Fachthema

Kleider machen Werbung

Attraktive, einheitliche Berufsbekleidung ist in ihrer Bedeutung und Wirkung nicht zu unterschätzen


Silke Liebig-Braunholz

Sie ist ein kleiner Baustein und kann viel bewirken. Eine attraktive Berufsbekleidung und geschriebene Kleiderordnung beeinflusst das Erscheinungsbild einer Bäckerei entscheidend. In einem gepflegten Ambiente mit entsprechend gekleidetem Personal fühlen sich schließlich auch die Kunden wohl.

„Immer korrekt angezogen“ – diese Aussage bringt es auf den Punkt. Dagegen steht ein kunterbunt gekleidetes Personal, etwa mit einer farbigen Bistroschürze, schmuddeligen Hemden und ausgetretenen Sandalen. Dass der Kunde oder Gast aus dieser öffentlichen Wahrnehmung irgendwann auch sein Bild über die Bäckerei formt, liegt nah. Deshalb gibt es keinen inkonsequenten Weg: Berufsbekleidung sollte dem Firmenbild angepasst, sauber und stets hygienisch einwandfrei sein. Eine Bäckerei, die für sich in Anspruch nimmt, Dienstleistungen auf hohem Niveau anzubieten und deren Personal im unmittelbaren Kontakt mit dem Gast steht, muss sich auch über Sinn und Zweck gepflegter Berufsbekleidung bewusst sein. Sie ist eine der Visitenkarten des Unternehmens.

Am Anfang steht die Entscheidung: Wie möchte eine Bäckerei mit ihren Filialen nach außen wirken? Wenn das Personal nicht leicht zu überzeugen ist Berufsbekleidung zu tragen, helfen Fachausrüster mit einem breiten Sortiment an Möglichkeiten, das Team einerseits einheitlich, andererseits aber auch modisch und individuell einzukleiden. Das Backhaus Markus in Kassel hat das Tragen der Berufsbekleidung beispielsweise in einer Betriebsvereinbarung festgelegt. Eine Vollzeitkraft, die in der Filiale mit Cafébetrieb eingesetzt ist, bekommt drei Bistroschürzen gestellt und muss lediglich die Reinigung der Berufsbekleidung selbstständig koordinieren. „Die Beschränkung der persönlichen Freiheit durch das Tragen von Berufsbekleidung ist gerechtfertigt, wie das Bundesarbeitsgericht (BAG) in seinem Beschluss vom 13. Februar 2007 bekräftigt hat. Denn Berufskleidung dient dazu, ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten und das Personal identifizieren zu können. Eine Grenze liegt da, wo die Kleidung die körperliche Bewegungsfreiheit stark einschränkt oder eine ausgesprochen ungünstige Optik hat“, kommentierte Rechtsanwältin Sandra Warden vom DEHOGA-Bundesverband den Beschluss in der Allgemeinen Hotel- und Gastronomiezeitung vom 2. Juni 2007. Neben einer attraktiven Optik spielt die Funktionalität natürlich eine Rolle und das gilt natürlich auch für das richtige Schuhwerk. Spezialisten wie Alpro bieten hier Berufsschuhe, etwa den neuen Safe & Clean Clog A 630, der in der Backstube durch das anatomisch geformte Fußbett aus dem Hause Birkenstock und mit spezieller Oberfläche (Schmutz- und Öl abweisend) ausgestattet, beste Dienste leistet.

Für die entsprechende Corporate Identity sorgen farblich passende Kleidungsstücke mit dem Firmenlogo der Bäckerei. Eckhardt Schütz von der Bäckerei Steiskal in Kiel hält diesen Aspekt für wichtig. Seiner Meinung nach hat gerade die zunehmende Filialisierung ein einheitliches Erscheinungsbild notwendig gemacht. „Dass das Personal bunt zusammengewürfelt je nach Bedarf seine Arbeitskleidung trägt, ist mittlerweile undenkbar. Neben einem einheitlichen Auftritt unserer Mitarbeiter in den 40 Filialen sind die Kriterien Zweckmäßigkeit, Tragekomfort und Funktionalität der Kleidung überaus wichtig“, erklärt er. Hierauf hat sich beispielsweise das Unternehmen Erwin Müller mit dem Hersteller Jobeline spezialisiert. Gerade bei Kleidung, die bei starker körperlicher Belastung getragen wird, wie etwa im Küchenbereich oder der Backstube, bietet Jobeline verschiedene atmungsaktive Materialien und Schnittlösungen an sowie Netzeinsätze zur optimalen Belüftung.

