ABZ-Plus

Mit kostenbewusstem Handeln auf richtigem Kurs

Existenzgründer Markus Keller setzt auf ausbaufähiges Warenwirtschaftssystem / In naher Zukunft wird Vernetzung der Kassen angestrebt


Wer ein Ziel hat, für den ist kein Weg zu weit, so könnte man die Situation von Markus Keller, den „Zuckerbeck“ von Wurmlingen, auch beschreiben. Seit gut zwei Jahren führt der 27-jährige Bäcker- und Konditormeister erfolgreich seinen Pachtbetrieb in guter Lage im 2400 Einwohner zählenden Teilort von Rottenburg am Neckar. Für die Wurmlinger Bürger ist der „Zuckerbeck“ heute ein gutes Stück Lebensqualität. Als Nahversorger bietet Keller in seinem 300 qm großen Laden neben seinen Qualitätsbackwaren auch ein bereinigtes Lebensmittelsortiment mit 1500 Artikeln an. Auf Frische im Lebensmittelbereich setzt er vor allem beim Milchprodukte-, Obst, Gemüse-, und Wurstbereich wo sein Betrieb drei mal wöchentlich beliefert wird.

Spitzname wurde Marke

Schon sehr früh wusste der vom Nachbarort Kirchberg stammende Markus Keller, welchen Beruf er erlernen und dass er einmal einen eigenen Betrieb will. Während der Ausbildungsjahre in Tegernsee als Konditor und Tübingen als Bäcker, bekam er von Verwandten, Bekannten und Freunden den Namen „Zuckerbeck“, diesen nützt er heute als Marke. Nach der Lehre folgten berufliche Erfahrungen in verschiedenen Betrieben in Deutschland.

Schon während der Meisterprüfungszeit als Bäcker und Konditor in Stuttgart, sprach Markus Keller mit Förderbanken, die ihm auch auf Grund seines Könnens grünes Licht für ein Darlehen signalisierten. Als sich für ihn die Chance zur Selbstständigkeit ergab, blockierten aber die örtlichen Hausbanken. Hindernisse wurden durch den Betriebsberater vom LIV mit einer Betriebsanalyse bald überwunden. Und dank des Finanzierungsangebotes der Bäko sowie des angesparten Eigenkapitals verwirklichte sich Markus Keller seinen lang ersehnten Wunsch.

200.000 Euro wurden dann in einen neuen Laden und in die Produktion investiert.

Klare Vorstellungen definiert

Dass der berufliche Erfolg nicht nur vom Können des Meisters, sondern auch von den Mitarbeitern abhängt, dies weiß der junge Unternehmer nur zu gut und handelt auch danach.

Markus Keller, der den Betrieb ohne seine Lebensgefährtin – eine Bankangestellte – führt, empfindet dies für nicht ungewöhnlich und beweist täglich, dass es funktioniert. Auf die Firmenphilosophie angesprochen, weiß der „Zuckerbeck“ gleich eine Antwort: „Frische, Freundlichkeit und Glaubwürdigkeit, dies sind für mich als Hersteller und Vertreiber von Lebensmitteln wichtige Faktoren zum betrieblichen Erfolg“. Mittlerweile wurde sogar noch eine Filiale im 10 km entfernten Kirchberg eröffnet. Auch die Backstube wurde mit einer neuen Brötchenanlage von Lippelt und einem neuen Heizgasumwälzer von Heuft aufgerüstet.

Wachstum mit Kontrolle

Überlegungen zur Expansion sind durchaus angedacht. „Bevor ich meinen Betrieb weiter vergrößere, müssen auch die innerbetrieblichen Strukturen optimal durchorganisiert sein, um die Kostenseite klar im Griff zu behalten“. Schon zu Anfang seiner Selbstständigkeit setzte der junge Unternehmer auf das ausbaufähige Warenwirtschaftssystem von Ulmer-Kemo, wo beispielsweise die Back- und Teigzettel automatisch nach der Bestellung erstellt werden. Geplant sind ein Rezeptterminal mit Touchscreen in der Backstube und eine elektronische Personalzeiterfassung, die ebenfalls durch Ulmer-Kemo angeboten wird. „Diese Instrumente sind für mich unverzichtbar und die Grundlage zu einem qualitativen Wachstum unter Kontrolle aller betriebsrelevanten Kostenstellen.

Fortlaufende Inventur

Der steigende Kostendruck fordert eben ein scharfes Controlling in allen Bereichen. „Da die Personalkosten die bei weitem größten Kostenfaktoren sind, verliert man leicht den Blick für andere Bereiche.

Gerade der Bereich Rohstoffe verdient heute wesentlich mehr Beachtung. Immer mehr Lager-, Verbrauchs- und Hygienevorschriften verlangen eine umfangreiche Dokumentation über Einkauf, Bestand und Verbrauch“, so Keller. Auch die Vernetzung der Kassen wird in naher Zukunft angestrebt, obwohl die Retouren beim „Zuckerbeck“ im Backwarensektor nur 5 Prozent betragen. Ausgehend von einem eingegebenen Inventurbestand wird die Filiale mit dem täglichen Lieferwert belastet. Dieser Betrag wird um die Einnahme und Retouren reduziert, und das Programm ermittelt so den Warensollbestand der Filiale. Diese Sollbestandsrechnung entspricht quasi einer fortlaufenden Inventur und zeigt eventuelle Missbestände sofort auf.

Steuerberater als Steuermann

„Neben diesen Kriterien ist die intensive und interaktive Begleitung durch meinen Steuerberater ein weiterer wichtiger Punkt zu kostenbewussten Handeln, er gibt mir als „Steuermann“ indirekt den Kurs vor“. Neben den wöchentlichen Telefonaten findet laut Markus Keller alle zwei Monate ein vier Augengespräch statt. Die Geschichte dieses jungen Unternehmers kann und sollte Beispiel sein, den Sprung in die Selbstständigkeit unter gewissen Umständen doch zu wagen. Markus Keller fühlt sich auf jeden Fall recht zuversichtlich in seinem Tun, zu dem man Ihm auch weiterhin guten Erfolg wünschen kann. (rs)

Anbieter siehe Seite 16.


Artikel vom 10.11.2005
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Praxis vom 10.11.2005:

Daten & Fakten
Der Service am Kunden wird sinnvoll ergänzt
Tipps für die Gestaltung einer Web-Seite
Artikelgenau abrechnen
Unternehmenszahlen vernetzt
Anbieterübersicht „Software; Kassensysteme; Internet“
Einrichten ganz nach Bedarf
Kompatibel und integrierbar
Internetpreis 2006
Verkehrsbezeichnung, Allergene und GVOs

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Praxis


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!