Ernährungs- & Warenkunde

Wann sind Lebensmittel gesund?

Diskussion um Konzept für Nährwertprofile / Punktwertung soll entscheiden


Bonn (rgb). Nur gesunde Lebensmittel sollen auch Gesundheitswerbung tragen, so lautet der Wunsch des EU-Ministerrates und auch eine Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung, Berlin. Doch wie bestimmt man den Gesundheitswert von Lebensmitteln, fragt der aid-Informationsdienst? Auf dem 2. Forum des Diätverbandes in Hamburg stellte Professor Dr. Helmut Erbersdobler das britische Konzept der Nährwertprofile vor.

Ungünstige Inhaltsstoffe eines Lebensmittels wie Zucker, Fett und Natrium erhalten eine negative Punktwertung; auch die positiven Nährstoffe wie Calcium oder Eisen erhalten Punkte, die dann von den negativen Punkten abgezogen werden. Je weniger Punkte unter dem Strich übrig bleiben, desto gesünder ist das Lebensmittel. Cornflakes mit einem hohen Gehalt an Natrium schneiden in diesem Modell schlecht ab und dürften demnach keine Gesundheitswerbung tragen, Haferflocken und Orangennektar schon. Erbersdobler zeigte sich zuversichtlich, dass derartige Nährwertprofile positive Effekte auf die Zusammensetzung von Lebensmitteln haben. Hersteller würden motiviert, ungünstige Inhaltsstoffe aus Lebensmitteln zu entfernen, damit sie mit Gesundheitsaspekten werben dürfen. Das britische Konzept müsse aber noch an deutsche Verhältnisse angepasst werden. Er appellierte an die Hersteller, sich aktiv an der Diskussion um Nährwertprofile zu beteiligen, „sonst werden wir von Regelungen überrollt, die ein anderes Land vorgeschlagen hat“.

Dr. Christian Grugel, Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, meldete Zweifel an, ob das britische Modell dem Verbraucher weiterhilft. „Wenn man Punkte für unterschiedliche Nährstoffe verteilt, dann rechnet man auch unterschiedliche ernährungsphysiologische Wirkungen gegeneinander auf; Ernährung ist komplexer.“

Ähnliche Vorschläge wurden auch kürzlich auf dem BfR-Expertenworkshop in Berlin gemacht. Die Deutschen befänden sich damit am Anfang einer schwierigen Diskussion um Nährwertprofile. Mindestens zwei Jahre werde es dauern, bis sich die EU auf gemeinsame Nährwertprofile einigt, schätzt Erbersdobler.


Artikel vom 13.07.2005
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Praxis vom 13.07.2005:

Vom Boxenstop profitiert
Bahn springt auf den Snack-Zug auf
Tag des Deutchen Butterbrots
Geprägt durch kulinarischen Genuss
Spezialität: Snacks mit Fladenbrot
Daten, Zahlen, Fakten
Komfortabler Tortentransport
Leasing als Alternative
Neu im Sanitärprogramm
Effizienter Weg zum Outfit

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Praxis


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!