Unternehmensführung

Mit echter Qualität punkten

Preise in Sachsen weiterhin unter Bundesdurchschnitt


Dresden (ad). Die Preise der sächsischen Bäcker blieben im zurückliegenden Jahr relativ stabil mit einem leichten Trend nach oben – auf diesen Nenner brachte Sven Bretschneider, Betriebsberater beim Landesinnungsverband Saxonia des Bäckerhandwerks Sachsen, die Ergebnisse der aktuellen Preisübersicht.

Das sei besonders wichtig, so Bretschneider, da es sinnlos sei, im Wettbewerb mit den großen Märkten durch niedrige Preise bestehen zu wollen. „Den Discountern müssen wir als Bäcker echte Qualität entgegenstellen“, betonte Bretschneider.

„Für handwerklich produzierte Qualität muss man einen entsprechenden Preis nehmen. Anderenfalls können wir irgendwann mit dem Backen aufhören.“

Der Betriebsberater warnte die sächsischen Meister ausdrücklich vor der Verwendung vermeintlich günstiger Fertigmischungen. „Wenn sie Pech haben, nimmt die Abbackstation genau die gleiche Mischung.“

Doch trotz des leichten Trends zu steigenden Preisen liegen die durchschnittlichen Verkaufspreise in den sächsischen Bäckereien noch immer klar unter dem Bundesdurchschnitt. Bei Brot ist das Minus relativ gering (Beispiel 1000 g Roggenbrot 2,11 zu 2,20 Euro), bei Kuchen hingegen deutlich ausgeprägt (Beispiel Streuselkuchen, Stück, 0,58 zu 1,98 Euro). Lediglich bei Kaffee wird mit 1,27 Euro pro Tasse ein um einen Cent über dem Bundesdurchschnitt liegender Preis erzielt.

Den Betriebsinhabern empfahl Bretschneider die Preisübersicht als Hilfsmittel zur Überprüfung der eigenen Kalkulationen. „Nur zu oft ist ein zu einem vermeintlich günstigen Preis angebotenes Produkt in Wirklichkeit ein Verlustbringer, weil die Kalkulation nicht stimmt.“ Zur Vorsicht riet Bretschneider im Hinblick auf das Liefergeschäft. „Für den Einzelhandel sollten nicht die üblichen Produkte angeboten, sondern spezielle Backwaren hergestellt werden.“ Anderenfalls könne es passieren, dass die Kunden die Bäckerbrötchen im Lebensmitteleinzelhandel entdecken – zu einem niedrigeren Preis als beim Bäcker.


Artikel vom 01.12.2005
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