Die Reinigung ist dabei völlig unkompliziert, da die Kleidung bei bis zu 95 Grad Celsius gewaschen werden kann.

Thomas Echelmeyer, der bei der Deutschen Berufskleider-Leasing GmbH (DBL) das Verbands- und Handwerksmarketing leitet, verweist beim Thema Reinigung auf das Kriterium Hygiene. So muss Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben die hygienischen Anforderungen über die gesamte Nutzungsdauer hinweg erfüllen können. Deshalb sollten nach DIN 10524 die Textilien unter den Bedingungen einer gewerblichen Wäscherei behandelbar sein, d. h. waschbar, desinfizierbar und finishbar. Wäschereibetriebe, welche das Recht zur Führung des RAL-GZ 992/3 für Wäsche aus Lebensmittelbetrieben besitzen, erfüllen die notwendigen hygienischen Anforderungen.

Als Anbieter von textilen Komplettlösungen ist die DBL deshalb auch bemüht, das Hygienebewusstsein ihrer Kunden zu stärken und vermittelt ihnen etwa die Zweckmäßigkeit von Richtlinien wie HACCP und Normen wie DIN 10524. Beide Verordnungen warnen vor der nachteiligen Beeinflussung der Lebensmittel durch unzweckmäßige Berufskleidung. Den Verarbeitern von Lebensmitteln werden damit klare Fakten aufgelistet, an die sie sich bei der Beschaffung und Pflege von Berufskleidung orientieren müssen. Definiert werden unter anderem die Bereiche Gewebe, Tragekomfort, Schnitt, Verschlüsse, Taschen und Embleme. Danach darf die Berufskleidung etwa in Bereichen mit hohem und höchstem Hygienerisiko keine außen liegenden Taschen aufweisen. Ausnahme: Für den Arbeitsprozess notwendige Taschen sind erlaubt, müssen allerdings mit Patten verschließbar sein. Dies betrifft auch alle von außen zugängigen Innentaschen. Die Länge der Kittel sollte bis zum Knie reichen. Bei den Ärmelabschlüssen empfiehlt sich eine Ausstattung mit verstellbarer Weite. Dabei gelten Druckknöpfe gegenüber Stretchbündchen als deutlich hygienegerechter. Als Verschluss der Kittel ist eine verdeckte Druckknopfleiste geeignet.

Die Traditionsbäckerei Jasiek in Isernhagen hat die Vorzüge von zweckmäßiger und gepflegter Berufsbekleidung bereits erkannt. Mit der Renovierung der Bäckerei und der Einführung des Frontbaking veränderte sich auch das Erscheinungsbild des Personals im Unternehmen:

„Unsere Verkäuferinnen tragen nun eine einheitliche Kleidung“, betont Geschäftsführerin Karola Neu. Bei den Verkäuferinnen harmonieren die schwarzen Blusen mit den rot-schwarz gestreiften Bistroschürzen zu schwarzen Hosen. Schließlich esse das Auge des Kunden mit: „Backwaren und Service müssen stimmen. Da sollte auch das Personal appetitlich aussehen“, sagt Neu. Astrid Koch von der Bäckerei Koch in Siegen schließt sich dieser Aussage an. „Wir haben 40 Mitarbeiter in unserem Betrieb. Da sind ein einheitliches Erscheinungsbild sowie ein gepflegter Auftritt sehr wichtig. Unsere Damen tragen gelbe Schürzen und Blusen, die zum Image unserer Bäckerei passen. Durch die Zusammenarbeit mit der DBL finden wir zu Beginn der Woche immer frisch gepflegte, gut sitzende Kleidung vor. Kleine Schäden, wie beispielsweise lose Knöpfe, werden vom Mietservice tadellos ausgebessert oder wurden gegen ganz neue Kleidung ausgetauscht“, erläutert sie ihre Erfahrungen.


Artikel vom 06.08.2008
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