Ernährungs- & Warenkunde

Schimmelpilzgifte im Visier

Neuartiges Verfahren zur Früherkennung vorgestellt


Bremerhaven (tkl). Ein neuartiges Verfahren zur Früherkennung von Schimmelpilzgiften in Milch und Kaffee wurde unlängst am Technologie-Transfer-Zentrum (ttz) in Bremerhaven vorgestellt. Entwickelt wurde es im Rahmen des Projektes „Mycoplex“, für das teilweise auch finanzielle Mittel der Europäischen Union geflossen sind. „Frühzeitige Erkennung“ – das bedeutet in diesem Fall, dass schon geringste Mengen des Giftes Mykotoxin gefunden werden können, das von Schimmelpilzen wie Penicillium oder Aspergillus freigesetzt wird. Es kann schwere Krankheiten übertragen und ist nicht zuletzt für Kinder gefährlich.

Dank des neuen Verfahrens sind ein hundertmillionstel Gramm in einem Kilogramm Kaffee oder Milch feststellbar – und dieser Wert liegt sogar unter der von der EU vorgegebenen Schwelle. „Diese Detektierung äußerst geringer Konzentrationen von Mykotoxinen“, erläutert Projektleiterin Maria Bunke vom ttz, „hat entscheidende Vorteile: Die Sicherheit für den Verbraucher steigt. Hinzu kommt, dass die Industrie größere Verluste in der Produktion vermeiden kann, wenn Kontaminationen mit Schimmelpilzgiften frühzeitig erkannt werden.“ So könnten rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden, fügt Frau Bunke hinzu. Sie vermutet, dass die EU demnächst die Richtlinien zur Verbesserung der Verbrauchersicherheit erneut verschärfen wird; diese wurden erst 2002 aktualisiert.

Nach zwei Jahren Forschung und Entwicklung – beteiligt waren acht europäische Partner – wurde ein Prototyp geschaffen, der voraussichtlich 2007 auf den Markt kommen wird. Nach ttz-Angaben erfüllt der Prototyp mehrere überzeugende Kriterien. Er ist einfach zu handhaben. Zur Messung braucht man keine teuren Laborgeräte, und der Zeitaufwand für das Vorbereiten einer Probe und die Analyse beträgt weniger als 90 Minuten. Die Kosten des Testkits liegen unter 50 Euro und reichen für 48 Proben in Doppelbestimmung. Wichtigster Pluspunkt ist jedoch, dass Mykotoxinkonzentrationen weit unterhalb des EU-Grenzwertes erkannt und quantifiziert werden können.


Artikel vom 16.02.2007
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