Unternehmensführung

Zinsbindung ist unterschiedlich lang

Mit dem Steuerberater bei Kreditverhandlungen mehrere Laufzeiten durchrechnen


Dortmund (mv). Langfristkredite werden trotz zunehmender Alternativen vor allem durch Mezzanine-Kapital u.a. Fremdkapitalvarianten für Inhaber von Backbetrieben auch zukünftig die wichtigste Finanzierungsform bleiben. Spannend ist dabei allerdings die Frage der jeweiligen Zinsbindungen.

Hubert O. steht vor einer strategischen Entscheidung mit entsprechend weit reichenden finanziellen Konsequenzen für seinen Betrieb: der von ihm für die Finanzierung seines Betriebsgebäudes erforderliche Kredit über rund 600.000 Euro wurde von seiner Hausbank nun bewilligt und kann von O. gemäß dem jeweiligen Baufortschritt in den kommenden Monaten abgerufen werden. O. hat sich zu dieser Investition entschlossen, da sein Sohn nun soweit ist, den Betrieb zu übernehmen und fortzuführen.

Die Gesamtkosten der Baumaßnahme einschließlich der Betriebsausstattung liegen bei rund 900.000 Euro, so dass ein Drittel des Betrages durch O. selbst mit Eigenkapital finanziert wird. Vor diesem Hintergrund ist das Kreditrisiko für die Hausbank also überschaubar.

Allerdings, daran hat sie keinen Zweifel gelassen, war die konkrete Terminierung der Betriebsübergabe, die nun in zwei Jahren stattfinden soll, eine wichtige Voraussetzung für die Kreditbewilligung. Dieser Zusammenhang verdeutlicht im Übrigen einmal mehr, dass Banken zunehmend großen Wert auf den Zusammenhang zwischen einem geordneten Betriebsübergang und einer langfristigen Finanzierung legen.

Unterschiedliche Laufzeiten

Für O. bedeutet diese Finanzierung nun im nächsten Schritt, für den Kredit die geeigneten Zinsbindungen zu finden. Dazu hat er sich mit seinem Steuerberater zusammengesetzt, um die aktuellen Zinssätze bei Zinsbindungszeiträumen zwischen drei und zehn Jahren zu vergleichen.

Nach sorgfältiger Prüfung zeichnet sich ein Finanzierungsmix aus einer drei- und fünfjährigen Zinsbindung ab, so dass O. 300.000 Euro bei einer dreijährigen Zinsbindung einen effektiven Jahreszins von 3,7 Prozent und ebenfalls 300.000 Euro bei einer fünfjährigen Zinsbindung einen effektiven Jahreszins von 4,2 Prozent in Anspruch nimmt. Die Angebote zu zehnjährigen Zinsbindungen kamen nicht zum Zug, da O. davon ausgeht, einen Großteil des Kredites bereits vorher zurückzahlen zu können. Die zunächst für die kommenden drei Jahre erstellten Liquiditäts- und Rentabilitätsprognosen seines Steuerberaters geben dazu durchaus berechtigten Anlass.

Im Ergebnis hat O. also eine für ihn weitgehend optimale Lösung erzielt. Möglicherweise wäre sogar eine marginale Zinsverbesserung möglich gewesen, wenn er sich noch bei anderen Banken erkundigt hätte. Vor dem Hintergrund der bewährten Geschäftsbeziehung zu seiner Hausbank hat er davon aber abgesehen.

Hier ist ihm eine profunde Beratung weitaus wichtiger als das eine oder andere Zehntel bei den Zinssätzen. Hinzu kommt, dass er von der Bank auch eine kontinuierliche Begleitung seines Sohnes in der wichtigen Phase des Betriebsüberganges erwarten kann.


Artikel vom 22.03.2007
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Praxis vom 22.03.2007:

„Brot für meinen Wald“
„Kreativ Cake Service“-Team
Ein „petit peu“ Frankreich
Neues Spendersystem
Mit edelsten Malzextrakten
Ins richtige Licht gerückt
Aus dem Handwerk gegründet
Für die erfolgreiche Freiluftsaison
Attraktive Grundlage
Pfefferminz als neues Aroma

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Praxis


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!