Ernährungs- & Warenkunde
Rapsmehl ohne Bitterstoffe
Neue Proteinquelle aus transgenen Pflanzen
Halle (ke). Wissenschaftlern des Leibniz-Institutes für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle (Saale) ist es gelungen, Gene für Enzyme aus Raps (Brassica napus) zu isolieren, die für die Synthese von phenolischen Bitterstoffen im Samen verantwortlich sind. Diese Gene wurden genutzt, um transgene Rapssorten herzustellen, in deren Samen die Bitterstoffsynthese um etwa 80 Prozent reduziert ist.
Wie es von Seiten der Landesregierung heißt, sei Raps eine Pflanze mit weit unterschätztem Potenzial. Ihr Samen enthält jede Menge Protein, das reich an seltenen Aminosäuren ist. Nach dem Auspressen der Samen entsteht ein reichhaltiger Presskuchen, der als Nahrungsmittelzusatz verwendet werden könnte. Dazu müssen jedoch bestimmte Substanzen entfernt werden, die Pressrückstand und Mehl der Samen bitter schmecken lassen, wodurch die Nutzung dieser Proteinquelle auch für die menschliche Nahrung bisher noch unbrauchbar ist.
Nach der erfolgreichen Transformation des Rapses müssen sich die transgenen Pflanzen nun im Freiland bewähren. Seit Beginn dieses Jahres kooperiert man deshalb mit Kanada, um künftig die noch ausstehenden Freilandversuche in Übersee durchführen zu lassen.
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