Ernährungs- & Warenkunde

Studie zu Ballaststoffen

Vollkornprodukte schützen nur bedingt vor Darmkrebs


Boston (ke). Wer täglich sehr viel Ballaststoffe zu sich nimmt, hat ein ähnlich hohes Risiko, an einem Dickdarmkrebs zu erkranken, wie Personen mit nur geringem Verzehr von Ballaststoffen. Das ist das Ergebnis einer Auswertung von 13 wissenschaftlichen Studien in Nordamerika und Europa, in denen die Ernährungsgewohnheiten und die Darmkrebsrate bei mehr als 725.000 Menschen untersucht wurde. Mit dem Ergebnis widersprechen amerikanische Wissenschaftler von der Harvard-Universität in Boston der bislang weit verbreiteten Annahme, wonach Ballaststoffe aus Gemüse oder Getreide das Darmkrebsrisiko senken können.

Als Ballaststoffe werden pflanzliche Fasern bezeichnet, die der menschliche Körper unverdaut wieder ausscheidet. Sie kurbeln allerdings die Verdauung an und gelten deshalb als gesund. Die wichtigsten Faserlieferanten sind Vollkornprodukte, Obst und Gemüse - darunter vor allem Hülsenfrüchte. Vermutet wurde, dass Menschen, die sich bevorzugt von solchen Produkten ernähren, unter anderem durch die beschleunigte Verdauung ihr Risiko für Dickdarmkrebs verringern könnten. Auch wenn sich dies jetzt nicht bestätigt hat, sei es trotzdem empfehlenswert, möglichst viele pflanzliche Faserstoffe mit der Nahrung aufzunehmen.


Artikel vom 12.01.2006
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