Ernährungs- & Warenkunde

Moderater Konsum senkt das Risiko

Neue Erkenntnisse zu Kaffee: Hilft gegen Alzheimer, Parkinson und Altersdiabetes


Garching/Münster (ppl). Kaffee ist nicht nur ein beliebtes Aufgussgetränk, sondern fördert, in Maßen genossen, auch die Entgiftung. Das haben Wissenschaftler der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie in Garching bei München und des Instituts für Lebensmittelchemie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster herausgefunden.

Schon lange bekannt ist, dass Kaffee unmittelbar nach dem Genuss die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit erhöht, die Stimmung hebt und verdauungsfördernd wirkt. Neu ist, dass ein moderater Kaffeekonsum von zwei bis drei Tassen pro Tag sogar das Risiko senken kann, an Altersdiabetes zu erkranken. Auch verschiedene Formen von Alzheimer und Parkinson lassen sich auf diese Weise reduzieren. Studien in den USA haben weiterhin erwiesen, dass durch einen moderaten und regelmäßigen Kaffeekonsum das Gallensteinrisiko um die Hälfte gesenkt werden kann.

Woher diese positiven Effekte des Kaffees kommen, ist den Forschern zurzeit noch nicht genau bekannt. Wahrscheinlich entstehen sie durch das Rösten, bei dem sich chemische Substanzen bilden, die im Körper als Antioxidantien wirken.

Antioxidantien binden so genannte freie Radikale. Das sind aggressive chemische Verbindungen, die biologisches Gewebe zerstören können. Bei Diabetes, Alzheimer und Parkinson ist bekannt, dass die Versorgung mit Antioxidantien wegen eines erhöhten Bedarfs oft nicht ausreicht. Der Konsum könnte in diesen Fällen die Auswirkungen der Erkrankungen reduzieren.

Den Wissenschaftlern ist es gelungen, im Kaffee einen wichtigen antioxidativ wirkenden Stoff zu analysieren. Das „N-Methylpyridinium-Ion“ – kurz NMP – entsteht beim Rösten und steigert die Aktivität körpereigener Entgiftungsenzyme.

Das konnten die Forscher in einer 15-tägigen Fütterungsstudie an Ratten nachweisen. Die Tiere erhielten über das Futter ein Kaffeegetränk bzw. reines NMP. Verglichen mit Tieren, die eine Standardnahrung bekamen, steigerte sich bei den „Kaffeeratten“ die Aktivität bestimmter Entgiftungsenzyme um bis zu 40 Prozent. NMP aktiviert also offenbar die Entgiftungsmechanismen im Körper.

Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass das NMP im Rohkaffee noch nicht vorhanden ist und in der Tat erst durch das Rösten entsteht. Messungen haben ergeben, dass je nach Röstdauer bis zu 70 Milligramm NMP pro Liter Kaffee entstehen können.


Artikel vom 15.03.2007
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