Betriebsreportage
Verkaufsbereich fit für die Zukunft gemacht
Umbau der Bäckerei Kolb in Hanau: Gelungene Verbindung von Tradition und Moderne / Gourmet-Brötchen und -Baguettes sind die Renner

Alles Bäcker, oder was? Das Famileienteam der Bäckerei Kolb (von rechts): Julia Kolb mit Sohn Leonard und Jochen Kolb mit Sohn Henri, Verkäuferin Ursula Wörner, Jörg Ernst von Cubus3-Ladenbau und Verkäuferin Anette Milicki.
Ende letzten Jahres wurde das Stammhaus mit Laden, innen und außen gründlich renoviert, der Öffentlichkeit neu vorgestellt. Innen war die nutzbare Fläche um etwa ein Drittel vergrößert worden. Die Einbeziehung eines früher als Lager genutzten Raumes erlaubte es, einen Sitzbereich mit zwei Tischen und zehn Plätzen einzurichten. Quasi als Café und Kommunikationsbereich, was sofort gut angenommen wurde.
Drei Punkte trugen von Anfang an dazu besonders bei. Erstens die Nähe zu Personal und Produkten, zweitens die helle und freundliche Umgebung und drittens die dezente Musikkulisse die vermeidet, dass die an den Tischen geführten Gespräche nicht von „unbefugten Ohren“ mitgehört werden können. Im Sitzbereich gibt es noch eine Besonderheit, die von den Kunden rege genutzt wird: Zwei Tageszeitungen stehen als Lektüre mit ihren jeweils aktuellen Ausgaben zum Lesen zur Verfügung. Für die Kunden, und nicht zum Mitnehmen.
Hell und von Licht durchflutet präsentiert sich der Verkaufsbereich. Er wirkt, so Jörg Ernst, Geschäftsführer des Ladenbauers Cubus3, für die Verkaufskräfte motivierend und fungiert zugleich als eine positive Visitenkarte den Kunden gegenüber. Das wird unterstützt von einer mittelgroßen Kaffeebar gegenüber dem Eingangsbereich.
Vorn in der Mitte der Theke gibt es einen Aktionsbereich in dem zum Beispiel immer wieder spezielle Angebote präsentiert werden. Über die Anordnung von Regalen für Brot und entsprechender Stauflächen für andere Produkte sind insgesamt die Laufwege des Verkaufspersonals verkürzt worden. Die untere Leiste des Brotregals ist zusätzlich verstellbar, sodass nach Wahl eine Schütte oder Stellfläche für Körbe zur Verfügung steht.
Damit die Schaufenster und auch die automatisch öffnende Türe nicht irgendwann von zahlreichen Plakaten oder Zetteln zugepflastert werden, hat Jochen Kolb eine pfiffige Lösung dafür gefunden, die heimischen Vereine und ähnliche Einrichtungen nicht zu verprellen. Für die Wünsche ein Plakat oder Zettel anbringen zu dürfen, hat er eine drehbare Säule in den Raum gestellt. Die erfüllt den Zweck hervorragend, ist im Laden zusätzlicher Blickfang und unterstützt die lokale Kommunikation. Für den Laden gibt es im Übrigen eine Nachtbeleuchtung, damit sich auch späte Zeitgenossen ein Bild davon machen können. „Das Herunterlassen von Rollläden ist schon lange out“, meinte Jochen Kolb.
Der Standort der Bäckerei Kolb an einer stark frequentierten Haupt- und Durchgangsstraße im nördlichen Stadtbereich von Hanau machte es erforderlich, „Nägel mit Köpfen, keine halben Sachen zu machen“. So wurde das ganze Haus neu verputzt und mit neuer Fassade in einem warmen Beigeton gehalten. Die Erker sind in grauer und roter Farbe abgesetzt und die in einem kräftigen Rot gehaltene Markise rundet das Bild ab, was optisch sehr ansprechend wirkt.
Für den Zugang zur Ladentür wurde neben den Stufen eine flache Rampe geschaffen. Damit wird Müttern mit Kinderwagen oder Behinderten im Rollstuhl ein barrierefreier Zugang ermöglicht. Die vor dem Haus vorhandene Parkfläche für PKWs wurden auch deutlich vergrößert. Wo früher spätestens ab dem vierten Auto Kratzer und Kotflügelstreitereien zu erwarten waren, ist jetzt für wenigstens die doppelte Anzahl PKWs ausreichend Parkraum mit raschem Zugang zum Laden gewährleistet. Die Veränderungen gingen sogar so weit, dass die Stadt sich bereit fand, im Sinne einer optimalen Gestaltung eine Laterne für die Bushaltestelle umzusetzen.
Insgesamt wurden, so Meister Kolb und auch die befragten Verkäuferinnen, die Veränderungen als positiv eingeschätzt. Jochen Kolb sprach von rund 15 Prozent Mehrumsatz. Er achtet sehr darauf, alle Rohstoffe möglichst aus der nahen Umgebung zu beziehen. Darüber hinaus ist es ihm gelungen, sich mit einer speziellen Sorte Gourmet-Brötchen zu profilieren. Die werden in Langzeitführung produziert und auf einer Herdplatte, nicht im Stikken, gebacken. Diese Gourmet-Brötchen haben schon fast die üblichen Standardbrötchen abgelöst. Ähnlich stellt er auch ein Gourmet-Baguette her, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut.
Mit dem Rüstzeug des neuen Ladens inclusive passender Außengestaltung sind die Eheleute Jochen und Julia Kolb guten Mutes, die Herausforderungen meistern zu können.
Kolb hatte schon vorher mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. So war er gleich nach der Lehre als Innungsbester und Kammersieger sowie als Landessieger (1997) der Bäcker in Hessen hervor gegangen. Ansporn für die Zukunft sind auch die beiden Söhne Henri (fast 3 Jahre) und Leonard (8 Monate), die ihren Eltern viel Freude bereiten. Meister Kolb ist außerdem in der Innung im Gesellenprüfungs-Ausschuss aktiv.
Weitere Infos, auch zum Ladenbau
www.baeckerei-kolb.de
www.cubus3-gmbh.de
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