Ernährungs- & Warenkunde
Lebensmittel: Gesund statt funktionell
Sächsische Ernährungskonferenz diskutiert über Zusatznutzen
Dresden (ke). Viele Verbraucher wissen, dass sie sich nicht gesund ernähren. Seit den 90-iger Jahren hat sich ein Segment im Lebensmittelmarkt entwickelt, das Abhilfe verspricht. Wer einen zu hohen Cholesterinspiegel hat, streicht sich Margarine mit Phytosterinen auf das Brot oder – das Neuste – greift zu einem Mineralwasser auf Basis eines Fruchtnektars mit Pflanzenstanol. Doch funktionelle Lebensmittel können eine gesunde Lebensführung, einschließlich gesundem Ess- und Bewegungsverhalten nicht ersetzen, betonte Gesundheitsministerin Helma Orosz vor den Teilnehmern der Sächsischen Ernährungskonferenz in Dresden.
Bereits zum dritten Mal lud die Sektion Sachsen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) Fachkräfte aus Bildung, Beratung, Gesundheit sowie Firmen der Ernährungswirtschaft zu einer Konferenz ein. Dieses Mal stand die Ernährungskonferenz im Hotel Elbflorenz unter dem Titel „Gezielt gesund – Leitmotiv für Lebensmittel der Zukunft?“. Welche Anforderungen sollen Lebensmittel von morgen aus ernährungswissenschaftlicher Sicht erfüllen? Sind Lebensmittel mit Zusatznutzen ein Garant für Gesundheit und Wohlbefinden? Brauchen wir neue Gesetze oder reicht das vorhandene Instrumentarium? Die Health-Claims-Verordnung – wann kommt sie wirklich? Wie sieht unser derzeitiges Essverhalten aus und wie viel Zeit verwenden wir überhaupt fürs Kochen, Essen und Trinken? Wirkt sich Fernsehen auf unser Ernährungsverhalten aus? Mit diesen Fragen beschäftigte sich namhafte Referenten. Der Markt für Lebensmittel mit Zusatznutzen, den sogenannten funktionellen Lebensmitteln wächst. So geben die Deutschen schätzungsweise 6,5 Mrd. Euro jährlich für Lebensmittel und Getränke aus, die einen „Gesundheits-Mehrwert“ versprechen. Tendenz steigend – und das, obwohl funktionelle Nahrung bis zu 30 Prozent mehr kostet als normale Lebensmittel. Trotzdem sollte es jedem Verbraucher freistehen, selbst zu entscheiden, ob er Lebensmittel mit Zusatznutzen kauft oder nicht. Sollten Verbraucher ratlos vor dem Kühlregal im Supermarkt stehen und nicht wissen, was „pre-“ und „probiotisch“ bedeutet, könnten sie sich daher bei der DGE, der Verbraucherzentrale oder über das Internet hierzu informieren.
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