Marketing_Verkauf

Kleider machen Unternehmen

Saubere und einheitliche Berufskleidung steht für die Ordentlichkeit des Betriebes / Führungskräfte als Vorbilder


von Ulrich Stökle

Einheitliche Berufskleidung – eine recht zwiespältige Sache! Als Kunde, ja da liebt man es, wenn man am Flughafen, bei der Post oder in Parfümerien von adrett gekleideten Damen und Herren bedient wird. Das Personal trägt schicke Uniformen, die weder Falte noch Fleck aufweisen. Alle Bediensteten weisen sich mit angesteckten Namensschildern akkurat aus. Und dann noch die schicken Halstücher, die einen bunt modischen Akzent mit sich bringen!

So soll es sein, so erwartet man es und nur so gibt das Unternehmen schon vorab einen guten Eindruck ab. Alles andere wäre, gelinde gesagt, auch ziemlich irritierend. Oder was wäre von einem Polizisten zu halten, der mit offenem Hemd, Dreitagebart und in Badeschlappen erscheint? Dann lieber doch akkurate Dienstuniform anstatt abgewetzte Freizeitkleidung. Wie gesagt: Als Kunde setzt man so etwas als selbstverständlich voraus.

Chef muss Vorbild sein

Aber wie wird es gesehen, wenn man auf der anderen Seite der Verkaufstheke steht – wenn man selbst in der Rolle des Personals steckt? Ja das ist natürlich eine ganz andere Sache, die merklich schwerer fällt: Man ist hier zwar Verkäufer, aber deshalb verkleidet man sich doch nicht gleich als Clown. Man spielt doch nicht den Lakai in Uniform. Das Namensschild scheint etwas Minderwertiges zu sein – der Chef trägt es jedenfalls auch nicht. Warum soll man sich das selbst antun? Das modische Tuch hängt man sich nicht um, denn es kratzt am Hals. Die Schürze stört und in diesem T-Shirt friert man. Also zieht man eigenmächtig etwas anderes an. Und überhaupt lässt man sich einfach nicht vorschreiben, was angezogen werden soll.

In vielen Firmen braucht man sich nicht darüber zu wundern, warum das mit der einheitlichen Kleidung partout nicht funktionieren will. Das Thema wird nämlich in den wenigsten Fällen konsequent praktiziert. Seitenlange Richtlinien nutzen rein gar nichts, solange sich nicht alle Ränge eines Unternehmens daran halten. Wenn ein Vorgesetzter trägt, was er will und sich nicht um eine Kleiderordnung kümmert, dann will das gesamte Personal auch nichts davon wissen. Schließlich will man so sein wie der Chef. Wenn es ein Privileg ist, keine Uniform tragen zu müssen, dann strebt man das auch an.

Hygiene wird erwartet

Und wie ist das nun in Ihrem Unternehmen geregelt? Nehmen Sie es mit der Berufskleidung auch nicht so genau? Flanieren Sie als Chef oder Chefin auch immer in Privatkleidung durch das Verkaufslokal? Gibt es in Ihrer Firma überhaupt einheitliche Kleiderregeln oder darf jeder anziehen, was er will? Achten Sie auf ordentliche und saubere Erscheinung Ihrer Mitarbeiter? Oder sind Ihnen ungepflegte Haartracht, schmutzige Kleider und Finger oder gepiercte Lippen, Ohren und Nasen egal?

Wer dieses Thema für nicht besonders spannend hält, darf nicht vergessen, dass man es in Bäckereien immer noch mit Lebensmitteln zu tun hat. Gerade hier erwarten Kunden sauberen und hygienisch einwandfreien Service. Niemand genießt gerne Backwaren in einem schmutzigen Umfeld.

Deshalb muss klar sein, dass auch eine vermeintliche Kleinigkeit wie „saubere Kleidung“ absolut wichtig ist. Berufskleidung könnte man durchaus als Visitenkarte eines Unternehmens bezeichnen. Der Dreck an der Schürze der Verkäuferin könnte ein Indiz dafür sein, dass es auch hinter den Kulissen dieses Geschäftes nicht besonders steril zugeht. Gleichgültig, ob diese Folgerung nun berechtigt ist oder nicht: So kombiniert der Kunde nun mal. Deshalb sollte es eine klare Selbstverständlichkeit sein, für saubere Kleidung im Unternehmen zu sorgen. Noch verstärken können Sie dieses Image, wenn Sie nicht nur auf saubere, sondern gleichzeitig auch auf einheitliche Kleidung achten.

Berufskleidung steht für Ordentlichkeit innerhalb einer Firma. Eine Art Dienst-Uniform hebt noch besser Ihre Absicht für sauberste und beste Dienst-Leistung hervor. Dabei sollte man aber nicht nur für vordergründige, sondern lieber für ehrliche Sauberkeit im gesamten Unternehmen sorgen. Der Kunde nimmt die Inszenierungen Ihres ordentlichen Verkaufspersonals nämlich nicht ab, wenn gleichzeitig ein verdreckter Transporter vorfährt, aus dem ein schlampiger Fahrer im Trainingsanzug verschmutzte Kisten durch den Laden schiebt.


Artikel vom 05.06.2008
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