Reportage
Gepflegtes Outfit schafft Vertrauen
Kunden schätzen Sauberkeit. Berufsbekleidung in hygienisch einwandfreier Optik kann ein Baustein für das positive Geschäftsimage sein

Auch in feuchtwarmen Arbeitbereichen sorgen die Polos, T-Shirts und Hosen der Kollektion Mewa Vivaline für angenehmen Tragekomfort.
Auch die aufgeklärte Gesellschaft schaut zunächst auf das Erscheinungsbild ihres Gegenübers. Reichte in den siebziger Jahren noch der Kittel oder die Latzhose aus, sollen die Sympathien der Kunden heute durch eine optisch anspruchsvolle Kleidung gewonnen werden. Attraktive Schnitte, bequemer Tragekomfort, sinnvolle Extras und die Verwendung der individuellen Hausfarben – das gilt momentan als en vogue.
Wer als Unternehmer seine Marke etablieren will, kleidet sein Team im frischen Firmendress. Aus diesem Grund haben sich auch die Anforderungen an die Dienstleister für Berufskleidung geändert. „Heute spielen modische Akzente eine größere Rolle. Daher müssen wir bei der Auswahl der angebotenen Kollektionen immer stärker auf den Zeitgeschmack eingehen“, sagt Louis Serrado, Geschäftsführer Deutsche Berufskleider-Leasing (DBL) sowie des Vertragswerkes Klarner-Textilservice. Auch Uwe Boehlke, Branchenmanager Construction, CWS-Boco Deutschland, erklärt: „Bei der Ausstattung des Verkaufs- und Servicepersonals sehe ich einen deutlichen Trend zu mehr Individualität. Gleichzeitig werden modische Aspekte immer wichtiger. Deshalb passen wir das breite Sortiment unserer Fashion Line kontinuierlich an Modetrends an“.
Leger und elegant
Denn der „Casual Look“ ist längst auch in der Berufsbekleidung zu finden und der eigene Stil darf bei Arbeitskleidung nicht zu kurz kommen. Lässig, sportlich und unkonventionell soll es auch im Job hergehen. Eine amerikanische Erfindung, die Eleganz mit Zwanglosigkeit verbindet. Bistroschürzen werden mit Blusen oder Hemden kombiniert. Im Thekenbereich greift das Personal gern auf Latzschürzen zurück. Beige- und Brauntöne haben durch das Trendthema Coffeeshop wieder ihren Einzug in die Berufsbekleidung gefunden. Aber auch die Farbe Apricot ist gefragt, weil sie sich mit vielen anderen Farben kombinieren lässt. Das Unternehmen Engelbert Strauss präsentiert seine Schürzen neuerdings in dieser Farbe. Dazu empfehlen sich die modischen Piqué-Shirts. Der Dienstleister Mewa in Wiesbaden hat seine Linie Classicline S extra für die Bedürfnisse im Verkaufs- und Servicebereich entwickelt. Je nach Geschmack des Hauses lassen sich die Hemden, Westen und Hosen entweder fröhlich-frech mit Blusen in Vichy-Karos, legeren Poloshirts und kecken Schildmützen kombinieren oder dezent Ton-in-Ton tragen – in edlen Farben wie bordeauxrot, bottlegrün oder braun.
Doch nicht nur die Vielseitigkeit der Berufskleidung hat zugenommen. Auch die Ansprüche der Kunden an die Ausstattung sind kontinuierlich gewachsen. Dies fängt beim Namensemblem und Logo an. Heute gehört zu einer seriösen Ausstattung das deutlich sichtbare Namensemblem auf der Kleidung. Das Firmenlogo auf Brust oder Rücken, vielleicht auch am Oberarm, prägt den Namen des Unternehmens bei seinen Kunden ein. „In unseren einzelnen Vertragswerken lagern rund 34.000 unterschiedliche Logos“, sagt Louis Serrado. Das Bekleidungswerk Hoon in Nordhorn bestickt oder bedruckt die ausgewählten Produkte der Kunden ebenfalls. Und auch Profi dress schafft Individualität durch Drucke des Namens und/oder Firmenlogos.
Ein weiterer Trend sind die modischen Accessoires, wie etwa Kappen, Krawatten, Vorbinder oder Einstecktücher. Sie setzen farbliche Akzente und individualisieren damit die Berufskleidung. Hoon bietet mit seinem eine große Anzahl an Designs und Farben zur Kombination an. Änderungen an den Standartteilen sowie die Erstellung einer individuellen Firmenmode bis hin zu Maßanfertigungen – all dies ist möglich. Mewa hat die Basics der Linie Classicline S durch eine große Auswahl an Bistro-, Latz- und Rockschürzen sowie Vorbinder und Westenröcken ergänzt. Artikel wie Schildmützen, Servicebinder, Fliegen und Krawatten bilden das I-Tüpfelchen für den geschmackvollen Auftritt.
