Reportage

Speiseeis und Backkultur

Sigep in Rimini mit steigenden Besucherzahlen / Deutsche Bäcker-Nationalmannschaft steht beim Sigep Bread Cup auf dem Treppchen


Rimini/Italien (dk). Mit einem erneuten Besucherzuwachs schloss die Sigep, Internationale Fachmesse für Speiseeis, Konditorei und Bäckerei, im italienischen Rimini nach fünf Messetagen ihre Pforten. Mit einem Plus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zählte die Messe über 96.000 Fachbesucher, die sich auf 90.000 m² über die neuesten Produkte der 720 Aussteller informierten. Der Schwerpunkt der Messe liegt eindeutig auf dem Thema Speiseeis, dem allein 5 der 14 Ausstellungshallen gewidmet waren. Aber auch zu Kaffee und der feinen italienischen Konditorei mit opulenten Geschenk- und Verpackungsvorschlägen sowie in einer Halle für Bäckereizubehör konnte sich der Fachbesucher informieren.

#BL3Gerade zum Thema Speiseeis wird dem Besucher auf der größten europäischen Messe mit diesem Schwerpunkt eine riesige Auswahl an Maschinen, Aromen, Bindemitteln, Dekor, Vermarktungskonzepten und Café-Ausstattungen geboten. Und natürlich werden hier auch die neuesten Geschmacks- und Präsentationstrends sichtbar. Gerade diese Vielfalt macht die Sigep auch für einen deutschen Bäcker oder Konditor interessant, der für sich die Möglichkeiten ausloten möchte, die Speiseeis im Hinblick auf Herstellung und exklusive Vermarktung bietet.

Hier ist er im Gelato-Mutterland natürlich genau richtig, denn in Rimini informieren sich auch die italienischen Eiskonditoren. Vor allem werden hier Kreationen gezeigt, die für den deutschen Geschmack vordergründig vielleicht noch sehr exotisch wirken, aber schon in einem Jahr nördlich der Alpen zum großen Renner werden können.

Aus diesem Grund unterstützen die Allgemeine BäckerZeitung (ABZ) und die KoCa (Konditorei & Café) die Messe, indem sie unter ihren Lesern je einen mehrtägigen Aufenthalt auf der Sigep in Rimini verlosen. Die Reise der ABZ hat in diesem Jahr Bäckermeister Gerhard Zoller gewonnen, der Seniorchef der gleichnamigen Bäckerei in Esslingen. Gereizt habe ihn die Messe schon seit 20 Jahren, wie er gegenüber der ABZ betonte, aber jetzt habe er die Möglichkeit genutzt, sich ausführlich über Eis- und Kaffeekonzepte zu informieren. KoCa-Leser Michael Weiss, Konditormeister und diplomierter Ernährungswissenschaftler aus der gleichnamigen Konditorei in Friedrichshafen am Bodensee, ist schon fast ein alter Hase auf der Messe. Er nutzte den Gewinn der Leserreise für seinen nun dritten Besuch auf der Sigep.

Zu den Highlights der Messe zählen auch die verschiedenen internationalen Wettbewerbe, wie beispielsweise die Speiseeisweltmeisterschaften und der zum vierten Mal veranstaltete Sigep Bread Cup. Mitveranstalter des Bread Cups ist die im italienischen Ravenna ansässige Vereinigung Club Arti & Mestieri, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Kultur der handwerklichen Bäckerei und Konditorei zu fördern. Sie hat es auch in diesem Jahr wieder geschafft, zehn internationale Teams zu mobilisieren, die sich an vier Tagen unter dem Thema „Handwerklich hergestelltes Brot – Sicherheit für die Zukunft“ in fünf Disziplinen gemessen haben. Für die Wettbewerbsteilnahme hat der Club sehr gute Voraussetzungen geschaffen: Die Teams arbeiten hinter dörflichen Fachwerkkulissen in gut ausgestatteten Backstuben. Als Gewinn winken den Erstplatzierten dieses internationalen Wettbewerbs neben Ehre und Pokal auch stattliche Geldpreise. Gerade letzteres ist für die Teilnehmer wichtig, müssen sie doch über eine Woche Urlaub nehmen, um in Rimini dabei zu sein, von den Investitionen gar nicht zu reden.

Das zum vierten Male teilnehmende deutsche Team mit den Bäckermeistern Eva-Maria Kientz, Gerhard Gröber, Siegfried Brenneis und Teambegleiter/Kapitän Hans Langer war auch bei diesem Wettbewerb wieder sehr erfolgreich. Mit ihrem zweiten Platz hinter Ungarn und noch vor Australien schlossen sie nahtlos an ihre Spitzenleistung von 2008 an, wosie ganz oben auf dem Treppchen standen. In 2009 mussten sie als Vorjahressieger beim Wettbewerb aussetzen. Das Leistungsniveau der Teams ist sehr hoch und professionell, wie sich ABZ-Fachredakteur Dieter Kauffmann als Jury-Mitglied selbst überzeugen konnte: Kleinste Fehler entscheiden über Sieg und Niederlage. Dieses Mal fehlten nur wenige Punkte für den Gesamtsieg der deutschen Mannschaft. Die Jury stark beeindruckt hat das deutsche Schaustück, das den Wert des täglichen Brotes im Kontext zum Gebet des „Vater unser“ darstellt.


Artikel vom 10.02.2010
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