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Mehr junge Kunden angesprochen
Konditormeisterin Margit Will führt seit wenigen Monaten die Bäckerei und Konditorei Hans Will in Marktleugast, einem kleinen Ort am Rande des Frankenwaldes, in Nordbayern. Mit ihr hat die fünfte Generation Verantwortung für das Familienunternehmen übernommen. Wie ihre Vorfahren hat auch die junge Chefin den Betrieb einer gründlichen Verjüngungskur unterzogen: Aus einem Bäckereigeschäft mit kleinem Lebensmittelmarkt hat sie ein junges, modernes Bäckereicafé gemacht. Der Umsatz wird hier noch mit drei Lieferpartnern erwirtschaftet, eigene Filialen sind geplant.
Bevor sie die Geschäfte übernahm, hat sich Margit Will mit ihrem Mann und Freunden lange beraten, wie die Zukunft des kleinen Handwerksbetriebes aussehen soll. Lebensmittel gibt es nun bereits seit Jahren in den Einkaufsmärkten am Ortsrand, das eigene kleine Angebot konnte damit nicht mehr konkurrieren. Was in Marktleugast mit seinen rund 1800 Einwohnern aber fehlte, war ein Café.
Auf Aha-Einrichtungen, Augsburg, wurde Will durch einen Bericht in der Fachpresse aufmerksam, sie fand deren Theken-Absaugsystem, das dort vorgestellt wurde, sehr interessant und griff zum Telefon.
Die Entscheidung für Aha kam dann „aus dem Bauch heraus“, wie die junge Frau zugibt, und ihr Bauchgefühl hat sich als richtige Entscheidung erwiesen.
Dabei war der erste Entwurf des Aha-Architekten ganz und gar nicht nach dem Geschmack Margit Wills: „Viel zu ländlich – ich wollte was Modernes.“ Schnell fand man eine gemeinsame Sprache, und der zweite Entwurf wurde realisiert. Das zeitgemäße Geschäft besteht nun aus drei ineinander übergehenden Bereichen: Rechts, neben der Tür, haben die Tchibo-Station mit einem kleinen Non-Food-Angebot und weitere ausgewählte Handelswaren einen attraktiven Standort gefunden. Die Rückwand des Bereiches ist in einem aktuellen, intensiven, gebrochenen Rotton gehalten. Im Mittelpunkt steht die Bedientheke mit Torten, Kuchen, einem kleinen Snackangebot und einer breiten Palette an verschiedenen Brot- und Brötchensorten. Zu den herzhaften Angeboten gehören belegte Brötchen, mehrere davon sind bereits zum Mitnehmen in Folie eingehüllt. Kraftfahrer, die auf die nahe Fernverkehrsstraße oder die Autobahn müssen, nehmen sich gern ihren Imbiss und einen „Coffee to go“ mit. Für Schüler und andere Leute mit kleinem Hunger und wenig Zeit sind herzhaft gefüllte Taschen, Mini-Pizzas und ähnliche Snacks in der Theke gedacht, die in der kleinen Küche in Hintergrund rasch erwärmt werden können. Sogar die Teilnehmer einer Weiterbildungsveranstaltung wurden hier schon mit einem Mittagsimbiss verwöhnt.
Verschiedene Sitzmöglichkeiten
Im hinteren Ladenbereich kann der Kunde an der Eistheke wählen, es gibt auch Eisbecher,
für die sich vor allem die Jugend im Ort begeistert. Das Eis stammt von einem Bauernhof in der Nähe und soll nach Wills Auskunft von unvergleichlich gutem Geschmack sein. Der Cafégast kann an einem der 18 Plätze in der gemütlichen Sitzecke Platz nehmen. „Die Idee des Architekten, verschiedene Sitzmöglichkeiten zu schaffen, fand ich sehr gut“, erzählt die Geschäftsinhaberin. So erstreckt sich an der gesamten Rückwand eine lange Bank. Davor stehen einige Tische mit weiteren Sitzgelegenheiten für kleine Personengruppen.
Es gibt aber auch einige Vierertische mit sehr bequemen Sesseln und Barhockern. Alle Sitzgelegenheiten bestehen aus cremeweißem oder schwarzem Leder (oder Kunstleder – wer kann das noch so leicht unterscheiden?) und sind gut gepolstert. In der warmen Jahreszeit stehen auch zwölf Außenplätze auf einer kleinen Terrasse zur Verfügung.
