Rezept
Motivationsfaktor Kommunikation
Um Mitarbeiter zu motivieren, muss man mit ihnen kommunizieren, sie respektieren und ihre Arbeit wertschätzen
Von Barbara Krieger-Mettbach

Alle an einem Tisch: So können die Anliegen der Mitarbeiter sowie die Qualität der Podukte besprochen werden.
In den meisten Bäckereien sind die Zeiten vorbei, in denen Meister und Mitarbeiter zusammen am Frühstückstisch sitzen, essen und reden. Moderne Filialsysteme fordern den Bäckermeister und seine Frau eher als Manager denn als Führungskräfte in Backstube und Laden. Der persönliche Kontakt zum Personal reduziert sich auf ein Minimum. Viele Beschäftigte bemängeln daher, dass ihre Meinung im Unternehmen nicht gehört wird, oder dass sie eine Position ausfüllen, die ihnen nicht wirklich liegt.
Neben dem wirtschaftlichen Schaden für das Unternehmen ergeben sich daraus Konsequenzen für die Gesundheit des Betroffenen, etwa das Burn-out-Syndrom, resümiert Trainerin Andrea Teutenberg in dem Ratgeber „Erfolgreich führen mit Herz und Verstand“ (DLG-Verlag). Die Expertin rät Unternehmern, sich auf die jeweiligen Stärken ihrer Mitarbeiter zu konzentrieren.
Führen Sie als Unternehmer mindestens einmal im Jahr ein Gespräch mit jedem Mitarbeiter und stehen Sie zwischendurch als Gesprächspartner zur Verfügung. Richten Sie Sprechstunden zu festen Zeiten ein und reagieren Sie spontan auf dringenden Gesprächsbedarf. Nehmen Sie die Probleme Ihrer Mitarbeiter ernst. Treten Sie ihnen respektvoll gegenüber, nur dann werden auch Sie respektiert. Wählen Sie die Führungskräfte sorgfältig aus. Nicht jeder gute Bäckermeister, jede gute Verkäuferin ist kompetent. Führungskräfte fungieren als Bindeglied zwischen Unternehmer und Mitarbeiter. Sie brauchen das Vertrauen beider Parteien und müssen sich zwischen beiden immer wieder neu positionieren. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die soziale Kompetenz, Rückgrat und Zeit erfordert.
„Wir wünschen uns von unseren Mitarbeitern hohe persönliche Einsatzbereitschaft im Betrieb, behandeln sie gleichzeitig aber wie unmündige Kinder, indem ihnen einfach ,befohlen' wird“, schreibt Detlev May, Geschäftsführer der Lehr- und Versuchsanstalt e.V. Brandenburg im DLG-Ratgeber. Wie ist das in Ihrem Unternehmen? Wissen Ihre Mitarbeiter, was Sie von ihnen erwarten? Informieren Sie sie über betriebliche Veränderungen und Unternehmensziele? Falls nicht, ändern Sie das dringend. Uninformierte Mitarbeiter können sich weder mit der Bäckerei noch ihrer Arbeit identifizieren. Sie haben keine Möglichkeit, sich mit ihren eigenen Anliegen und Vorschlägen einzubringen. Nur, wenn an einem Strang ziehen, kann das Unternehmensziel erreicht werden.
Je verzweigter das Filialnetz einer Bäckerei, desto schwieriger ist es, jeden Mitarbeiter über Veränderungen zu informieren. Alle Botschaften müssen den Weg von oben nach unten finden. Überbringen Sie wichtige Nachrichten schriftlich und mündlich. Wenn Führungskräfte die Inhalte vor Ort kurz mündlich zusammenfassen, kann sich jeder Anwesende direkt dazu äußern. Danach sollte die schriftliche Info gut sichtbar an das schwarze Brett geheftet werden.
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