Marketing_Verkauf
Kaffee schmeckt nur im richtigen Umfeld
Die attraktive Darbietung von Kaffee und Backwaren haben einen wesentlichen Einfluss auf das Genussempfinden

Sauber, aufgeräumt und attraktiv – da schmeckt die Kaffeespezialität gleich doppelt gut. Fotos: Stökle Fotos: Stökle
Die meisten Bäckereien sind zusätzlich ausgestattet mit Kaffeeangeboten für ihre Kunden. Und das ist gut so, denn was liegt näher, als den ein oder anderen Gast zum Verweilen einzuladen und ihn zu zusätzlichen Umsätzen zu animieren. Welche Branche würde besser zu Kaffeeausschank passen, als eine Bäckerei, die mit Kuchen und Snacks schließlich die passenden Beigaben für Kaffee, Kakao, oder Milchkaffee anbieten kann! Ob unter einem solchem Kaffeeausschank nur einen einziger Stehtisch oder ein großes Sitzcafe zu verstehen ist – es gilt allgemein zu prüfen, was zu beachten ist und was am Besten vermieden werden sollte.
Sauberkeit ist oberstes Gebot
Das große Thema Nummer Eins ist natürlich auch in diesem Bereich die Sache mit der Sauberkeit. Die ist in Bäckereien insgesamt immens wichtig und erstreckt sich nicht nur aufs Brotregal, sondern auch auf den besagten Cafébereich. Wenn das so ist, dann nehmen wir doch erst einmal die Café-Tische unter die Lupe: Sind die wirklich steril sauber oder eher chronisch verkrümelt? Ist das Geschirr der vorigen Kundschaft sauber weggeräumt oder stehen noch die eingetrockneten Tassen auf dem Tisch herum? Ist hier der Wagen zum Abräumen, der überladen mit schmutzigem Geschirr der letzten Tage herumsteht, der Blickfang Nummer Eins – oder ist dieses Gefährt doch lieber leer, abgeräumt und dezent nebenan platziert?
Wer als Kunde bei seiner Kaffeepause den Blick nach rechts und links schweifen lässt, entdeckt noch viel mehr Feinheiten im Cafébereich, die ihm entweder gefallen oder nicht. Wie sieht es aus mit den ganzen Utensilien auf dem Tisch? Ist der Zuckerstreuer wirklich appetitlich sauber oder eher verklebt und verstopft? Wird die Milch in appetitlichen Portionspäckchen angeboten oder steht hier nur ein Tetrapack vom Discounter zur Selbstbedienung?
Ist der Aschenbecher im Außenbereich, der durch ein striktes Rauchverbot ohnehin überflüssig sein könnte, sauber oder eher bis zum Überlauf voll mit Zigarettenstummeln?
Die kleine Getränke- und Speisekarte auf dem Tisch – ist das wirklich eine dezent ansprechende Visitenkarte fürs Unternehmen oder stellt sie eher einen zerknickten Schmierzettel dar, auf dem die Preise schon zum dritten Mal mit Handschrift übermalt worden sind?
Und dann das gesamte Kaffeegeschirr: Auch das kann dem Kunden verraten, wo er sich gerade befindet: In einem perfekten Cafébereich aus einem Guss oder nur bei einem amateurhaften Gastronomen. Wird hier wirklich absolut sauberes, hochwertiges und einheitliches Geschirr eingesetzt oder wird eher mit einem Sammelsurium verschiedener Gedecke gearbeitet, die mit vergilbter Inschrift auf den jeweiligen Sponsor hinweisen? Die Palette reicht dabei vom Logo des Kaffeerösters bis hin zu einer Werbeaufschrift des Ladenbauers und von kleinen oder großen Tellern bis hin zu Tassen verschiedenster Typen. Im Besteckkasten liegen drei Versionen von Kuchengabeln und vier verschiedene Formen von verbogenen Löffeln. So etwas, zusätzlich noch abgewetzt von der Spülmaschine, deutet verdächtig darauf hin, dass dieser Cafébereich weniger mit Liebe zum Detail und Sorgfalt zusammengestellt wurde, sondern schnell-schnell mit lauter Restposten improvisiert worden ist.
Doch das Wichtigste – wie schmeckt eigentlich der Kaffee selbst? Wurde der wirklich frisch gebrüht oder ist er derart bitter, weil er Stunden in seiner Thermoskanne auf Kundschaft warten musste? Wurde mit Kaffeesorten, Wasserqualität vor Ort und Maschinentyp so lange getüftelt, bis man auf den angebotenen Kaffee stolz sein kann oder muss zugegeben werden, dass der Inhalt der Tasse nur eine dunkle Brühe ist?
Zusammenfassend muss gesagt werden – Kaffeeangebot ist nicht gleich Kaffeeangebot und fällt von Geschäft zu Geschäft höchst unterschiedlich aus. Es schadet deshalb nicht, solche Bereiche immer wieder kritisch zu prüfen und wenn nötig, nachzubessern. Der Kaffeeausschank ist, was die Gewinnspanne angeht, viel zu interessant, um ihn nur dürftig zu praktizieren.
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