Reportage

Teigmacher immer bestens versorgt

Mehl und Wasser werden in der Bäckerei Lieberwirth, Leubsdorf, mit neuen Silotechnik zuverlässig dosiert / Verwiegestation mit Rezeptcomputer


Von Margitta Pötzsch

Die Brüder Udo und Jörg Lieberwirth haben im August 2007 ihre neue Bäckerei im Gewerbegebiet ihres Heimatortes Leubsdorf nahe dem sächsischen Freiberg in Betrieb genommen. Einen reibungslosen Start der täglichen Produktion sichert seitdem zuverlässig die neue Siloanlage mit Wasserdosiergerät sowie Verwiegestation und Rezeptcomputer der Firma HB-Technik aus Schwanenstadt (Österreich). Der Mehlverbrauch der Bäckerei liegt heute bei rund 30 Tonnen im Monat, wobei eine moderate Steigerung durchaus noch geplant ist.

Silos im Gebäude

Für die zwei Euronorm-Innensilos aus Edelstahl für zehn Tonnen Weizen- und vier Tonnen Roggenmehl wurde beim Neubau gleich ein separater Raum geplant. Befüllt werden sie über eine Rohrleitung, die Anschlüsse dafür wurden ins Gebäudeinnere verlegt, damit sie sicher sind vor eventuellen Manipulationen durch fremde Personen, wie Produktionschef Udo Lieberwirth erläutert.

Das Mehl wird mit einem Gebläse in die Silos eingeblasen. Über Mehlstaubfilter muss die überschüssige Luft wieder austreten können. Diese bedecken als großer Flächenfilter die Silos, und dem Produktionschef gefällt diese Lösung besser als die der alten Anlage mit Filtersäcken, die neben den Silos hingen, weil die Flächenfilter keinen zusätzlichen Platz beanspruchen.

Wenn Mehl entnommen wird, sorgt das Fließbett am Siloboden für den ungehinderten Fluss des Mehles zum tiefsten Punkt des Silos, den Austragsschacht. Das Belüftungssystem des Fließbettes verhindert auch die Bildung von Mehlkegeln in den Siloecken und das Mehl wird durch intensives Auflockern mit Sauerstoff angereichert.

Zusätzliche Siebmaschine

Die vom Teigmacher angeforderte Mehlmenge wird automatisch in die Behälterwaage befördert. Als Sicherheitsplus haben Lieberwirths eine Rohrsiebmaschine in die Förderleitung integrieren lassen, bislang mussten sie bei der täglichen Reinigung aber noch keine Fremdkörper oder Ungeziefer im Abscheidesieb entdecken. Der Wiegebehälter befindet sich an der Wand der Teigstation und ist standardmäßig mit Waagegalgen ausgerüstet.

Auch hier verhindert ein Druckfilter, dass Mehlstaub mit der entweichenden Förderluft in die Produktionshalle gelangen kann. Ein Drehrohr mit einem Schwenkbereich von 360 Grad ermöglicht die Beschickung mehrerer fest mit dem Kneter verbundener und natürlich der ausfahrbaren Knetkessel.

Zur HB-Anlage gehört auch das automatische Wasserdosiergerät HB 11 C mit Anschlüssen für Warm- Kalt- und Eiswasser, das computergesteuert die erforderliche Wassermenge in der gewünschten Temperatur liefert.

Die Armaturen neben der Behälterwaage wurden in einem glatten Edelstahlgehäuse verborgen, an dem sich kaum Staub festsetzen kann.

Mit dem Rezeptcomputer HB 18 mit farbigem Touchscreen steuert der Teigmacher die Silo- und die Wasserdosieranlage. Auch der Lagerstand in den Silos wird mit Hilfe des Computers kontrolliert. Zudem lassen sich in diesem für kleinere Handwerksbetriebe prädestinierten Computer bis zu 200 Rezepturen speichern und für die jeweils zu produzierende Menge berechnen. 28 Rezept-Speicherplätze sind bei Lieberwirth bis heute schon belegt.

Außer Mehl und Wasser werden die anderen Zutaten von Hand zugegeben, wie z. B. der traditionell hergestellte Sauerteig, dessen Konsistenz für eine automatische Dosierung nicht geeignet ist. Außerdem könnten an solch einen Rezeptcomputer noch zwei weitere Silos und zwei weitere Waagen – z. B. eine HB-Zutatenwaage – angeschlossen werden.

Wachstum angepeilt

Als die beiden Brüder den Familienbetrieb vor rund fünf Jahren übernahmen, setzten sie auf kräftiges Wachstum. Die Zahl der Filialen und Mitarbeiter sowie der Umsatz wurden bereits verdoppelt.

In einem Umkreis von 40 Kilometern werden heute die Back- und Konditoreiwaren der Bäckerei Lieberwirth verkauft, darunter auch in den Städten Chemnitz und Freiberg. Heute haben Lieberwirths mit 14 Filialen bereits einen Großteil ihres Zieles von rund 20 Filialen realisieren können.

Die Ehefrauen der beiden Betriebsinhaber arbeiten als Leiterinnen der Konditorei bzw. des Verkaufs in dem modernen Unternehmen mit.


Artikel vom 09.05.2008
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