Reportage
Mobile Kaffeebar besetzt Nische
Überdachtes Kaffeemobil wird beliebter Kommunikationsort auf dem Münsteraner Wochenmarkt mit Kaffeeverkauf, Ausschank und Snacks
Von Hans-Jörg Werth Seit über 20 Jahren ist Martin Winterhoff als Seiteneinsteiger mit einem Olivenstand und dem Kaffeeverkauf ein alter Bekannter auf dem Münsteraner Wochenmarkt und den Märkten im nahen Umland. Neuerdings ist er noch intensiver ins mobile Verkaufen eingestiegen – und zwar mit seinem neuen Kaffeegeschäft. Das staatliche 11,50 Meter lange Verkaufsmobil – in der passenden Wagenfarbe kaffeebraun – füllt eine Wochenmarktlücke auf dem Domplatz Münster. Nahezu perfekt habe die Zusammenarbeit mit dem Marktteam vor Ort und dem Fahrzeughersteller Borco-Höhns in Beratung und Ausführung geklappt, freut sich Winterhoff über den gelungenen Auftakt.
Wochenmärkte sind traditionell lebendige Orte der Begegnung und Kommunikation, das Einkaufen wird zum besonderen Erlebnis, die angebotenen Produkte stehen in der Regel für absolute Frische und Qualität, häufig aus eigener Herstellung der mobilen Händler – vom Bäcker über den Käsespezialisten hin zum Metzgermeister und Fischverkäufer. Eine Beschreibung, die auf den Münsteraner Wochenmarkt in besonderer Weise zutrifft – denn der ist von der Stiftung „Lebendige Stadt“ zu einer der schönsten Verkaufsmärkte Europas ausgezeichnet worden.
Martin Winterhoff profitiert davon seit über zwei Jahrzehnten und trägt seinen Teil bei. Zum Kerngeschäft der Produkte aus dem Mittelmeerraum, die er anbietet, gesellt sich ebenfalls bereits seit vielen Jahren der Ausschank von Kaffee. Winterhoff erkannte jedoch früh, dass es da eine größere Marktlücke auf Wochenmärkten zu schließen galt. Kaffeeverkauf, Ausschank und Bewirtung im größeren Stil – auf einer weitläufigen Freifläche – quasi als lebhafter Treffpunkt vor, nach oder zwischen den Einkäufen der Marktkunden – wollte Winterhoff auf die Beine stellen.Kaffee und süße Snacks
Herausgekommen ist ein völlig neues Fahrzeug für den Direktverkauf von „fair“ gehandeltem Privatkaffee der Privatrösterei Niehoff (aus der Region), das seinesgleichen sucht. Allein die Tresenfläche des Kaffeemobils, maßgeschneidert als Prototyp aus der Werkstatt von Borco-Höhns – ist gegenüber dem Vorgängerwagen der Winterhoff‘s um ein gutes Drittel länger. „ Der Markt in Münster ist gut, die Kaufkraft vorhanden, die zur Verfügung stehende Verkaufs-Nettofläche optimal“, schildert Martin Winterhoff die gute Ausgangsbasis für sein Kaffeekonzept.
Beim Blick ins Wageninnere seines neuen Geschäftes setzt sich das Wohlgefühl fort, denn alles wirkt aufgeräumt und ansprechend; die bewusst nostalgisch gestalteten kupferfarbenen Kaffeebehälter bringen zusätzlich Atmosphäre in den Verkaufsraum, dessen Theke elektrisch ausschiebbar ist.
„Die ersten Umsatzzahlen des Kaffeemobilstandes sind noch optimistischer, als erhofft“, freut sich Geschäftsführer Martin Winterhoff gemeinsam mit seiner Ehefrau Ute. Die steht selbst hinter dem Mobiltresen im Verkauf und beim Waffeleisen und hat mit den vier weiteren Mitarbeiterinnen einen maßgeblichen Anteil am positiven Geschäftsverlauf. Wichtig sei, zur richtigen Zeit mit einer neuen Idee zu überzeugen, gibt Winterhoff einen Teil seiner Erfolgsstrategie im mobilen Verkaufen preis.
Neue Geschäftsideen – womöglich in Ergänzung zum Kerngeschäft der Herstellung und des Verkaufs von Backwaren – beleben generell das Marktgeschehen meist im positiven Sinne. Kaffee-Klassiker und exotische Sorten locken so an beiden Markttagen am Mittwoch und Samstag zahlreiche Marktgänger an den Stand.
Möglich wurde das alles aufgrund der großzügigen Stellfläche hinter dem eigentlichen Verkaufsstand. In Absprache mit dem Marktleiter konnte hinter dem Kaffeemobil zusätzlich ein Anhänger platziert werden, in dem nun eine Mitarbeiterin das schmutzige Kaffeegeschirr reinigt. Das Besondere: Über zwei Klappen an der Rückwand des Verkaufswagens wird das saubere Geschirr für die Kunden nahezu unsichtbar hereingeschoben, ohne somit den Verkaufsfluss im Wagen selbst zu stören.
Die Kaffeebar auf Rädern mit Backwaren, Snacks, Getränken hat sich nach kurzer Zeit als Kundenmagnet erwiesen. Neue Ideen für seinen „Kommunikationsort im Schatten des Domes“ habe er zudem noch einige in Petto, feilt Winterhoff weiter an seinem Unternehmenskonzept.
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