Erfolgskonzepte
Mit frischem Outfit die Kunden begeistern
Seit mehreren Jahren stellt die Bäckerei/Konditorei Laudenbach, Gera, ihren Mitarbeitern Berufskleidung im Mietservice zur Verfügung
Gera (pöt). Adrett sehen sie aus, die Verkäuferinnen Karin Janson und Madeleine Baumann: Weiße Bluse, gelbe Krawatte und gelbe Bistroschürze. Das Firmenlogo gehört wie das Namensschildchen auch dazu. Seit einem Jahr treten sie und ihre Teamkolleginnen in dieser Kleidung auf, und die Kunden loben nicht mehr nur die schmackhaften Back- und Konditoreiwaren, sondern auch das frische Outfit der freundlichen Verkäuferinnen. Die beiden arbeiten in einer Filiale der Bäckerei und Konditorei Laudenbach, Gera. Die Familienbäckerei besteht bereits seit 210 Jahren, doch das Alter sieht man ihr nicht an. Ihr Erfolgsrezept heißt: Die besten Traditionen erhalten bei stetem Wandel. Wolfgang Laudenbach, der das Unternehmen in achter Generation führt, und seine Frau Martina gestalten das äußere Erscheinungsbild des Betriebes mit seinen zehn Filialen gerade wieder neu. Die bäckereitypischen Farben, allen voran Gelb, spielen dabei eine wichtige Rolle. Und das neue Firmenlogo findet sich auch vielfach in der Öffentlichkeit.
Wiedererkennungseffekt nutzen
Der Firmenchef ist überzeugt davon, „dass im Verkauf noch viele Umsatzreserven schlummern.“ Deshalb arbeitet er am Verhalten der Verkäuferinnen genauso wie an ihrem Auftreten. Es bringt ihn auf, wenn vor Ladenschluss schon sauber gemacht wird, wenn bestimmte Waren nicht bis zuletzt in der Auslage zu sehen sind, wenn Kunden falsch über die Ware informiert werden. Dabei führen Wolfgang und Martina Laudenbach regelmäßig Verkäuferinnenschulungen in ihrem Unternehmen durch. Das Wissen haben sie sich zuvor in Weiterbildungsveranstaltungen z. B. in der sächsischen Bäckerfachschule erworben. Neben fachlicher Qualifikation und Freundlichkeit liegt ihnen viel am perfekten Auftreten der Verkäuferinnen. Die Filiale soll ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Dabei setzt Laudenbach weniger auf große Geschäfte mit voluminösen Verkaufstheken, sondern lieber auf ein kleines Geschäft mit voller Theke und viel Betrieb. Um das Interesse seiner Kunden am Brot immer wieder neu zu wecken, wurde das Brotregal mit einer leuchtend gelben Stoffbahn von oben bis unten bespannt. Hier wird täglich ein anderes Brot in den Vordergrund gerückt. Solch ein Blickfang soll die Wahl des Kunden steuern, auf diese Weise lernt so mancher die ganze Sortenvielfalt kennen und sicher auch schätzen.
Jede der zehn Laudenbach-Filialen wird auf gleiche Weise gestaltet und die Verkäuferinnen tragen einheitliche Kleidung. Überall ist die Farbe Gelb im Spiel, um die Firma nach außen einheitlich und geschlossen zu präsentieren. Wenn das Corporate Identity eines Unternehmens stimmt, wirkt das immer positiv auf die Außenstehenden. Und diesen Wiedererkennungseffekt will der Handwerksbetrieb bestmöglich nutzen, zumal acht seiner Filialen in Gera liegen. Die Ostthüringer Stadt zählt nicht gerade zu den Gewinnern der deutschen Einheit, seit der Wende hat sie etwa ein Fünftel ihrer Einwohner verloren, deren Zahl liegt heute unter 100.000. Das heimische Bäckerhandwerk muss immer größere Anstrengungen unternehmen, um sich im Konkurrenzkampf zu behaupten.
Mietwäsche für 45 Mitarbeiter
Den perfekten Auftritt aller Verkäuferinnen hält Wolfgang Laudenbach angesichts der schwierigen Marktbedingungen für so wichtig, dass er bereit ist, dafür viel Geld zu investieren. Jede Verkäuferin, auch die Pauschalkräfte, soll genügend Kleidungsstücke zur Verfügung haben, um sich täglich frisch zu kleiden und wenn nötig, auch noch öfter die Kleidung wechseln zu können.
Auch die zwei Kraftfahrer werden komplett eingekleidet, weil auch sie in der Öffentlichkeit ein gutes Bild machen sollen. Bis zu vier mal täglich beliefern sie die Filialen. Insgesamt 45 Beschäftigte werden von Laudenbachs komplett eingekleidet. Die Bäckerei/Konditorei hat sich für das Leasing der Berufswäsche entschieden, dazu gehört die Beschaffung, die komplette Pflege sowie der Hol- und Bringservice. Die Kosten übernimmt der Handwerksbetrieb. Den Produktionsmitarbeitern werden weiße T-Shirts mit aufgedrucktem Firmenlogo zur Verfügung gestellt, sie müssen allerdings selbst für die Sauberkeit ihrer Bekleidung sorgen.
