Betriebsreportage

Neubau an der B 14 lockt auch die Reisenden

Im Backhaus Licht & Wagner in Balgheim zieht man ein dreiviertel Jahr nach der Fusion eine positive Zwischenbilanz


Balgheim (kff). In Balgheim bei Spaichingen im Landkreis Tuttlingen haben zwei selbstständige Bäckermeister sich zum Backhaus Licht & Wagner zusammengetan und vor einem dreiviertel Jahr an der viel befahrenen Bundesstraße 14 ein neues Backhaus mit Ladengeschäft und Gastroback eröffnet. Die Umsatzerwartungen haben sich erfüllt und, was fast noch mehr zählt, beide Bäckermeister verspüren einen Zugewinn an Lebensqualität.

Kooperation als Anfang

Schon im Jahr 2003 hatten die beiden Bäckermeister Rudolf Licht und Helmut Wagner eine Kooperation aufgenommen. „Wir haben Produkte miteinander ausgetauscht und so eine Bündelung der Produktion in unseren Betrieben erreicht“, schildert Bäckermeister Helmut Wagner die Anfänge des Miteinanders.

Rudolf Licht und Helmut Wagner führte das zu der Überlegung, ihre Betriebe zusammen zu legen. Ihr Plan war: einen modernen Produktionsbetrieb an einem 1-A-Standort zu errichten und ihre bisherigen Stammgeschäfte als Filialen weiterzuführen. Wichtig war den Bauherren, ausreichenden Raum für Parkplätze am neuen Standort zu haben.

Konzeption

Der Gedanke, eine Metzgerei als zweites Geschäft in die Konzeption zu integrieren, wurde verworfen, als der Ladenbauer Hans G. Besch aus St. Georgen auf den Plan trat. Er war mit der Konzipierung des Ladens beauftragt und schlug bald vor, statt eines Metzgerei-Geschäfts die weitere Fläche für ein Café-Bistro zu nutzen und mit der Einrichtung eines Gastrobacks zusätzliche Kunden zu gewinnen. Weiter sollte das Gebäude zur Straßenseite möglichst offen gehalten werden, um vorbeifahrende Fahrzeuge auf die Bäckerei aufmerksam zu machen. Auch, dass eine Lkw-Standspur vor der Bäckerei konzipiert wurde, geht auf den Innenarchitekten und Ladenbauer zurück. Eine Rechnung, die aufgegangen ist. Ein „Brummi“ nach dem anderen hält vor dem Backhaus und für viele Lkw-Chauffeure, die regelmäßig diesen Abschnitt der B 14 befahren, der Tuttlingen und Rottweil verbindet, ist Licht & Wagner zu einem Stamm-Imbiss geworden.

Viel Parkraum

Auch der große Kundenparkplatz vor dem Haus hat sich als richtige Überlegung erwiesen. „Ein Blick auf die Kfz-Kennzeichen der Fahrzeuge, die hier parken, beweist, dass sehr viele außerörtliche Autofahrer bei uns Halt machen. Was sich positiv auf das Café-Geschäft auswirkt, hat aber auch noch einen anderen Nebeneffekt: der Bekanntheitsgrad von Licht & Wagner wächst über den lokalen Raum hinaus. Denn das Backhaus hat, was bei vielen Kunden begehrt, aber längst nicht in allen Bäckereien auch zu bekommen ist: Frisches Holzofenbrot.

Neue Kunden im Visier

„Wir haben schnell festgestellt, dass wir mit an diesem Standort auch ganz neue Kundenschichten erreichen“, stellt Rudolf Licht fest. Anfängliche Befürchtungen, die räumlich nicht so sehr weit entfernten drei Filialen des Backhauses könnten Verkaufs-Einbußen erleiden, haben sich für die Inhaber nicht bestätigt. Das Ladengeschäft im neuen Stammhaus mit seinem Café bringt den erhofften zusätzlichen Umsatz, und zwar in einer Größenordnung, den die beiden Bäckermeister zumindest für das erste Betriebsjahr in diesem Umfang nicht erwartet hatten.

Moderne Produktion

Die neue Backstube in Balgheim ist 400 qm groß, sehr hell und mit modernsten Maschinen und ausreichenden Kühlanlagen ausgestattet. „Das hat sich sehr positiv auf das Arbeitsklima ausgewirkt“, sagt Rudolf Licht und sein Kompagnon Helmut Wagner ergänzt, dass die Fusion für die beiden Bäckermeister noch andere Vorteile biete. „Wir sind nicht mehr wie zuvor, sieben Tage im Einsatz, denn der Betrieb läuft ja auch gut, wenn einer von uns mal nicht da ist“, sagt Wagner. Dass dies nun anders geworden ist, empfinden beide als sehr angenehm. Sie verspüren mehr Lebensqualität als zuvor.

