstufen sollten vor der Haustür stattfinden.

Über die Medien wurden die Menschen über alle Schritte der Entstehung ihres Brotes informiert. „Die Nachfrage sei ermutigend gewesen“, erinnert sich Seiltz. Den Durchbruch erzielten die Regionalisten, als sich acht weitere Landkreise – zum Teil unter der eigenen Marke am Projekt beteiligten und es gelang, Supermärkte in München vom Konzept einer Stadt-Land-Partnerschaft zu überzeugen und, mit finanzieller Unterstützung des Landes Bayern, mit „Unser Land“, eine von der Europäischen Union anerkannte Dachmarke zu kreieren. Die Unser Land GmbH, die den Handel organisiert, hat, ähnlich dem fairen Handel mit den Entwicklungsländern, ein System von Vorzugspreisen geschaffen. Wer auf Gentechnik oder chemischen Pflanzenschutz verzichtet, sich für artgerechte Tierhaltung entscheidet oder sein Vieh nur mit Futter aus der Region versorgt, erhält Zuschläge. Die zertifizierten Produkte sind deswegen bis zu 15 Prozent teurer als konventionelle Waren.

Etwa 180 Landwirte beliefern kleine Verarbeitungsbetriebe der Region mit Rohstoffen. Der beste Beweis für die Anerkennung sei, dass man das Angebot in den vergangenen Jahren immer weiter ausbauen konnte. Gerade in jüngster Zeit wurde es um ein Bio-Sortiment erweitert. Die aktuelle Werbekampagne bezieht den Verbraucher wieder stärker mit ein. Beim Kauf eines „Brucker Land“-Brotes bekommt der Kunde eine Postkarte mit Informationen und Fragen. Bringt er sie zurück, erhält er dafür eine bedruckte Stofftasche, die ihn als Fairbraucher ausweist. Die Bäcker sind das erste Handwerk, das sich an der Aktion beteiligt.

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