Tradition, Emotion und Kommunikation
1. Marketingtagung des BIV Niedersachsen/Bremen – eine Ideenbörse bietet Anregungen zur Profilierung
Verden (uls). Tradition, Emotion und Kommunikation – unter diesen Stichworten lässt sich die „1. Niedersächsische Marketingtagung“ des Bäckerinnungsverbands Niedersachsen/Bremen zusammenfassen. Auf dieser Ideenbörse rund ums Marketing wurden den Kollegen aus dem Bäckerhandwerk zahlreiche Möglichkeiten präsentiert, sich gegenüber den Mitbewerbern aus Handel und Industrie zu profilieren. Dabei wurde einmal mehr deutlich: Wer nicht wirbt, stirbt und auch Mittelmaß ist mittelfristig tödlich.
Tue Gutes und sprich darüberHarald Winkler aus Lehrte (www.wimakom.de), selbstständiger Marketingspezialist für die Bäckerbranche, stellte in seinem Referat klar, wie wichtig Kommunikation mit den Kunden ist. Nach dem Leitspruch „Tue Gutes und sprich darüber“ animiert er dazu, Vorzüge der eigenen Firma, Spezialitäten, hochwertige Zutaten oder ruhig auch soziales Engagement in der Region ja nicht in den Schatten zu stellen.
Ganz im Gegenteil: Was den Insidern im Geschäft schon lange bekannt ist, wissen vielleicht sogar Stammkunden noch nicht. So sollte diese Kommunikation am besten permanent und regelmäßig stattfinden. Als ein erfolgreiches Mittel dafür stellt er Kundenzeitschriften vor, die er Bäckereien liefert. Die redaktionelle Arbeit für so etwas geht nicht „nebenher“. So ist es eine praktikable Arbeitsteilung, wenn der Bäcker „auf Zuruf“ die Themen liefert – den Rest, die Texte, Bilder und die Produktion übernimmt Winkler.
Was gibt es dann Eindrucksvolleres für die Bestätigung solcher Werbemaßnahmen, wenn Torsten Hacke (www.your-sign.net/kunden/baeckerei-hacke), Bäckermeister aus Ahnsen und Chef einer erfolgreichen Bäckerei, den Erfolg seiner Kundenzeitschrift herausstreicht. Nach Erhöhung seiner Ausgaben für Marketing in diesem Jahr von zwei auf vier Prozent hat er 18 Prozent Umsatzzuwachs realisiert! Bei Hacke geht die Rechnung mit der Kundenzeitschrift also auf! Allerdings schaffte er es auch regelmäßig in die Tageszeitung – nicht nur mit Anzeigen. In der Presse werden die zahlreichen Aktionen und Informationen seines Unternehmens immer wieder aufgegriffen. So macht Hacke als regionaler Bäcker vor Ort permanent von sich reden. Er sponsert zum Beispiel den Kindergarten und Rockkonzerte oder initiiert Gewinnspiele mit der „Schatzsuche im Brötchen“. Außerdem nutzt er die Herkunft der eingesetzten Rohstoffe, um sich in Szene zu setzen. So werden Ausflüge zu den Bauern organisiert, von denen Hacke Mehl oder Milch bezieht. Und egal, was passiert, es wird werbewirksam publik gemacht!
Mittelmaß vermeidenUlrich Stökle (www.baeckerei-beratungen.de), Berater für Bäckereien, weist auf die gefährliche Mittelmäßigkeit hin – nicht nur bei der Qualität der Produkte. „Wer nur so „lala-Ware“ in nichtssagendem Ambiente präsentiert, muss höllisch aufpassen, nicht unter die Räder zu geraten.“ Vor allem das Personal macht den Unterschied zum Discounter. Hier sollte verstärkt investiert, motiviert und auf Kompetenz geschult werden.
Trümpfe des BäckerhandwerksAuch Mario Töpfer, Fachjournalist für Marketing (www.mt-medien.com), gab einige Anregungen, um gegen die Aldi & Co. bestehen zu können:
Zurück zur Bäckertradition! Allein der Name „Holzofenbäckerei“ sei für Kunden attraktiv.
Emotionen ansprechen! Manchmal genügen bereits fantasiereichere Namen anstatt „normale“ Schnittbrötchen. Wichtig ist die Geschichte zum Produkt.
Außerdem kann man mit Ladenbacken „Action“ und Frische bieten.
Die Warenpräsentation sollte immer attraktiv sein!
Snacks Kaffee und Co. haben Umsatz- und Profilierungspotenzial
Die Mitarbeiter sind das A und O! Sie sollten die Kommunikation mit den Kunden aufrecht praktizieren und kompetent und freundlich beraten.
Als Denkanstoß gab Töpfer den zahlreich erschienen Kollegen noch mit auf den Weg: Das Butterbrot, quasi der Ursnack, werde in den Bäckereien sträflich vernachlässigt …
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