Aus- & Weiterbildung
Wirkliches Engagement zahlt sich aus
St. Allery Azubi-Grand-Prix 2007: Preisübergabe an den 1. Etappensieger / Betrieb mit ausgezeichneter Ausbildung
Heiningen (dk). Interessiert, engagiert, pünktlich und arbeitswillig – so wünscht man sich als Chef und Ausbilder seinen Lehrling. Dass es diese Tugenden bei Azubis trotz vieler gegenteiliger Meinungen heute noch gibt und dass sich dieser Leistungswille auch auszahlt, zeigte sich jetzt wieder bei der Preisübergabe anlässlich des ersten Etappensieges des St. Allery Azubi-Grand-Prix 2007. Denn der Etappengewinner, der 17-jährige Denis Leins aus Eschenbach nahe Göppingen ist so ein Typ: „Bäcker war schon immer mein Traumberuf“, meint er und hatte dabei natürlich auch das Glück, mit der Bäckerei Kauderer in Heiningen einen kompetenten Ausbildungsbetrieb gefunden zu haben, der seine Fähigkeiten entsprechend fördert. Denn beides gehört zusammen, wie sich bei der Bewertung der eingesandten Wettbewerbsarbeiten wieder gezeigt hat (ABZ 18/07).
Auch im Urlaub geübt
Der St. Allery Azubi-Grand-Prix 2007 ist ein Rezeptwettbewerb für Auszubildende des Bäcker- und Konditorenhandwerks und wird von der Firma Meylip in Zusammenarbeit mit der ABZ (Allgemeine BäckerZeitung) und der KoCa (Konditorei und Café) veranstaltet. Der Wettbewerb gliedert sich in drei Etappen. Das Motto des ersten Teils war Frühling/Ostern/Muttertag. Diesen Teil hat Denis Leins mit seinem eingereichten Rezept der „Süßen Biene“ gewonnen, einem Plundergebäck mit einer Honig-Met-Füllung.
Den entscheidenden Impuls für seine Teilnahme am Wettbewerb habe er von seiner Berufsschullehrerin bekommen, so Denis Leins. Im Betrieb hätten sie dann gemeinsam überlegt, was so alles zum Thema Frühling passen könnte und sind so auf die Biene und den Honig bzw. Honigwein gekommen. Den Honigwein bekomme man heute überall, aber eine entsprechende Füllung wurde damit noch nicht hergestellt.
Zur Rezeptentwicklung habe er dann viel probiert und gebacken. So habe er gerade in der Wettbewerbszeit eine Woche Urlaub gehabt und ist dann jeden Tag zum Ausprobieren für zwei bis drei Stunden in den Betrieb gefahren. Dies habe ihm als Azubi im ersten Lehrjahr letztendlich doch auch viel Erfahrung in der Herstellung und im Umgang mit Plunderteigen gebracht.
Arbeitsklima fördert Innovation
Dass solch ein tolles Engagement nur in der richtigen Umgebung Früchte tragen kann, zeugt von einem guten Arbeitsklima in der Bäckerei/Konditorei Kauderer. Der traditionsreiche Betrieb liegt in der ländlichen Umgebung von Göppingen und wird mittlerweile von den Brüdern Albrecht und Michael Kauderer in der vierten Generation geführt. Das Unternehmen hat noch fünf Filialen und beschäftigt 55 Mitarbeiter.
Der Begriff Innovation ist für die Betriebsinhaber kein Fremdwort, will man den Wettbewerbern doch immer einen Schritt voraus sein und ist ständig auf der Suche nach neuen Ideen für Produkte und für Vermarktungskonzepte. So gehörte die Bäckerei Kauderer zu den ersten Bäckereien, die beispielsweise Gebäcke mit frischen Keimlingen oder ein spezielles Bio-Sortiment mit ins Angebot nahmen. Auch werden Pralinen selbst hergestellt und seit zwei Jahren gibt es wieder klassisch hergestelltes Konditoreneis. Die absolute Spezialität von Kauderer sind aber das Laugengebäck und hier speziell die Brezeln. Davon werden täglich bis zu 8000 Stück hergestellt und machen damit insgesamt fast 20 Prozent des Umsatzes aus.
Aber auch bei der Auswahl der Lehrlinge hat die Familie Kauderer bisher immer ein gutes Händchen bewiesen. „Wir haben eigentlich noch nie Probleme gehabt, gute Lehrlinge zu bekommen“ so Albrecht Kauderer. Aber er betont auch, dass er immer nur je einen Lehrling in der Bäckerei und in der Konditorei hat. „Als wir auch schon mal mehr hatten, habe ich gemerkt, dass es schwieriger wird, jeden richtig zu betreuen.“ Dieses Engagement zeigt natürlich auch seine Wirkung: „Unsere Auszubildenden gehören immer zu den Besten in der Gesellenprüfung, wodurch wir auch einen guten Ruf bekommen haben.“
Den Etappensieg seines Lehrlings Denis Leins beim St. Allery Azubi-Grand-Prix 2007 will er deshalb auch öffentlichkeitswirksam über die Medien präsentieren.
Dies zeigt, dass sich die Teilnahme am Wettbewerb nicht nur für Auszubildende lohnt. Während die Azubis mit ihrer Teilnahme für den Etappensieg einen MP4-Player und für den Gesamtsieg den Hauptpreis in Form des mit 1000 Euro dotierten St. Allery Award gewinnen können, profitieren die entsprechenden Ausbildungsbetriebe von der Öffentlichkeitswirksamkeit des Preises und natürlich auch von der fachlichen Reifung ihres Auszubildenden.
Aktuell läuft die 2. Etappe
Die Gelegenheit zur Teilnahme gibt es immer noch, denn im Moment läuft die zweite Etappe mit den Themen „Kindergeburtstag/Sommerparty“. Die Rezepte hierzu können noch bis Ende Mai unter www.meylip.de eingereicht werden. Aber auch das dritte Motto „Urlaub/Internationale Rezepte“ kann schon bearbeitet werden.
www.meylip.de
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