Reportage

Kompetenz im Doppelpack

Serie Unternehmerinnen im Bäckerhandwerk: Betriebsnachfolge der Bäckerei Eibauer ist bestens geregelt / Produktionsanbau wurde eingeweiht


Von Petra Götz

Irgend etwas müssen Reinhilde und Heinrich Eibauer besser, oder jedenfalls anders als Andere gemacht haben. Während landesweit Betriebe unter Nachfolgesorgen leiden, hat die Bäckerei Eibauer die Betriebsübergabe längst bestens geregelt. Und das, obwohl Heinrich Eibauer keineswegs im Ruhestand ist. Er ist Geschäftsführer einer Bäckerei-GmbH, ebenso wie seine Frau und seine beiden Töchter. Die Zwillingsschwestern Annette und Ines sind 32 Jahre alt und verkörpern Fachkompetenz im Doppelpack. Beide haben Bäcker und Konditor gelernt, beide haben die Meisterprüfung im Bäckerhandwerk abgelegt und beide sind Betriebswirte des Handwerks.

Mit geballter Frauenpower und fundiertem Know-how führen sie das Unternehmen zusammen mit ihren Eltern. Die Aufgaben sind klar geregelt, Annette Eibauer verantwortet den Produktionsbereich, Ines Eibauer ist für Verkauf und Verwaltung zuständig. Sie ergänzen sich perfekt und führen das Unternehmen überaus erfolgreich.

Das hohe Engagement, das ihnen ihr Beruf und ihre Aufgaben abverlangen, schultern sie fröhlich lächelnd und sagen: „Wenn man so einen Betrieb führen darf, muss man sich halt reinhängen.“ Für die Schwestern stand der Beruf, der ihnen viel Freude macht, stets an erster – private Belange an zweiter Stelle. Scheinbar haben ihre Eltern es verstanden, ihnen die eigene Freude am Beruf zu vermitteln und sie für das Handwerk zu motivieren. Es sei von Anfang an für sie fest gestanden, dass sie im Bäckerberuf arbeiten und in den elterlichen Betrieb einsteigen wollen, erklären die Schwestern einstimmig.

Diesen haben Reinhilde und Heinrich Eibauer im Jahr 1975 durch die Übernahme einer Bäckerei in Obereisesheim gegründet. Die erste Filiale wurde 1979 eröffnet. Die einstige Backstube wurde bald zu klein für den stetig expandierenden Betrieb, sie dient heute als Arbeitsvorbereitungsraum. Um die höheren Produktionsmengen bewältigen zu können, wurde die Backstube 1983 durch einen Anbau auf großzügige 350 m² erweitert. Filiale Nummer zwei folgte im Jahr 1988 in Heilbronn-Frankenbach, 1992 eröffnet die Bäckerei Eibauer eine Verkaufsstelle in Bad Wimpfen. Im Jahr 1996 folgte eine weitere Filiale in Bad Wimpfen, 2004 die nächste.

Familie Eibauer investiert regelmäßig in ihre Verkaufsstellen, sowohl in Sachen Ausstattung als auch bezüglich Sortiment und Service. Entsprechend der Verbraucherwünsche werden in der Mehrzahl der Verkaufsstellen Frühstück sowie kleine Mittag- und Abendessen angeboten. Drei Standorte sind sonntags geöffnet.

Kapazität großzügig erweitert

Im Jahr 2004 entschloss sich die Familie, ihren Betrieb künftig als GmbH zu führen und die Aufgaben auf vier Geschäftsführer-Schultern zu verteilen. Ein Jahr später wurde die fünfte Filiale (in Heilbronn) eröffnet. Hier werden alle Speisen auf einer in die Theke integrierten Grillplatte vor den Augen der Kunden frisch zubereitet. Mit Filiale Nummer fünf gelangte die Kapazität der Produktion endgültig an ihre Grenzen. So wurde eine erneute Erweiterung der Produktionsräume nötig. Durch den Kauf eines Nachbargrundstücks war Platz für einen Anbau. Dieser wurde 2008 fertig gestellt.

Rund 800m² Fläche stehen den Bäckern und Konditoren nun zur Verfügung. So soll das Arbeiten sein und so soll es auch bleiben, ist sich Familie Eibauer einig. Denn mit dem Filialisieren ist erst mal Schluss. Der Betrieb steht auf gesunden Beinen, die Produktion ist aus-, aber nicht überlastet, und die Verkaufsstellen befinden sich auf neuem Stand. Entsprechend steht als nächstes Ziel die Modernisierung des Maschinenparks auf dem Plan sowie der Ausbau des Bereiches Konditorei. Doch vorerst ist mit der stattlichen Produktionserweiterung erstmal ein großer Meilenstein erreicht.

Die Einweihung der neuen Räume feierte Familie Eibauer mit zahlreichen Gästen. Neben Mitarbeitern, Familie und Freunden waren auch Branchenvertreter geladen und „sind sehr gerne hier“, lachte Obermeister Bernhard Kuhn. Er kennt Eibauers seit Jahren und schätzt die kompetente und herzensfröhliche Familie sehr. Auch Landesinnungsverbands-Geschäftsführer Andreas Kofler freut sich über die aktive Unternehmerfamilie. „Wenn wir vom LIV ein Seminar anbieten, sind Annette und Ines Eibauer fast immer dabei“, lobte er den Weiterbildungswillen und Vorwärtsdrang der beiden Geschäftsführerinnen.

Dieser wird auch auf der Homepage der Bäckerei deutlich. Sie ist aktuell gepflegt und wird als aktives Kommunikationsmittel zwischen Betrieb und Kunden genützt. Diese können dort einen Newsletter mit aktuellen Angeboten abonnieren, Fragen stellen und die jeweils gültigen Speisepläne einsehen.


Artikel vom 23.02.2009
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