Regelmäßig reinigen
Perfekt wird jeder Auftritt jedoch erst durch die entsprechende Hygiene. Sie ist ein hohes Gut und gesetzlichen Bestimmungen und definierten Normen wie HACCP oder die DIN 10524 beschreiben die Rolle der Textilien in der Personalhygiene. Beide Verordnungen warnen vor der „nachteiligen Beeinflussung der Lebensmittel“ durch unzweckmäßige Berufskleidung. Die regelmäßige Reinigung der Berufsbekleidung ist schon aus diesem Grund unabdingbar. Miele hat sich beispielsweise mit der neuen Generation der „Kleinen Riesen“ und Spezialprogrammen auf die Bedürfnisse von Bäckereien mit durch Mehl und Fett verschmutzter Berufsbekleidung eingestellt. Die Maschine Profiline mit einem Füllgewicht von 6,5 Kilogramm bietet Bäckereien zwei Programme mit speziellen Vorspülgängen gegen Mehl- und gegen Fettverschmutzungen.
Für größere Unternehmen mit mehreren Filialen wird der Aufwand der selbstständigen Reinigung jedoch zu groß. Sie sind gut beraten, sich eines zertifizierten Dienstleisters anzunehmen, der die Vorgaben der professionellen Wäsche und Pflege erfüllt. Dieser ermöglicht die Anlieferung der Kleidung in einer hygienischen Qualität, die sich nahtlos in jedes HACCP-System einfügt. „In Deutschland ist das europäische Recht längst umgesetzt. Für alle, die Lebensmittel produzieren, verarbeiten oder anbieten, heißt das: Sie müssen hygienisch einwandfrei arbeiten und es entsprechend dokumentieren. Die Kleidung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört dazu“, bestätigt Textilingenieur Wolfgang Quednau, Mitglied in zahlreichen Normungsgremien wie ISO, CEN und DIN. „Wer selbst wäscht oder bei einem Lohnwäscher waschen lässt, der nicht nachweisen kann, dass er die Kleidung hygienisch einwandfrei wieder anliefert, kann gegebenenfalls in Schwierigkeiten geraten“, betont er.
Full-Service-Versorgung
Experten wie auch der Branchenreport BBE 2008 sehen nicht zuletzt deshalb für die Mietberufskleidung signifikante Wachstumschancen. Der Wunsch der Unternehmen nach einer Full-Service-Versorgung nimmt zu. Denn die Anschaffung, Lagerhaltung, Reinigung und Organisation von Berufsbekleidung bedeutet einen erheblichen Zeit- und Geldaufwand für Unternehmen. Doch es gibt genügend Anbieter von textilen Komplettlösungen. Dazu gehört die Firma Urzinger Textilmanagement, Landshut. Seit über 100 Jahren ist das Unternehmen im Bereich textile Mietdienste tätig und bietet von der Ausstattung mit Mietberufskleidung über die Textilversorgung mit Produkten aller Art bis hin zu Hygienelösungen – wie Schmutzfangmatten – einen umfangreichen Service an.
Modelle nach Wunsch
Hoon beispielsweise bietet unter anderem die Lagerhaltung der Berufsbekleidung an, die bedarfs- und termingerecht vom Träger abgerufen werden kann. Das selbe gilt für das Unternehmen Marktkontor. Zudem bietet der Hersteller eine lange Nachkaufzeit aller Artikel aus dem Kernsortiment. Zum Service gehören neben der Beratung auch Gespräche mit den Verkäuferinnen, um deren Wünsche mit einzubeziehen. Außerdem werden Muster erstellt und Kollektionen vorher anprobiert.
Boco hat seine Kollektion Fashion Line auf die Bedürfnisse von Bäckereien zugeschnitten. Alle Artikel innerhalb der bestehenden Kollektion lassen sich ideal miteinander kombinieren und zeichnen sich unter anderem durch hochwertige Materialien aus, die nach den strengen Hygienenormen der Branche waschbar sind. Zudem holt, wäscht und bringt der textile Dienstleister die Kleidung
Auch die Mewa-Kollektionen Euroclean und Vivaline wurden für die Anforderungen in der Nahrungsmittelproduktion entwickelt. Die Berufskleidung erfüllt die aktuellen EG-Richtlinien für Lebensmittelhygiene. „Wichtige funktionelle Details von Hygienekleidung, die den Normen für Lebensmittelhygiene entsprechen, sind etwa Verschlussleisten mit verdeckten Druckknöpfen und innen liegende verschließbare Taschen“, sagt Oliver Gerrits, Leiter Abteilung Marketing und Produktentwicklung bei Mewa.
Nicht vernachlässigt werden darf zudem die Sicherheit bei Schuhbekleidung, die ebenfalls bestimmte Kriterien wie etwa Rutschfestigkeit erfüllen sollte. So bieten beispielsweise die Superlauf-Modelle des Anbieters Birkenstock die passende Lösung für ein langes Gehen, Laufen und Stehen im Berufsleben. spezielle Laufsohle besteht aus zwei aufeinander abgestimmten Komponenten: einer trittdämpfenden Zwischensohle sowie einer rutschhemmenden und abriebfesten Sohle, die Unebenheit ausgleicht.
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