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Energiespar-Potenziale nutzen: HWK-Experte gab wertvolle Tipps – Reduzierte Steuer- und Stromtarife

Dipl-Ing. Wilhelm Scheuerlein (rechts) gab den Erlanger Innungsbäckern (links OM Jochen Meyer) wertvolle Energiespartipps. Foto: Buchmann Foto: Buchmann
Korrekte Bestandsaufnahme
Vor Mitgliedern der Bäckerinnung Erlangen rief der Referent zur Selbstprüfung auf: Voraussetzung für Energiesparerfolge ist eine saubere Bestandsaufnahme. Also: Kennzahlen bilden – z.B. Energieverbrauch pro Tonne Mehl oder Belastung nach Backfläche. Der Einbau von Betriebsstundenzählern an den Maschinen ermöglicht regelmäßige Erfassung und Transparenz des Verbrauchs. Im „Haus des Handwerks“ gab Scheuerlein den Bäckern viele Tipps, um den Verbrauch durch kleine oder umfassende technische Maßnahmen zu senken (siehe Kasten unten).
Unglaublich findet der Experte, wie wenig Bäckereien z. B. die Möglichkeit nutzen, den ermäßigten Steuersatz auf Strom – 1,23 ct/ kWh statt 2,05 ct/kWh – zu beantragen. Das lohne sich ab einem Verbrauch über 25.000 kWh. Der Antrag muss beim Hauptzollamt gestellt werden; die Einsparung beträgt z.B. bei 100.000 kWh Verbrauch im Jahr über 600 Euro.
Ermäßigte Steuersätze
Und: Betriebe, die durch die Stromsteuer mehr be- als durch die Senkung der Lohnnebenkosten entlastet werden, können eine Rückvergütung von Strom- und Mineralölsteuer beantragen – sogar rückwirkend fürs Vorjahr. Scheuerlein bot Hilfe über ein spezielles Rechenprogramm der Kammer an: „Lassen Sie uns Daten zukommen.“
Wichtig ist, den Stromeinkauf zu optimieren. Wer etwa einen zweiten Zähler für eine Wärmepumpe für den Wärmestrom installiert und dadurch unter die Grenze von 100.000 kWh für Licht- und Kraftstrom fällt, kann vom Sondervertragskunden- in den normalen Gewerbetarif wechseln, was zu einem Durchschnittspreis von 14,37 statt 19,03 ct/kWh führt.
Da ein Drittel der Energie in Bäckereien fürs Kühlen und Gefrieren verbraucht wird, riet der Experte, auch auf Kleinigkeiten zu achten – etwa dass Kühlraumtüren stets geschlossen oder Beleuchtungen abgeschaltet werden. Allein das Absenken der Temperatur im Umfeld der Kühlanlage um 1°C spart 4 Prozent Energie. Und moderne Verbundanlagen arbeiten mit nur 50 Prozent der altgewohnten Kälteleistung.
Ihre Backöfen sollten die Bäcker laut Scheuerlein möglichst immer ganz auslasten. Denn ein nur halb belegter Ofen brauche 20 Prozent mehr Energie als ein voller (im Verhältnis zur gebackenen Ware); bei nur 25 Prozent Belegung sind es gar 50 Prozent mehr. Für viele Energiesparmaßnahmen bestehen Fördermöglichkeiten (z.B. KfW-Energieeffizienzprogramm oder Öko-Investivkredit der LfA). Nähere Informationen dazu gibt es bei den Handwerkskammern.
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