Besonders gelungen findet Margit Will die abgerundete Kaffeetheke. So eine ähnliche Theke hatte auch ihr Interesse geweckt, als sie beim Ladenbauer eingeladen war, sich die Werkstatt anzuschauen.
Die Kaffeetheke bietet viel Abstellfläche, neben dem hochwertigen WMF-Kaffeeautomaten ist das hübsche rote Cafégeschirr gestapelt, und es ist noch viel Arbeits- und Ablagefläche vorhanden. Im Unterbau sind Kühlschrank und Spülautomat untergebracht. Vor der Theke stehen dick gepolsterte Barhocker. Sie seien die bevorzugten Sitzgelegenheiten der Handwerker, die ihr Frühstück hier genießen.
Auf der kleinen Speisekarte findet der Gast drei unterschiedliche Frühstücksgedecke. Am liebsten aber stellt man sich nach eigenem Gusto seinen Imbiss zusammen.
Das gesamte Ladencafé strahlt zeitgemäße Frische, Freundlichkeit und Wärme aus, besonders erfrischend ist manch unkonventionelle Lösung. Großen Anteil daran hat auch die junge Meisterin selbst. Sie hat die Beleuchtung und Werbeelemente zum Teil in Eigenregie realisiert. Statt üblicher Pendelleuchten über der Theke bildet eine Gruppe papierner Leuchtsäulen einen aparten Raumteiler für die Sitzgruppe. Über der Kaffeetheke ziehen traumhaft schöne gläserne Leuchten den Blick an. Die Grundbeleuchtung wird durch in die Decke eingebaute Halogen-Downlights gesichert, schwenkbare Leuchten rücken die Ware im Brotregal ins rechte Licht. Durchlässige Stoffbahnen mit Fotodruck schmücken die Fenster, ein hohes Gerüst mit bedruckten LKW-Planen wirbt vor dem Eingang für das Café. Den Hersteller dieser Werbeelemente fand Will im Ort.
Eingebauter Staubsauger
Das Brot- und Brötchenregal wird in ganzer Höhe von Seitenelementen flankiert, die über das umfangreiche Brotangebot informieren.
Die Seitenelemente können sogar geschwenkt werden, damit sich die Regale und Auslagen rationell mit dem Stikken aus der Backstube beschicken lassen. Anschließend verdecken diese Elemente wieder den Durchgang in die Produktion. Als äußerst praktisch erwiesen hat sich auch der in die Theke integrierte Krümel-Staubsauger.
Nach Ladenschluss wird das Saugrohr an einem Stutzen in der Theke angeschlossen und die Krümel werden abgesaugt. „Das geht viel schneller als früher, als noch mit feuchtem Lappen hantiert werden musste, mit dem man die Krümel meist in die Ecken geschoben hat,“ berichtet Edith Titus, die seit 13 Jahren im Unternehmen als Verkäuferin arbeitet. Sie schwärmt genauso wie ihre Chefin für die neue Einrichtung des Geschäftes. Der leistungsfähige Industrie-Staubsauger wird mit entsprechendem Zubehör generell für die tägliche Reinigung im Geschäft eingesetzt, hat den Besen abgelöst. Der Sauger und der große Filterbeutel sind in einem Schränkchen unter der Theke untergebracht.
Snackumsatz enorm gesteigert
Die Marktleugaster und die vielen Kunden, die auf dem Weg zur Arbeit durch den Ort kommen, honorieren das neue Café zur Freude der Unternehmenschefin, die noch von ihren Eltern und ihrem Mann (er leistet die Verwaltungsarbeit per PC „ehrenamtlich“) unterstützt wird. „Es werden jede Woche mehr Kunden“, berichtet Margit Will stolz, „und es kommen immer mehr junge Leute. Für sie ist es eben mal was ganz anderes, ein richtiges Stadtcafé auf dem Lande.“ Ihrer Rechnung nach konnte der Snackumsatz in den letzten drei Monaten bereits um 40 Prozent gesteigert werden.
Anbieter Seite 16. (pöt)
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