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Gute Planung erspart Energie und Kosten
Interview
Dipl. Physiker Klaus Ried ist Gründer und Inhaber der NET – Neue Energie-Technik GmbH. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Wärmerückgewinnungsanlagen zu konzipieren und zu bauen. Hauptkunde sind backende Betriebe, die gerade auch wegen der hohen Energiepreise hier Einsparpotenziale ausschöpfen können.
ABZ: Mit den steigenden Energiepreisen machen sich viele Bäcker Gedanken, wie Energie eingespart werden kann. Welche Systeme bieten Sie zur Energieeinsparung an?
Klaus Ried: Wir nutzen durch unsere Technik die Abwärme der Öfen, das heißt genauer die Abwärme der Brenner-Abgase und die Abwärme des Backschwadens für die Warmwasserbereitung und die Gebäudeheizung.
Daneben bleiben selbstverständlich noch unvermeidbare Verluste durch Wärmeabstrahlung der Öfen und die Wärme, die in den heißen Backwaren steckt.
Die mit dem Rauchgas und dem Schwaden abfließende Wärme von Backöfen nutzen wir mit speziell für diese Anwendungen entwickelten Wärmetauschern. Die Wärme wird den Abgasen entzogen und an Wasser als Wärmeträger abgegeben.
Die zurück gewonnene Wärme wird dann in einen Pufferspeicher geladen und von dort direkt in die Heizungsanlage abgegeben. Das System kann mit jeder Heizungsanlage kombiniert werden.
ABZ: Welche Einsparpotenziale können mit Ihren Anlagen realisiert werden?
Klaus Ried: Sie konnten in vollmundigen Werbeaussagen lesen, dass es Anlagen geben soll, die 99 Prozent Energie nutzen. Diese Aussagen ignorieren jedoch die Naturgesetze. Wie schon gesagt, geht ja zum Beispiel Energie in die Backwaren. Das ist unvermeidlich!
Heute ist es technisch möglich, dass mit hohem Aufwand rund 1/3 der eingesetzten Energie zurückgeholt werden kann. Wirtschaftlich sinnvoll ist es, zum Beispiel mit unserer Technik Rauchgas und Schwaden getrennt aufzufangen. Damit können Sie rund 20 bis 25 Prozent an Energie einsparen.
ABZ: Warum sollte Rauchgas und Schwaden getrennt zur Wärmerückgewinnung genutzt werden?
Klaus Ried: An erster Stelle des Wärmeverlustes bei einem Backofen steht der Schwaden. Hier geht die meiste Energie verloren. Schwaden ist ja nichts anderes als Wasserdampf und heiße Luft, der mit einer Temperatur von 100 bis 200 °C abfließt.
Würde der Schwaden ins Rauchgas gemischt, würde der Wasserdampf verdünnt werden und im Wärmetauscher nicht mehr kondensieren. Um die Energie des Schwadens aber effektiv nutzen zu können, ist ein spezieller Schwadenkondensator mit eigenem Ladekreislauf zum Pufferspeicher erforderlich. Das ergibt sich aus unseren Berechnungen, die auch durch die Praxis bestätigt werden.
ABZ: Was sollte ein Bäcker also tun, wenn er mit dem Gedanken spielt, Energie durch Wärmerückgewinnung einzusparen?
Klaus Ried: Erster Schritt ist sicherlich die Information, z.B. durch diese Fachzeitung, über unsere Internet-Seite oder durch Anforderung von Informationsmaterial. Für ein Angebot benötigen wir vom Bäcker Daten, zumindest über die eingesetzten Backöfen und die Betriebszeiten, möglichst auch noch zum Verbrauch an Warmwasser und Gebäudewärme und – falls vorhanden – zur Abwärme der Kälteanlage. Wir geben dem Bäcker dann Empfehlungen, wie er die zurück gewonnene Wärme sinnvoll einsetzen kann. Wichtig ist auch, dass die Nutzung von Abwärme möglichst frühzeitig – bei einem Neubau alsoschon bei den ersten Planungsschritten – berücksichtigt wird. Bei einer späteren Nachrüstung entstehen meist höhere Kosten oder man muss wegen des Bestands Kompromisse schließen, die bei rechtzeitiger Planung nicht nötig wären. Wenn die Planung stimmt, kann man die Wärmerückgewinnung in manchen Fällen auch schrittweise realisieren, um die Kosten auf einen längeren Zeitraum zu verteilen.
Eines ist dabei ganz sicher: Energie wird in Zukunft nicht billiger. Wenn das Gebäude steht und die Backtechnik installiert ist, muss der Bäcker damit auch bei weiter steigenden Energiepreisen zurecht kommen. (pf)
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