Ernährungs- & Warenkunde
Von oder vor der Glotze dick?
Gießen (rgb). Empirisch nachzuweisen ist die Behauptung, dass häufiges Fernsehen das Übergewicht der Bundesbürger fördere, nach einer Studie der Universität Gießen nicht.
Keinesfalls kann TV-Werbung von Süßwaren und fettreichen Snacks mit verantwortlich für das zunehmende Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen gemacht werden, meldet der aid-Infodienst über die Studie. Der Schlussfolgerung, dass die verlockenden Werbebotschaften der Genussmittel-Hersteller Schuld am Konsumverhalten der jugendlichen Zuschauer seien, widersprechen die Wissenschaftler, denn obwohl in den vergangenen zehn Jahren das Übergewicht stetig gestiegen ist, blieb der Fernsehkonsum der bis 14-Jährigen in diesem Zeitraum konstant. Ein Werbeverbot für bestimmte „schädliche“ Lebensmittel sei demnach ein Trugschluss. Untersuchungen in Kanada und Schweden, wo an Kinder gerichtete Food-Werbung seit Jahren verboten ist, haben ergeben, dass keinesfalls die Zahl der Übergewichtigen sank. Auch gebe es keine Beweise dafür, dass trotz ständiger Berieselung mit Food-Werbung, insbesondere von Privatsendern am Wochenende, der Gesamtverzehr von Süßwaren steige. Jugendliche, die mehr fernsehen, würden lediglich die beworbenen Marken häufiger, nicht aber mengenmäßig mehr „ungesunde“ Lebensmittel verzehren als ihre Altersgenossen. Viele der angepriesenen Markenartikel würden dabei bevorzugt während des Zuschauens verzehrt. Die Wissenschaftler folgern nun, je höher der Fernsehkonsum, umso geringer der Energieverbrauch bei gleichzeitig höherer Kalorienaufnahme.
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