„Wir waren etwa sieben Jahre lang bei einem anderen Mietkleidungs-Serviceunternehmen. Doch mit unseren steigenden Ansprüchen konnte es nicht mehr mithalten, so haben wir zu einem Unternehmen der DBL gewechselt“, berichtet der Bäckereichef. Die DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH – ist ein Verbund rechtlich selbständiger Unternehmen der textilen Mietbranche, und die Bäckerei wird von Eggers Textilpflege Querfurt betreut. Mit dem Preis-Leistungsverhältnis des DBL-Unternehmens zeigt sich Laudenbach zufrieden.
Jeden Tag frisch eingekleidet
Und die Verkäuferinnen fühlen sich in ihrer neuen Kleidung sichtlich wohl. Für die junge Verkäuferin Madeleine Baumann ist es besonders wichtig, dass sie während der Arbeit bequeme Kleidung zur Verfügung hat, in der man nicht schwitzt. Die Mode steht für sie dabei nicht im Vordergrund, es sollte halt nur alles gut aussehen und zusammen passen. Annerose Dix, die schon seit sechs Jahren dabei ist, meint: „Die Berufskleidung muss vor allem sauber sein.“ Damit sie sich jeden Tag frisch einkleiden kann, stehen ihr wie jeder anderen Verkäuferinnen 15 Garnituren zum Wechseln zur Verfügung. Ganz besonders weiß sie es zu schätzen, dass ihr die Wascherei zu Hause erspart bleibt. Nicht nur Bluse und Bistroschürze, sondern auch eine weiße lange Hose gehört zur vollständigen Verkaufskleidung. „Die Hose macht sich sehr gut in der kühlen Jahreszeit, weil es da mitunter von der offenen Tür her kalt zieht am Fußboden“, freut sie sich. Und die Laudenbachs sichern auf diese Weise, dass wirklich alle einheitlich gekleidet sind und nicht mal eine unpassende Farbe unter der Schürze hervor blitzt.
Zur Schonung der hellen Verkaufskleidung beim Einräumen der Ware stehen den Verkäuferinnen weitere Schürzen zur Verfügung. Sollte trotzdem mal die Bluse einen Fleck abbekommen, kann sie gleich gewechselt werden, denn jede hat ja genügend Wechselwäsche. Einmal in der Woche wird die Schmutzwäsche vom Fahrer eingesammelt und vom DBL-Unternehmen abgeholt. In der nächsten Woche wird sie tipp-topp zurückgebracht. Damit es nicht zu Verwechslungen kommt und jede Verkäuferin sicher sein kann, ihr eigenes Kleidungsstück zurück zu erhalten, ist jedes Wäschestück außer mit einem Code und einer Nummer noch namentlich gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung hat aber nichts mit dem Namensschildchen zu tun, das von Laudenbachs ebenfalls zur Verfügung gestellt wurde und das sich jede Verkäuferin gut sichtbar an ihre Kleidung steckt.
Zusammengehörigkeitsgefühl
In der Bäckerei/Konditorei Laudenbach zu arbeiten, ist Ehre und Verpflichtung zugleich. Und die einheitliche Berufskleidung trägt ein Großteil zu diesem Zusammengehörigkeitsgefühl bei.
Jeder der dazu gehört, wird großzügig und ansprechend eingekleidet – dafür wird von ihm auch Leistung und Eigenverantwortung erwartet. Der Chef und seine Frau kümmern sich dabei selbst um die Belange ihrer Mitarbeiter, kontrollieren auch selbst, ob in den Filialen alles nach ihren Vorstellungen läuft. Dabei wird mit Kritik nicht hinter dem Berg gehalten, es wird aber auch viel gemeinsam gelacht. Es werden gemeinsam Gruppenfotos gemacht, Wandzeitungen oder eine eigenen Hausbroschüre gestaltet.
Trotz aller Alltagsprobleme wird das familiäre Flair im Unternehmen gepflegt. Von der Familie Laudenbach selbst arbeiten sechs Familienmitglieder im Unternehmen: Die zwei Söhne haben bereits ihren Meisterabschluss in der Tasche, und ihre Frauen sind ebenfalls im Betrieb tätig. Wolfgang Laudenbach gehört zu den aktivsten Mitstreitern im Bäckerhandwerk und wurde zum Landesinnungsmeister von Thüringen gewählt. Sein besonderes Engagement aber gehört dem Berufsnachwuchs, dafür wurde er bereits mit der Goldenen Ehrennadel der Handwerkskammer ausgezeichnet.
Anbieter siehe Seite 15.
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