Ernährungs- & Warenkunde

Wunsch nach Convenience

Bequemlichkeit ist bei jedem Ernährungsstil gewünscht


Berlin (ke). Wie Menschen sich ernähren, unterscheidet sich individuell stark, allerdings gibt es gemeinsame Bedürfnisse bei der alltäglichen Ernährungsgestaltung. Ergebnisse eines sozial-ökologischen Forschungsprojektes, das den Ernährungsalltag der Deutschen repräsentativ untersucht hat, zeigen, dass vielen die Entlastung durch einen verringerten Arbeits- und Zeitaufwand wichtig ist.

Das Projekt des Koordinationssekretariats Sozial-Ökologische Forschung (SÖF) hat sich zum Ziel gesetzt, Empfehlungen und Strategien für eine umweltverträgliche und gesundheitsfördernde Ernährung zu erarbeiten, die auf den Alltag zugeschnitten (alltagsadäquat) und soziokulturell vielfältig ist.

Das Projekt hat auf Grundlage einer repräsentativen Untersuchung eine „Typologie der Ernährungsstile“ entwickelt. Demnach lassen sich sieben Ernährungsstile identifizieren, die sich beispielsweise in den Gepflogenheiten beim Einkaufen und Kochen, bei der Produktauswahl und den Qualitätsansprüchen, bei Art und Rhythmus von Mahlzeiten, aber auch bei allgemeinen Lebensstil-Orientierungen und sozialen Merkmalen unterscheiden: Ernährungsbewusste, fitnessbewusste, gestresste, konventionell gesundheitsortientierte Verbraucher, Billigesser, Fleisch-Esser und desinteressierte Fast-Food-Konsumenten.

So wünschen sich etwa die ernährungsbewussten Anspruchsvollen Entlastung vor allem im Hinblick auf den Zeitaufwand für eine nachhaltige Ernährung. Sie sind interessiert an entsprechenden Convenience-Produkten sowie einem flächendeckenden Angebot an nachhaltigen Lebensmitteln.

Auch den fitnessorientierten Ambitionierten geht es darum, den Zeitaufwand für die Zubereitung zu verringern. Hilfreich für diese Gruppe, deren Alltag von beruflichen und privaten Belastungen gekennzeichnet ist, seien Bio-Convenience-Produkte. Auch entsprechende Angebote „außer Haus“ stießen auf großes Interesse.

Die gestressten Alltagsmanager könnten durch nachhaltige Convenience-Angebote, die nicht nur das Zeit-, sondern auch das Finanzbudget entlasten, bei der Umsetzung von nachhaltiger Ernährung im Alltag unterstützt werden.

Nachhaltige Mahlzeitenangebote im Niedrigpreissegment, die bislang eher selten erhältlich sind, würden auch bei den konventionellen Gesundheitsorientierten auf Interesse stoßen. Die Billig- und Fleisch-Esser sowie die desinteressierten Fast Fooder, die eher wenig Interesse an Ernährungsfragen zeigen – wünschen sich Entlastung vor allem dahingehend, dass ihre alltägliche Ernährung insgesamt mit möglichst geringem Zeit-, Arbeits- und Kostenaufwand verbunden ist.


Artikel vom 20.04.2006
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