Holzofen als Herzstück

Für das neue Backhaus wurde ein Holzbackofen gesetzt, der das Herzstück der Backstube ist. Die beiden Bäckermeister beauftragten dafür einen Ofensetzer aus Bell in der Eifel. Mit 5 qm Backfläche ist er großzügig konzipiert. Das besondere an ihm ist, dass die Grundebene aus Tuffstein besteht, während das darüber liegende Ofengewölbe aus Schamottsteinen gesetzt wurde. Die Hitze, die Tuffstein abstrahlt, ist weniger aggressiv, als die von Schamottsteinen ausgehende, was zur Folge hat, dass der Boden des Holzofenbrotes nicht zu dunkel wird, bei 300 Grad Backhitze sich die Kruste dennoch kräftig entwickeln kann.

Marktatmosphäre

Diesen Sommer hat ein Gemüsebauer vor dem Backhaus Spargel und später Erdbeeren verkauft. Für den Spätsommer liegt schon die Anfrage eines anderen Obstbauern aus der Region vor. „Da entsteht so etwas wie eine Marktatmosphäre“, erklärt Helmut Wagner, „die von den Kunden positiv aufgenommen wird“.

Marketingstrategien und ausgeklügelte Werbekampagnen stehen im Backhaus Licht & Wagner derzeit noch nicht an erster Stelle der betriebsstrategischen Überlegungen. Man kann sich leisten, auf kleiner Flamme zu werben.

Erwartungen übertroffen

Ein dreiviertel Jahr nach Eröffnung des Backhauses Licht & Wagner können die beiden Inhaber eine für sie ermutigende Zwischenbilanz ziehen: Der Zusammenschluss hat gut funktioniert, die damit verbundenen wirtschaftlichen Ziele liegen heute über den ursprünglichen Erwartungen und Licht & Wagner hat sich als neue Marke im Bäckerhandwerk rund um Spaichingen gut etabliert. Somit hat das Unternehmen insgesamt also gute Zukunftsaussichten in einem hart umkämpften Markt.

Verkaufsraum mit Flair

Ein großzügiges, offenes Konzept hat der Ladenbauer für Licht & Wagner in Balgheim realisiert. Betritt ein Kunde durch den stufenlosen Eingang das Geschäft, geht er direkt auf die Verkaufstheke zu. In ihren großen Präsentationsflächen kann er sich über das aktuelle Brot- und- Backwarenangebot ein Bild machen. Im Laden lädt ein Stehtisch zum schnellen Verzehr von Kaffee und Imbiss ein.

Der Konto-Check

Die örtliche Sparkasse hat im Laden einen Ec-Automaten mit Kontoauszugsdrucker aufgestellt, der außerhalb der Geschäftszeiten zur Straßenseite gewendet und somit von außen bedient wird. „Dem Bürgermeister war sehr daran gelegen, dass wir den Geldautomaten bei uns aufstellen lassen, denn die Sparkassen-Filiale in Balgheim war zuvor geschlossen worden und die Bürger hatten vor Ort keine Möglichkeit mehr, Bargeld abzuheben“, erläutert Bäckermeister Helmut Wagner.

Bitte Platz-nehmen

Das direkt an den Laden anschließende Café mit seinen 36 Plätzen strahlt behagliche Gastlichkeit aus. Die bis zum Boden heruntergezogenen Fenster bieten ein hohes Maß an natürlichem Lichteinfall. Die Verwendung des warmen Holztons Wildbirne für Laden und Café korrespondiert mit der Grundfarbe für die Wände, einem sonnigen Gelb, das in Wischtechnik aufgebracht wurde. Der Bodenbelag aus großflächigen Toscana-Fliesen unterstreicht das mediterrane Flair, das hier sehr gelungen umgesetzt wurde. Bei schönem Wetter kann auch eine überdachte Außenterrasse mit 16 Gästeplätzen genutzt werden.

Die reichhaltige Speisekarte des Gastro-Backs bietet durchgehend warme Speisen an. Bis in den Vormittag stehen außerdem fünf verschiedene Frühstücksangebote zur Auswahl und natürlich gibt es dazu Kaffeespezialitäten und Kaltgetränke. Darüber hinaus steht den Gästen das Sortiment aus der Kuchentheke zur Verfügung.

Weitere Infos:

Besch Laden- und Objektbau

Telefon (07724) 3487

www.besch-ladenbau.de


Artikel vom 17.08.2006
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