Reportage
Umsatz auf Touren bringen
Mit einem Verkaufsfahrzeug und einem Filialnetz ist Bäcker Werner Schrader an vielen Orten Niedersachsens eine feste Größe
Von Hans-Jörg Werth
Bäcker Schrader gibt einen aus – und das gleich in mehrfacher Weise. Der Familienbetrieb im niedersächsischen Apensen, nahe Buxtehude, nimmt nicht nur seine Werbeaktionen mit Treue- und Sammelkarten für die Kunden mit Ernst – auch bei der Qualität der Brot- und Backwaren wird allen Käufern ein „5 Sterne“-Angebot schmackhaft präsentiert. Der Filialist mit dem zweiten Geschäftsstandbein als „mobiler Bäcker“ gehört zum bundesweit exklusiven Kreis von 5-Sterne-Bäckereien, die die Messlatte von Backwarenqualität, Produkt- und Warenpräsentation, Service, Freundlichkeit sowie Fachkompetenz und Gesamteindruck besonders hoch gelegt haben.
Für Expansion gerüstet
„Wir werden regelmäßig durch Profi-Testeinkäufer geprüft“, freut sich Vertriebsleiterin Nadja Schrader über soviel Anerkennung. „Die Leistung muss stimmen,“ sagt Nadja Schrader knapp, und weiß das dann mit entsprechenden Werbeauftritten auch selbstbewusst und mit Humor zu kommunizieren. „Große Klappe, viel dahinter“ steht auf dem jüngst erworbenen Verkaufswagen des Schrader-Teams. „Wir wollen damit auf sympathische Weise auffallen und einen Schmunzeleffekt bei den Leuten erzielen“, meint Nadja Schrader. Mit der zügigen Expansion des Betriebes auf aktuell 20 Kräfte in der Produktion und etwa 80 Verkäuferinnen scheint das gelungen.
„Wir haben unsere Produktionsflächen von 300 auf 1000m² vergrößert, die Plattenöfen zum Teil erneuert, computergesteuerte Kühlräume und verarbeiten etwa acht Tonnen Mehl in der Woche“, sagt Backstubenleiter Carsten Uhr nicht ohne Stolz. Das Potenzial für höhere Produktionszahlen sei jedenfalls auf lange Zeit gesichert, meint der Produktionsleiter. Weitere Ladengeschäfte oder mobile Verkaufsfilialen könnten demnach folgen.
„15 Filialen sind es bis heute“, so der Firmenchef Werner Schrader. Wenn Lage und Kondition stimmen, greift der Bäckermeister zu. Erst kürzlich bot sich über einen befreundeten Bäcker, der in den Ruhestand wechselte, der Kauf einer neuen Filiale mit besagten vergrößerten Produktionsräumen an.
Der vorhandene technische Maschinenpark wurde in Teilen übernommen bzw. auf den aktuellen Stand gebracht. Zugleich erwarb Inhaber Werner Schrader gleich noch das Geschäftsmodell einer bereits eingeführten mobilen Verkaufstour über die Dörfer mit.
Ein großer Vorteil: „Die Überlandtour von Dienstag bis Samstag konnte ohne größere Einarbeitung übernommen werden, da der alte Fahrer zugleich der neue beim Bäckerteam Schrader ist.“ Das läuft so gut, dass sich Nadja Schrader nach eigener Aussage auch die Ausweitung des Mobilgeschäftes gut vorstellen kann. Weitere nützliche Informationen zum Spezialgeschäft des mobilen Verkaufens von Brot- und Backwaren eigneten sich Firmenchef Werner Schrader und seine Mitarbeiter über den Borco-Höhns Seminar- und Schulungsleiter Hans-Jürgen Beyer an.
Planung der Verkaufstouren
Borco-Höhns vermittelt seinen Kunden in Spezialseminaren alles, was zum erfolgreichen Geschäftsaufbau wertvoll und nützlich ist. Die Themen bei diesen Veranstaltungen reichen von der gezielten Kundengewinnung, werblichen Maßnahmen und Personalschulungen bis zur optimalen Warenpräsentation. Das Seminarangebot „Wie baue ich mir ein mobiles Geschäft auf oder wie plane ich meine Verkaufstour“ kann dabei durch Borco-Höhns-Fachberater, aber auch von Kooperationspartnern vermittelt werden. Beim Rotenburger Fahrzeugwerk wurden auch zwei alte Verkaufswagen, die vom Vorgänger übernommen werden mussten, in Zahlung gegeben für einen ganz neues Verkaufsmobil, ausgestattet mit einigen speziellen Extras.
Die Vorzüge des flexiblen Verkaufens mir einer rollenden Filiale nutzt Bäcker Schrader auch am Sonntag. „Dann stehen wir an einem zentralen Ort im Alten Land.“ „Stabil, gutes Handling, einfach zu rangieren“, beschreibt Juniorchefin Nadja Schrader die Vorzüge des Verkaufswagens. Alle Verkäuferinnen hätten einfach Spaß daran, mit dem Verkaufsfahrzeug über Land unterwegs zu sein.
Die Bäckerei Schrader ist ein richtiger Familienbetrieb. Neben Tochter Nadja ist auch Sohn Alexander eine feste Größe für Werner und Ute Schrader im Firmenkonzept. Der Bäckermeister macht gerade einen betriebswirtschaftlichen Abschluss zum Bachelor in Lüneburg, um dann ebenfalls in den Betrieb einzusteigen.
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