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Auch die Chemie muss stimmen. (Quelle: Shutterstock/nikolaborovic)+
Auch die Chemie muss stimmen. (Quelle: Shutterstock/nikolaborovic)

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So führen Betriebsinhaber erfolgreich Gespräche mit Bewerbern um eine Stelle

Von Fabienne Gehrig

Der Gedanke an ein anstehendes Vorstellungsgespräch löst nicht nur bei Bewerbern gemischte Gefühle aus. Auch die Personalverantwortlichen in den Betrieben stehen vor einer kniffligen Aufgabe: Innerhalb kurzer Zeit müssen sie herausfinden, ob jemand langfristig zu ihrem Unternehmen passt.

Und anders als professionelle Personaler in großen Konzernen sind die Chefs kleinerer Unternehmen mit festem Mitarbeiterstamm nicht tagtäglich mit dieser Aufgabe konfrontiert.

Wie der Balanceakt gelingt, zeigen die folgenden Tipps:

1. Den Überblick behalten

Vorab einen Leitfaden für das Gespräch vorbereiten. Basis hierfür sollten nicht nur der Lebenslauf des Bewerbers sowie die Inhalte der Stellenbeschreibung sein, sondern auch vorab definierte „Muss“- und „Kann“-Kriterien. So filtert der Betrieb, welche Anforderungen ein Bewerber zwingend erfüllen muss und welche er als Zusatzqualifikation mitbringen kann.

2. Schritt für Schritt vorgehen

Der richtige Ablauf ist entscheidend für den Erfolg eines Gesprächs. Wichtig ist es, für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen, zum Beispiel durch das Bereitstellen von Getränken. Dann sollten die am Bewerbungsgespräch beteiligten Personen sich und ihre Funktion, den Betrieb sowie die ausgeschriebene Stelle vorstellen.

Erst im Anschluss sollte der Bewerber aufgefordert werden, sich vorzustellen und seine aktuelle Tätigkeit zu beschreiben. Abschließen lässt sich dieser Teil des Gesprächs mit einem fachlichen Test, also einer Aufgabenstellung aus dem Arbeitsalltag des Betriebs.

3. Die wichtigen Fragen stellen

Während die harten Eignungs-Faktoren, zum Beispiel eine abgeschlossene Berufsausbildung, relativ leicht zu erfragen sind, wird es bei weichen Faktoren, etwa Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit oder selbständiges Arbeiten, schon schwieriger - dabei sind dies die wirklich interessanten Aspekte, die aus den Bewerbungsunterlagen nur bedingt hervorgehen.

Umso wichtiger ist es, hier offene Fragen vorzusehen und den Bewerber beispielsweise berichten zu lassen, wie die Teamarbeit bei seinem bisherigen Arbeitgeber aussah, welche Rolle er darin übernommen hatte oder wie er sich so eine Zusammenarbeit idealerweise vorstellt.

Gut ist es auch, beispielhafte Situationen zu schildern und zu fragen, wie sich der Bewerber verhalten würde. Dabei sind spontane Reaktionen gefordert, die bei der Einschätzung des Bewerbers sehr hilfreich sein können.

4. Nicht zu nahetreten

So verständlich eine gewisse Neugier sein mag: Bei persönlichen Fragen, die nichts mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun haben, hat der Gesetzgeber Grenzen gesetzt. Grundsätzlich tabu sind Fragen nach Alter, Herkunft, Familienstand, sexueller Orientierung, religiöser und politischer Einstellung, Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft und Lohnpfändungen.

Fragen nach Schwangerschaft, Vermögen, Gesundheitszustand und Vorstrafen dürfen nur in Ausnahmefällen thematisiert werden, wenn sie von wesentlicher Bedeutung für die Tätigkeitsausübung sind.

5. Das Gespräch abrunden

Nach dem eigentlichen Gespräch bietet sich ein Rundgang durch den Betrieb an – schließlich will der Bewerber wissen, wie sein mögliches Arbeitsumfeld aussieht. Und auch dabei ist viel zu erfahren: Bei der Besichtigung kann der Bewerber gefragt werden, ob er mit den im Betrieb vorhandenen Geräten bereits gearbeitet hat.

Generell sollte gelten: Ein Bewerbungsgespräch heißt nicht nur so, sondern sollte auch ein Gespräch sein. Der Bewerber sollte ebenfalls Raum für seine Fragen bekommen und gute Antworten erhalten. Darauf sollte sich der potenzielle Arbeitgeber also auch gefasst machen.

6. Schnell Rückmeldung geben

Bei der Verabschiedung sollte der Betrieb mitteilen, bis wann der Bewerber mit einer Rückmeldung rechnen kann. Die sollte so schnell wie möglich erfolgen, und zwar am besten zunächst telefonisch. Das ist am schnellsten und am persönlichsten - und darauf kommt es heute bei der Mitarbeitergewinnung an.

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