Aus- & Weiterbildung

Sehr schmackhaft und liegt im Trend

Bäko Saar-Pfalz-Seminar zu kohlenhydratbewusster Ernährung: Slow-Carb-Produkte vorgestellt


Homburg/Saar (gal). Es ist ein neuer Trend. Der kommt – wie gewöhnlich – aus Amerika. Low-Carb nennt sich die neue Ernährungsbewegung, die in den USA bereits sehr viele Anhänger hat, darunter viele Prominente. Kein Wunder, dass man hierzulande insbesondere aus Frauenzeitschriften davon erfahren hat. Dahinter verbirgt sich jedoch offenbar mehr als eine bloße Mode. Die Ernährungswissenschaftlerin Anja Voigt informierte jetzt in den Räumen der Bäko Saar-Pfalz in Homburg/Saar über die fundierten wissenschaftlichen Zusammenhänge von Low-Carb und deren Anwendung in den Produkten der Firma Plange, Neuss, unter dem Namen „Slow-Carb“. Rund 60 Zuhörer aus dem Bäckerhandwerk konnte Bäko-Geschäftsführer Rainer Vollmar begrüßen. Bernd Ginader, Oliver Sanktjohanser und Bäckermeister Heinz-Josef Brendel, alle Repräsentanten der Georg Prange KG, stellten weitere, vor allem neue Produkte im Rahmen einer Backvorführung vor.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch Low-Carb beziehungsweise Slow Carb. „Carb“ ist die Kurzform für englisch „carbohydrates“, Kohlenhydrate. „Low“ heißt niedrig und „slow“ heißt langsam. Bei dem neuen Ernährungskonzept kommt es auf die Qualität der Kohlenhydrate an. Laut Anja Voigt gibt es verschiedene Arten. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Einfachzuckern, die schnell ins Blut gehen, einen erhöhten Insulin-Ausstoß bewirken und dann Heißhungerattacken auslösen können. Je weniger dieser leicht verfügbaren Kohlenhydrate (auch Netto-Kohlenhydrate oder „Net-Carbs“ genannt) aufgenommen werden, desto besser.

Der Ausdruck Slow-Carb deutet an, dass in dem entsprechenden Lebensmittel Kohlenhydrate vorkommen, die den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen. Slow-Carb-Produkte haben einen hohen Anteil an Ballaststoffen und Eiweiß. Sie sorgen für eine gute Sättigung. Dies hält den Stoffwechsel aktiv, ohne wie bei Einfachzuckern das Anlegen von Fettpolstern zu fördern. Im Gegenteil: Mit kohlenhydratarmer Ernährung kann der Abbau von Fettpolstern unterstützt werden. Deshalb ist dieses Ernährungskonzept ideal zum Abnehmen im Rahmen einer Diät, die eine eiweißreiche und kohlenhydratreduzierte Ernährung empfiehlt und speziell geeignet für Figur und Fitness bewusste Verbraucher, die Wert auf eine ausgewogene Ernährung legen. Kurz: Die „langsamen“ Kohlenhydrate sind gesund. Anja Voigt wies eigens auf den Vorteil für Zuckerkranke hin. „Für jeden Diabetiker heißt das: Er kann mehr essen“, sagte sie. Ein Slow-Carb-Brot weist nämlich weniger Broteinheiten als herkömmliche Brotsorten auf.

Die Firma Plange hat ein Ballaststoffkonzentrat aus Weizen, Erbse und Apfel entwickelt (eine 50%-ige Vormischung). Die Erbsenballaststoffe sind reich an Proteinen, die Apfelballaststoffe sorgen für eine sehr gute Frischhaltung und geben einen feinen Geschmack.

Das damit gebackene Brot zeichnet sich durch folgende Eckdaten aus: 57 Prozent mehr Eiweiß im Vergleich zu Weizenmisch- oder Roggenbrot, 25 Prozent mehr Ballaststoffe im Vergleich zu Vollkornbrot und 37 Prozent weniger Nettokohlenhydrate im Vergleich zu Weizenmisch- oder Roggenbrot. „Die Slow-Carb-Brote und -Brötchen schmecken und liegen im Trend“, befand Anja Voigt und ist überzeugt: „Das ist ein steigender Markt.“


Artikel vom 06.07.2005
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