Unternehmensfuehrung

Wirtschaftlichkeit entscheidend

Beim Einsparen von Energiekosten unterstützen Innungsverbände mit Beratung und Kontakten zu Experten


Von Volker Weigand

Energie hat sich mittlerweile zu einem echten Reizthema im Bäckerhandwerk entwickelt. Auch wenn sich die internationalen Rohstoffmärkte gegenwärtig beruhigt haben, ein weiterer Preisanstieg ist nur eine Frage der Zeit. Die Energiekosten sind somit zu einem schwer kalkulierbaren Risikofaktor geworden, dessen Entwicklung kaum vorherzusehen ist.

Um die Kosten nicht ausufern zu lassen, wird bereits viel unternommen: Preisvergleiche, Anbieterwechsel, Inanspruchnahme der ermäßigten Energiesteuer, Verbesserungen im Energiemanagement, Steigerung der Energieeffizienz im technologischen Bereich und vieles mehr. Das alles kann sich punktuell positiv auf die Kostenentwicklung auswirken, eine Umkehrung des generellen Trends kann damit nicht bewirkt werden: Der betriebliche Energiekostensatz hat sich in den zurückliegenden Jahren im Durchschnitt von 1,5 bis 2,1Prozent auf mittlerweile 2,5 bis 4,0Prozent und mehr erhöht.

In den letzten Monaten tauchen immer mehr Energieberater auf dem Markt auf – gewissermaßen wie Pilze, die aus dem Boden schießen. Das ist sicher auch eine Folge der politisch gewollten Förderung dieser Leistungen. Für den Unternehmer ist es von großer Bedeutung, ob die Beratungsergebnisse im täglichen Betriebsablauf umsetzbar sind. Was erwartet wird, sind praktikable Beratungsangebote.

Die meisten Betriebsinhaber stecken bis über beide Ohren in ihrem operativen Tagesgeschäft und verdrängen vorübergehend die Energieproblematik, entweder bis zur nächsten Rechnungslegung oder bis zur nächsten Beratung – in der Hoffnung, dass dann günstigere Verfahrensmöglichkeiten aufgezeigt werden. Doch diese Hoffnung wird oft enttäuscht. Bei vielen Beratungen wird die entscheidende Frage offen gelassen: Wann amortisiert sich die geplante Maßnahme? Es fehlen konkrete Kostenangebote und dementsprechende Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Genau mit diesem Ziel führt der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk und auch andere Landesverbände seit geraumer Zeit Beratungen mit Fachfirmen und Experten durch. Die hauptsächliche Zielgruppe sind kleine und mittlere Betriebe. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Abgas-Wärmenutzung der Backöfen, der Abwärmenutzung der Kälteanlagen, der Kraft-Wärme-Koppelung und der sinnvollen Eingliederung der Heizungsanlage.

Diese Maßnahmen können in den meisten Fällen sofort umgesetzt werden. Dafür steht mittlerweile eine ausgereifte Technik zur Verfügung, bei der das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Bei einer Rückflussdauer zwischen vier bis acht Jahren können nicht nur die betrieblichen Energiekosten spürbar gesenkt werden: Natürlich verringert sich damit der Verbrauch von fossilen Energieträgern und letztendlich auch der CO-Ausstoß. Zu alledem werden bei Erreichen dieser Ziele staatliche Zuschüsse bis zu einer Höhe von 8000Euro gewährt.


Artikel vom 10.06.2009
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