Verkauf & Marketing

Markt mit gutem Potenzial

Bio-Produkte aller Art sind im Trend, das hat auch die letzte BioFach gezeigt


Nürnberg (whu). Über 37.400 Gäste passierten die Eingangstore der BioFach in Nürnberg (wir berichteten) und sorgten damit für ein stolzes Plus von rund 13 Prozent. Auch die Ausstellerzahlen sprachen mit 2089, rund 2 Prozent mehr, für sich. „Wenn ich von der Messe-Atmosphäre auf den Markt schließe, dann dürfen sich Bio-Hersteller und Handel auf ein erfolgreiches Jahr freuen“, so Projektleiterin Heike Slotta von der NürnbergMesse zufrieden. „Der Besucherzuwachs zeigt eindeutig, dass Fachleute sich in diesen Wachstumsmärkten orientieren, auch wenn sie bisher noch nichts mit Bio zu tun hatten.“

Ein guter Teil des Angebotes richtete sich an Bäckereien, da man gerade hier an weiterhin große Wachstumsraten glaubt. Immerhin wurden im Vorjahr mit Brot, Brötchen, Backwaren, Kuchen und Gebäck rund 330 Mio. Euro umgesetzt, beinahe 10 Prozent des gesamten Bio-Umsatzes in Deutschland, wobei vor allem die Bäckereien mit einem Umsatzanteil von etwa 50 Prozent profitieren konnten.

Wies sehr das Thema Bio-Bäckereien derzeit im Fokus steht, lässt sich schon an der neuen Veranstaltungsreihe des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ablesen, die im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau über die Praxis der Bio-Bäckerei und die erfolgreiche Vermarktung ihrer Produkte informieren soll. In ganz Deutschland organisiert dazu das Marketingberatungs- und Marktforschungsunternehmen Ecozept in den Fachschulen, bei Mühlen und anderen Unternehmen des Bäckerhandwerks Einsteigerseminare für konventionelle Bäcker. Auch Weiterbildungen in den Bereichen „Feine Backwaren“ und „Produktentwicklung und Vertriebskonzepte“ für Bio-Bäcker werden angeboten. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist dabei kostenlos (siehe Seminarübersicht auf dieser Seite). Einige übers Jahr verteilte Seminare finden auch in der Bundesfachschule des Deutschen Bäckerhandwerks eV in Weinheim statt (siehe Seminare auf Seite 10).

Wem das zu umständlich sein sollte, der kann sich aber auch etwa an die Meyermühle in Landshut wenden, die auf der BioFach regen Zuspruch verzeichnen konnte. Denn für Neueinsteiger bzw. zur Einführung einer Bio-Linie in der klassischen Bäckerei bietet die Mühle ein Komplettpaket namens „Bio-Premium-Start“, das Themen wie Sortimentsberatung, Unterstützung bei Verkaufsaktionen und Personalschulung umfasst.

Auf großes Interesse stieß dazu der Stand von Sobo, auf dem Bio-Gelatine für Bäckereien in verschiedenen Gebindegrößen als Pulver- und Blatt-Gelatine offeriert wurde.

Die Messe bot auch reichlich Angebote für sinnvolle Zusatzsortimente. Im Bereich Konfitüren und Fruchtaufstriche bietet Maintal die neue Linie „Annes Beste Bio-Fruchtaufstriche“, die an Stelle von Zucker mit Agavendicksaft gesüßt wird und einen Anteil von 60 Prozent Früchten aufweist. Der italienische Produzent Rigoni di Asagio, der bislang in Italiens Läden sehr erfolgreich war, bietet nun auch in Deutschland 17 verschiedene Sorten Fruchtaufstriche an, die nur mit natürlichem Apfelzucker angereichert werden.

Im Segment Tafelschokolade gibt es neben den bereits gut eingeführten Linien von gepa und Viviani eine neue Linie aus Italien namens Stainer, die auch optisch sehr ansprechend wirkt. Eines der geschmacklichen Highlights aber sind die diversen handgefertigten Schoko-Trüffel der Booja-Booja Company, bei denen auf tierische Fette, Gluten und Milcheiweiß komplett verzichtet wird, so dass sie auch von empfindlichen Menschen ohne Bedenken genossen werden dürfen. Das Sortiment wird in hübschen Holzschachteln geliefert. In ihrer Heimat England haben die Booja-Booja Trüffel 23 Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter für den besten Geschmack, das beste neue biologische Produkt und die beste Verpackung.

Im Bereich Kaffee waren ebenfalls zwei interessante Neuigkeiten dabei. So gibt es nun von der Marke Mount Hagen auch Kaffee-Pads und Fortezza bietet neben guten Espressoqualitäten, die ab 36 Kilogramm auch mit einem eigenen Label ausgestattet werden können, eine mobile Cappuccinobar zum Mieten, die optisch zur Freiluftsaison sicher Kunden anlocken dürfte.


Artikel vom 27.04.2006
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