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Viele Stammkunden dazu gewonnen
Mancher Bäcker meint: „Fahrverkauf – das hab ich doch nicht nötig!“ Aber wie die Bäckerei/Konditorei Körner GmbH aus Döbeln überzeugend demonstriert, bietet der Verkauf aus einem Fahrzeug heraus handfeste Vorteile und gute Chancen zur Umsatzsteigerung.
Über die Gründe, die für den Döbelner Handwerksbetrieb zum Erwerb eines Verkaufsfahrzeuges geführt haben, berichtet Bäckerei-Inhaberin Franziska Seyffarth: „Wir hatten bereits über längere Zeit mit einem transportablen Holzbackofen verschiedene Märkte besucht. Dank der großen Nachfrage war die Kapazitätsgrenze bald erreicht, so dass wir uns etwas einfallen lassen mussten. Manch älterer Kunde wünschte sich eine Filiale in seinem Ort.“ Die Bäckereichefin ging die Erfüllung der Kundenwünsche allerdings vorsichtig an, entschied sich für ein Verkaufsfahrzeug. „Damit können wir flexibler reagieren“, erklärt sie.
Seit vier Monaten kommt die renommierte Bäckerei mit ihrem schmucken, großen Verkaufsfahrzeug zu den Kunden auf Wochenmärkte in fünf Städten und Ortschaften. Sogar bis auf die Märkte von Leipzig und Chemnitz will Frau Seyffarth die rollende Filiale schicken.
Das Körner-Verkaufsfahrzeug erregt überall, wo es rollt und steht, Aufmerksamkeit. Die Wände sind mit großformatigen Fotos geschmückt, an den Seiten zeigen sie das Bild der schönen Verkaufstheke im Stammgeschäft, die Rückseite lässt dem Betrachter das Wasser im Mund zusammen laufen angesichts der Kreationen im Großformat.
Der Hersteller des Bäckerei-Fahrzeuges, RKB Reparatur- und Karosseriebau GmbH, ist wie die Bäckerei in der sächsischen Kreisstadt Döbeln zu Hause.
Der Verkaufs-Aufbau besteht aus bereits im Flugzeugbau bewährtem Glasfaserkunststoff. Laut Hersteller soll dieser sich durch Langlebigkeit, geringes Eigengewicht, hervorragende Isoliereigenschaften und hohe Stabilität auszeichnen. Außerdem soll eine zum Patent angemeldete technische Lösung, die Opti-Lift-Gasfeder, verhindern, dass bei einem Aufprallunfall hoher Schaden durch die Deformation der Theke entsteht.
In den ersten vier Monaten, die mitunter bei einem neuen Fahrzeug „Kinderkrankheiten“ offenbaren, gab es keinen einzigen Grund zu Beanstandungen, wie Verkaufsfahrer Christian Werner hervorhebt. Er schwärmt vom schmucken Äußeren und der Funktionalität des neuen Fahrzeuges.
Fahrer Werner kommt gut an bei den Kunden und sorgt mit seiner freundlichen, verbindlichen Art dafür, dass sie immer wieder kommen. Das Verhalten des Verkaufspersonals gegenüber der Kundschaft ist nach Überzeugung der Bäckerei-Inhaberin entscheidend für den Verkaufserfolg.
Gute Sicht – gutes Geschäft
„Die Frauen hatten etwas Bange angesichts der Ausmaße des Fahrzeuges“, meint die Chefin. Doch besondere Kraftanstrengungen seien gar nicht nötig, um es für den Verkauf vorzubereiten. Die Verkaufsklappe lässt sich per Knopfdruck sehr leicht öffnen. Für angenehme Temperaturen im Verkaufsraum sorgt die dieselbetriebene Standheizung des Fahrzeuges. Für Sahneklimaschrank, Kaffeemaschine, Warmwasserboiler und Beleuchtung kann der Elektroanschluss auf dem jeweiligen Marktplatz genutzt werden.
Eine große Fronttheke in angenehm niedriger Höhe ermöglicht auch kleinen Personen vollen Einblick auf das reichhaltige Angebot auf zwei Ebenen. Viele Ältere, die den Großteil der Kundschaft stellen, finden das angenehm. An Besonderheiten hat sich Frau Seyffarth einen hohen, schmalen Sahneklima-Turm gewünscht, der bis unter die Fahrzeugdecke reicht.
Außerdem wurde der Verkaufsraum mit einem Kaffeeautomaten von WMF ausgestattet. Der Kaffee wird in Porzellantassen ausgeschenkt, nicht etwa in Pappbechern. An manchen Tagen werden bis zu 30 Tassen Kaffee verkauft, kann Christian Werner stolz berichten. Eine weitere individuelle Lösung stellt die Sichtschutzblende aus dunklem Glas dar, die wie eine Schiebetür den äußeren linken Teil der Regalwand verdeckt, wo Bleche mit Kuchenreserven aufbewahrt werden. Auf dem dunklen Untergrund lässt es sich gut mit weißer Kreide schreiben, hier wird der Kunde über Angebote informiert. Die Bäckereichefin freut sich über die gelungene, hochwertig wirkende Verkaufsraum-Ausstattung: „Wir haben einen dunklen Holzton gewählt, weil das wärmer und gemütlicher wirkt als die übliche helle Einrichtung“.
Vor dem Verkaufsfahrzeug der Bäckerei/Konditorei Körner bildet sich immer wieder eine kleine Kundenschlange. Die bekannt hohe Qualität und der freundliche Verkäufer sorgen für großen Zulauf von morgens bis zum Nachmittag. Die ersten Kunden versorgen sich hier mit einem Frühstück, bevor sie zur Arbeit gehen oder fahren. Über den Umsatz im Verkaufswagen im Vergleich zu den übrigen Filialen möchte Franziska Seyffarth heute, nach erst vier Monaten Fahrbetrieb, noch keine Aussage treffen. „Für den Anfang sind wir sehr zufrieden“, verrät sie nur. Das Schmuckstück der Bäckerei/Konditorei Körner ist das Hauptgeschäft am belebten Döbelner Niedermarkt. Die einstige Backstube wurde zum stilvollen Café mit 50 Sitzplätzen umgebaut. Die neue Produktion befindet sich in knapp zehn Kilometern Entfernung. Von hier werden das Stammgeschäft und die vier Filialen im Umkreis von etwa 20 Kilometern beliefert. Sechs Sorten Brot, acht bei den Brötchen und nicht mehr als zwölf Sorten Blechkuchen und rund vier verschiedene Sahneartikel nehmen der Verkaufsfahrer mit zum Marktstandort. Die Retouren seien stets erfreulich niedrig, berichtet die Bäckerei-Inhaberin. Sie ist überzeugt, dass es nicht die Sortenvielfalt ist, die die Kunden lockt, sondern eben Qualität und Verkaufskultur.
Anbieter siehe Seite 16. (pöt)
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