Unternehmensfuehrung
So profitieren Sie im Web 2.0
Bäcker steigern in sozialen Netzen ihren Bekanntheitsgrad und gewinnen so Kunden. Ein Berliner Meister macht es vor.
Von Manfred Fischer
Karsten Berning ist drin. Seit Mai dieses Jahres nutzt der 36-jährige Bäckermeister das Web 2.0 für sein Marketing. Und das gezielt. Berning, der in vierter Generation einen Betrieb in Berlin führt, knüpft Kontakte in zwei sozialen Netzen: Facebook und Xing.
"Über Facebook erreiche ich Verbraucher, und ich kann auch junge Leute abholen", erklärt er. 47 "Freunde" – Community-Mitglieder, die seine Facebook-Seite regelmäßig besuchen – zählt er. Es sind größtenteils "junge Eltern, die mit ihren Kindern bei einer unserer Veranstaltungen in der Bäckerei waren."
Ein-, zweimal pro Woche füttert er seine Facebook-Seite mit ein paar Zeilen oder Fotos. "Das kostet mich nichts, der Streuverlust ist gleich Null." Zudem guckt er immer wieder mal, was der Konkurrenz auf Facebook einfällt. "Ich lasse mich inspirieren", schmunzelt er. Noch zäh läuft´s auf Xing. In dem Netzwerk zur Anbahnung von Kontakten mit Geschäftskunden, wirbt der junge Unternehmer mit Referenzen. Konkrete Angebote? "Noch keine."Was können sich Bäcker vom Web 2.0 erwarten? Der Münchner Kommunikationsberater Thomas Euler nennt drei Effekte. "Betriebe erhalten über soziale Netze mehr Aufmersamkeit und können ihre Reputation steigern", betont der Experte. Gerade Bäckereien könnten so "neue Kundenbeziehungen aufbauen und bestehende festigen". Darüber hinaus eröffneten sich über die Netzwerke neue Geschäftsmöglichkeiten. Als Beispiel nennt Euler "Vertriebskanäle". Schließlich biete das Web 2.0 die Chance, dass Blogger oder die Presse als "Mulitplikatoren" Botschaften weiter verbreiten.
Schritt für Schritt
Um all das erreichen, sollten Handwerksunternehmer von Anfang an ein klare Strategie verfolgen. Der Experte der Münchner Agentur Eck empfiehlt:
Schritt I: Finden Sie heraus, was über Ihren Betrieb im Web gesagt wird. Taucht der Name in Bewertungsportalen wie qype oder yelp auf? Was schreiben Blogger über Sie? Checken Sie "Google Alerts" und nutzen Sie die Blog-Suche.
Schritt II: Klären Sie, wo das größte Potenzial liegt. Welche Kunden wollen Sie verstärkt ansprechen? Wählen sie passend zur Kundenstruktur das Netzwerk aus.
Schritt III: Nutzen Sie für Ihre Botschaften die Möglichkeiten des Web 2.0. Zeigen Sie, was Sie können, mit Videos, Podcasts, Fotos.
Schritt VI: Stoßen Sie bei Facebook und Co. auf große Resonanz, kann es sich lohnen, einen eigenen Blog zu starten. Für den Anfang reicht eine kostenlose Lösung wie wordpress.com.
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