Marketing_Verkauf
Leuchten wie ein heller Stern
Schon von weitem soll sichtbar sein, wo es Backwaren zu kaufen gibt / Stimmiges Beleuchtungskonzept installieren

Bei dieser Bäckerei ist bereits von außen zu erkennen: Hier ist was geboten. In dem hell ausgeleuchteten Verkaufsraum werden Brot und andere Backwaren bestens in Szene gesetzt. Fotos Stökle Fotos Stökle
Sie kennen sicher den Spruch „Licht lockt Leute“! Die Anziehungskraft von Licht ist bekanntlich magisch. Das haben wir Menschen wohl gemeinsam mit den Insekten. Die Begriffe wie dunkel oder düster sind negativ belegt. Nicht nur Parkhäuser, die schlecht beleuchtet sind, werden gemieden.
Dass hell oder dunkel ganz entscheidende Ursachen für das menschliche Befinden sind, ist eine Tatsache. Überdenken wir dazu einfach mal solche Begriffe wie „Winterdepression“ oder „Lichttherapie“.
Dass heutzutage Psychiater ihre Patienten einer hellen Lichtquelle aussetzen und damit erfolgreich Depressionen abbauen können, zeigt, wie wir Menschen ticken: Ganz allgemein und automatisch zieht es uns von den Schatten weg in Richtung Sonne – mehr ins Helle als ins Dunkle. Es empfiehlt sich deshalb, auch die Beleuchtung eines Geschäftes immer wieder in Frage zu stellen. Schließlich legt doch niemand ernsthaften Wert darauf, „unter-belichtet“ zu sein!
Von weitem sichtbar sein
Ein Ladenbauer, der sich speziell auf die Konzipierung und Realisierung von Bäckerei-Innenausbauten spezialisiert hat, erklärte mir, dass ein Standort bereits von außen ganz einfach auffallen muss. „Sorgen Sie dafür, dass ihr Geschäft das Hellste und Leuchtendste in der gesamten Einkaufsmeile ist!“, war sein gebetsmühlenartiger Rat dazu.
Ein Bäckereifachgeschäft muss den Passanten auf der Straße von weitem ins Auge stechen. Und das bitteschön auch und vor allem an einem dunklen Winterabend. Ein solches Geschäft muss mögliche Kunden magnetisch anziehen. Und dazu braucht man Licht – möglichst viel Licht!
Sollte der Hausnachbar links oder rechts viel heller und damit auffälliger wirken, hat man etwas falsch gemacht. Denn sollte man dadurch mit seinem unscheinbarem Geschäft in der Mitte glatt übersehen werden, dann sind das nun mal schlechte Startbedingungen.
Eine logische Folgerung daraus ist für diesen Ladenbauer stets, jedes Geschäft von außen her taghell anzustrahlen. Und das Ganze bitteschön auch vollständig! Oder finden Sie es professionell, wenn durch schadhaft beleuchtete Firmenlogos nur noch die Hälfte der Buchstaben zu lesen sind?
Es ist jedenfalls besser, das Fachgeschäft „Bäckerei“ richtig über dem Eingang zu präsentieren, anstatt wegen vieler defekter Lampen nur noch ein „.äcke..i“ ausleuchten zu können.
Das Tageslicht nutzen
Und worauf ist nun in Sachen Beleuchtung innerhalb des Geschäftes zu achten? Von schon seit Wochen kaputten oder flackernden Neonröhren reden wir hier allerdings nicht. Wer nicht einmal das bemerkt und sofort abstellt, wen es nicht stört, dass die Theke nur halb beleuchtet ist, dem ist ohnehin nicht zu helfen.
Für alle Anderen gilt: Auch im Geschäft sollte möglichst alles ins richtige Licht gerückt werden. Es ist wichtig, auch den Verkaufsraum insgesamt hell und freundlich erscheinen zu lassen.
Hell mit gemütlicher Wärme
Wenn die Konzeption es zulässt, ist eine ausreichende Tageslichtnutzung natürlich das Beste. Tageslicht kann nicht nur den Energieverbrauch für künstliche Beleuchtung senken. Vielmehr ist natürliche Belichtung in Sachen attraktiver Gestaltung und guter Sehbedingungen ganz einfach unschlagbar.
Was künstliche Beleuchtung in Bäckereien angeht, sollte man den Verkaufsraum nicht unbedingt wie draußen mit gigantischen Flutlichtern anstrahlen – das wäre wohl etwas zu viel des Guten. Helligkeit muss sein, aber sie sollte gerade in Bäckereien eher gemütliche Wärme anstatt die Atmosphäre eines sterilen Operationssaals erzeugen.
Ein Vorschlag könnte also sein: Wie wäre es für die angebotenen Backwaren mit einem eher warmen Licht? Dieser Ton könnte Stimmungen wie „Backstube, Mehl, Frische und warmes Brot“ wunderbar transportieren. Wie auch immer: Es ist sicher nicht damit getan, einfach die nächst beste Glühbirnen einzuschrauben. Es sollte eher experimentiert werden.
Wie im Theater muss ein stimmiges Beleuchtungskonzept her. Und wie es dort ein Lichtgestalter nicht dem Zufall überlässt, warum zu irgendeinem Zeitpunkt in gerade dieser Farbe und Helligkeit genau jener Bereich erhellt wird, so sollten ruhig auch Bäckereien ihre Lichter-Shows detailliert konzipieren.
Backwaren ins Licht setzen
Was spricht dagegen, die unterschiedlichsten Beleuchtungsmittel einmal systematisch durch zu probieren. Und zwar so lange, bis man die optimale Atmosphäre für Brot und Backwaren, für sich und sein Geschäft gefunden hat. Im Anschluss sollte dann eine weitere Frage beantwortet werden: Beleuchten wir auch wirklich das Richtige und Wichtige bei uns – nämlich die Backwaren? Das ist ein ganz anderes Problem, wenn helle Strahler alles mögliche im Geschäft anleuchten oder die Kunden blenden, nur nicht die Artikel in der Theke oder im Regal heraus stellen.
Eine Bäckerei braucht ein Beleuchtungskonzept, das dafür sorgt, dass der Blick des Kunden auf das gelenkt wird, was wichtig ist im Geschäft. Und das sind in Bäckereien nun einmal die Backwaren – und nicht die Wände oder die Decke. Erst wenn eine Bäckerei angenehm hell beleuchtet ist und wenn die Brote im Regal so richtig schön ins warme Licht gesetzt sind, wird klar, dass es gerade im Lebensmittelbereich nicht darum geht, Glühbirnen oder Leuchtstoffröhren zu installieren, die irgendwie und irgendwo angeknipst werden können.
Weitere Nachrichten aus Praxis vom 19.05.2009:
Tipps zu Herstellung und Verkauf von Aprikosentörtchen
PraxisTipp
Cremiger Schmelz fürs Café und „to go”
Café bringt mehr Frequenz
Qualität aus Tradition
Meinung
Marktanteil des LEH steigt
PraxisTipp
Und ewig lockt die Schiller(g)locke
Medienwirksam zum Geburtstag gratuliert

RSS

Zur Bildergalerie "Backkongress 2011"