Unternehmensfuehrung
Wege zur Energieeffizienz
Energie-Tagung des LIV Württemberg: Mit moderner Technologie Verbrauch nachhaltig senken und Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern

Viele Teilnehmer bei der Energietagung in Reutlingen: Großes Interesse an den Möglichkeiten zur effizienten Nutzung von Energie. Fotos: Stecher Fotos: Stecher
Energie einsparen heißt nicht nur Verzicht: Moderne Technologie hilft, die Energieeffizienz zu steigern. Dasselbe gilt für erneuerbare Energien. Sie stehen für innovative Energieerzeugung. Klimaschutz heißt, neue Chancen zu nutzen, um langfristig sein Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Wer darauf verzichtet, verpasst auch staatliche Förderprogramme. Vier Referenten waren auf Einladung des Württembergischen Landesinnungsverbandes nach Reutlingen zur Bäko Süd-Württemberg gekommen, um Möglichkeiten zum effizienten Einsatz von Energie aufzuzeigen.
Ökologische Nachhaltigkeit

Ein ökologisch nachhaltiger Energieeinsatz macht Projekte künftig erst wirtschaftlich, ist Jürgen Schipek überzeugt.
Steigerung der Energieeffizienz.
Einsatz von erneuerbaren Energien.
Reduzierung des Energieverbrauchs.
Hoher Lebensstandard bedeutet einen hohen Energieverbrauch, so der Referent. Der Welt-Tagesverbrauch fossiler Energien sei zurzeit so hoch, wie ihn die Erde in 15.000 Jahren produziere. Am Beispiel Wohnungsbau erläuterte Jürgen Schipek beispielsweise das Denken in Energiekreisläufen mit der Forderung nach Vernetzung von Ökologie und Ökonomie zur Wirtschaftlichkeit eines Projektes. Förderprogramme des Staates unterstützen dabei die Entscheidung zum ökologischen nachhaltigen Energieeinsatz.
Förderung der Mini-Kraftwerke
Als Mini-Kraftwerk werden oft auch die Blockheizkraftwerke (BHKW) bezeichnet, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Das Ziel dahinter ist, die eingesetzte Energie möglichst effizient zu nutzen, um Vorräte an Erdgas und Öl zu schonen. Das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erläuterte Johannes Krallmann von der EC Power GmbH in Göppingen.
Bei der konventionellen Stromerzeugung werden laut Referent Umwandlungs- und Leitungsverluste von bis zu 60Prozent erreicht. Bei BHKW-Anlagen entstehen nur zu 10Prozent Umwandlungsverluste. Die zur Nutzung ankommende Energie besteht dann zu 30Prozent aus Strom und zu 60Prozent aus Wärme. Das benötigte Wasser zur Kühlung des Motors dient der Heizung. Betrieben wird der Motor mit Erdgas, Flüssiggas oder Propangas. Die Leistung liegt bei 15kW elektrisch (el) und 30kW thermisch (th). Durch Kaskadierung ist eine Vergrößerung auf bis zu 45 kWel und 90 kWth möglich. Wartungsintervalle werden bei 8500 Betriebsstunden durchgeführt. Das Betriebsgeräusch wurde mit 49dB(A) angegeben.
Der Gewinn einer derartigen Anlage kommt aus der Erzeugung von Strom. Seit dem 1.Januar 2009 gibt es eine Vergütung für den erzeugten Strom, auch für den in den Eigenbedarf fließenden. Bei 8000 Stunden Betriebsleistung mit 15kW/h Leistung und einem 100-prozentigen Eigenverbrauch ergibt sich nach Referent Krallmann eine Einsparung von 19.720 Euro im Jahr. Allein durch die volle Eigenstromnutzung (5,11Cent Zuschuss) ergibt sich ein Mehrertrag von 61.000Euro in 10 Jahren und sollte somit eine Investition in KWK-Anlagen in kürzester Zeit refinanzieren. Gewünschte Funktionserweiterungen, wie beispielsweise die Absorptionskühlung zur Klimatisierung von Gebäuden, können als Baustein der Anlage hinzugefügt werden.
Energie aus Altbrot
Allein in Südwürttemberg würden 11.000 Tonnen Altbrot im Jahr einen Gaswert von 1,8 Mio. Euro ergeben. Christian Alber vom Ingenieurbüro Alber, Wolfschlugen, konnte seine Studien zur nachhaltigen energetischen Entsorgungspraxis von Altbrot durch Biogasanlagen oder Verbrennung vorstellen, die er in Zusammenarbeit mit der Hochschule Esslingen und der Bäko Südwürttemberg unternahm. Die ABZ berichtete in Ausgabe 3 vom 13.02.2010 ausführlich darüber. Das Fazit des augenblicklichen Forschungsstandes ist: Eine nachhaltige energetische Nutzung von Reststoffen ist grundsätzlich sinnvoll, leistet einen Beitrag zur CO{-2}-Minderung und stärkt die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Bei Nutzung dieser Technologie müssen die ethischen Bedenken der Verbrennung von Altbrot gegenüber der Öffentlichkeit ausführlich dargestellt werden, auch warum Altbrot in so großen Mengen anfällt und dass dieses energetisch verwertet werden kann. Speziell Biogasanlagen bieten eine ökologisch sehr gute Verwertungsmöglichkeit für Altbrot, die gesetzlichen Rahmenbedingungen erschweren dies noch. Im Vergleich zu Regelbrennstoffen aus Biomasse wie beispielsweise den Holzpellets, liegt getrocknetes Altbrot erheblich über den Normwerten. Die direkte Verbrennung bietet für große Bäckereien ein Rationalisierungspotenzial.
Bis zu 75Prozent der verbrauchten Energie in der Bäckerei werden für die klimatisierenden Prozesse des Teiges (Wärme und Kälte) aufgewendet. Allein davon können bis zu 25Prozent zurückgewonnen und dem Fertigungsprozess zurückgeführt werden.
Energiemanagement

Christian Braun (links) und Eike Zuckschwerdt: Gründliche Ist-Analyse mit Beratung ist Grundlage der Optimierung.
Es gibt vier aufeinander aufbauende Ansatzpunkte für Energiesparen in der Backstube:
Die Energieeffizienz optimieren, also besten Wirkungsgrad erzielen.
Abwärme sinnvoll nutzen und diese in einem Energieverbundsystem verarbeiten.
Kraft-Wärme-Kopplung integrieren.
Alternative Energieformen nutzen und somit die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern mindern.
Miwe Energy unterstützt den Bäcker bei seinen Energiesparplänen mit folgenden Beratungsansätzen in drei Stufen: Energy-Check, Energy-Analysis und Energy-Concept.
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Finanztipp: Nicht in Stein gemeißelt

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