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Prima Figur im passenden Outfit


Die weit über 100 Jahre alte Familienbäckerei Brade präsentiert sich heute betont modern. Ein markanter Neubau mit großen Glasfronten am Rand der sächsischen Industriestadt Riesa beherbergt Produktion, Hauptgeschäft und ein Panoramacafé mit rund 60 Sitzplätzen. Zehn Filialen im Umkreis von 25 Kilometern werden betrieben, das Unternehmen ist weiterhin auf moderates Wachstum programmiert. Dabei mussten Brades nach dem verheerenden Elbehochwasser im Sommer 2002 fast wieder bei Null beginnen. Vor dem Hochwasser war die Bäckerei Brade stark im Liefergeschäft, rund 40 Prozent des Umsatzes wurde über Lieferungen realisiert.

Auf einen perfekten Firmenauftritt nach außen, eine einheitliche, geschlossene Linie mit hohem Wiedererkennungswert haben Matthias und Steffi Brade, die inzwischen von Sohn René Brade bei der Geschäftsführung unterstützt werden, von Beginn an Wert gelegt.

Seit der Wende werden die Verkäuferinnen mit einheitlicher Berufskleidung ausgestattet. Nicht fehlen darf auch das Namensschildchen mit Hinweisen wie „Lehrling“ oder „neu im Team“, damit der Kunde im Fall der Fälle einmal Verständnis für einen kleinen Fehler haben kann. Es gab Schürzen mit Rüschen, wie sie einst modern waren, es gab Kleider mit Schürzen und mehr. „Immer haben wir darauf geachtet, dass die Modelle farblich möglichst gut mit unserer Firmenfarbe Orange harmonieren, das waren die Farben Gelb, Grün, Weiß“, berichtet Steffi Brade.

Bäckerei-Name auf dem Rücken

Doch farblich hundertprozentig passendes Outfit für das wachsende Verkaufsteam fanden Brades erst vor zwei Jahren auf der Internorga am Stand von Marktkontor, einem Gastronomieausrüster aus Wardenburg, der auch dem Bäckerhandwerk durch seine jahrelange Partnerschaft mit den Bäko-Genossenschaften gut bekannt ist. „Die orangefarbenen Wickelschürzen hatten es uns gleich angetan, sie entsprachen genau der Farbe unseres Firmenlogos, diese Farbe hatte sonst noch kein Kleidungsunternehmen zu bieten. So sind wir eigentlich zufällig zu Marktkontor gekommen“, erinnern sich Brades.

Außer den kräftig orangefarbenen, langen Bistro-Wickelschürzen tragen die Verkäuferinnen in allen Verkaufsstellen der Bäckerei und Konditorei Brade heute weiße Poloshirts mit dem gestickten orangenen Brade-Namenszug quer über dem Rücken und – als besonderen Pfiff – eine ebenfalls orangefarbene Krawatte. Die junge Verkäuferin Verena Ackermann, die vor vier Jahren als Lehrling bei Brades begann, zeigt sich rundum zufrieden in ihrer neuen Dienstkleidung: „Sie ist bequem und modern.“ Gewiss sind nicht alle Verkäuferinnen so schlank wie Verena, doch auch Frauen von kräftigerer Statur dürften die schnörkellosen Shirts und Wickelschürzen gut passen und kleiden. Die Poloshirts bietet Marktkontor in vielen verschiedenen Größen an, enger, weiter, kürzer oder länger. Bevor es zum Abschluss des Kaufvertrages und dem Einsticken des Namenszuges kam, konnten die Verkaufskräfte von Brades sämtliche Größen probieren und die jeweils geeignete für sich auswählen.

Eine gute Lösung auf Jahre

Steffi Brade und ihr Mann sind überzeugt, nun die optimale Lösung für etliche Jahre gefunden zu haben. Auch die Kunden haben sich oft lobend über die neue Kleidung der Verkäuferinnen geäußert. Die orange-weiße Kombination sieht frisch und heiter aus, ist zeitgemäß – aber nicht betont modisch. So wird sie nicht schon nach wenigen Jahren altmodisch wirken und vielleicht ein negatives Licht auf das gesamte Unternehmen werfen. „Die Baumwollkleidung lässt sich nicht nur angenehm tragen, sondern ist auch pflegeleicht und strapazierfähig“, versichert die Meisterfrau. Und die Verkaufsleiterin Sabine Staatz fügt erklärend hinzu: „Nach dem Trocknen sollte man lediglich den Namenszug auf dem Shirt leicht überbügeln, damit er wieder glatt aussieht.“ Wer mit den drei Garnituren nicht auskomme, könne sich auf eigene Kosten noch Teile hinzukaufen, einige Verkäuferinnen hätten sich noch ein weiteres Shirt angeschafft, in der Regel kämen sie aber mit drei Oberteilen aus, so Staatz.

Hohe Eigenverantwortung

Für jede Verkäuferin wurden drei komplette Garnituren angeschafft. Darüber hinaus legten Brades für neue Arbeitskräfte, Aushilfen usw. einen kleinen Wäschevorrat in gängigen Größen in der Bäckerei an. Auf diese Weise müssen auch nicht einzelne Teile nachbestellt werden. Falls eine Neubestellung nötig wird, soll sie in wirtschaftlichen Stückzahlen erfolgen, erklärt Steffi Brade. Für tadellos saubere Berufskleidung müssen die Verkäuferinnen in Eigenverantwortung sorgen. Brades haben zuvor mit ihnen darüber diskutiert, ob die Verkaufskleidung nicht besser in die Wäscherei gegeben werden soll. Allerdings hätten sich die Verkäuferinnen finanziell beteiligen müssen. Doch laut Brades sei die Entscheidung für das Selberwaschen gefallen. In Erwägung gezogen wurde auch die Möglichkeit, die Dienste eines Wäsche-Leasingunternehmens in Anspruch zu nehmen, das nicht nur maßgeschneiderte Berufskleidung bietet, sondern diese auch wäscht, repariert und bei Bedarf gegen neue austauscht.

Regelmäßige Kontrollen

Doch nachdem sich Brades einige Angebote eingeholt hätten, seien sie zu dem Schluss gekommen, dass der Aufwand und vor allem die Kosten dafür zu hoch seien. Brades haben eigentlich von Anbeginn dafür gesorgt, Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen. Die Eigenverantwortung um die einwandfreie Berufsbekleidung wird daher von allen Seiten als Selbstverständlichkeit betrachtet.

Trotzdem spielt Kontrolle für die Unternehmenschefs eine große Rolle, zumal das Filialnetz immer umfangreicher wird. Jede Verkäuferin in den Filialen hat ihren eigenen Spind und genügend Platz, die Straßen- durch die Berufskleidung zu wechseln und so den hygienischen Erfordernissen im Verkauf Rechnung zu tragen. Steffi Brade und die Verkaufsleiterin lassen sich oft in den Filialen blicken, um Vollständigkeit und Präsentation des Angebotes, Ordnung und Sauberkeit – auch bei der Verkaufskleidung – zu prüfen. Darüber hinaus haben sie ein Profi-Unternehmen mit der anonymen Kontrolle der Filialen beauftragt, die natürlich noch viel aufschlussreicher ausfällt als die Überprüfung durch die Chefin. In regelmäßigen Schulungen, die zweimal jährlich stattfinden, werden die Kontrollen ausgewertet.

Anbieter siehe Seite 16. (pöt)


Artikel vom 12.07.2007
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