Aus- & Weiterbildung
Genuss soll zum Erlebnis werden
Trend-Seminar der Bäko Untermain: Rund um Qualitätsmanagement bis zu süßen mediterranen Kleingebäcken

„Dolce“ genannte, süße Kleingebäcke italienischer Art, vermitteln ein mediterranes Lebensgefühl und sollen den Umsatz ankurbeln. Fotos: dt-press
In diesem Jahr bestand die Themenmischung aus „Qualitätsmanagement im Backbetrieb“ und als Ergänzung dazu „Kennzahlen für den Backbetrieb“, sowie einem Vortrag „Kaffeegeschäft“ und „Dolce“, eine Vorstellung von Kleingebäcken aus Italien.
Heinrich Münsterjohann (BakeMark Deutschland) meinte zu Beginn, die Kunden wären der Qualität verbunden, nicht dem Unternehmen. Qualität sei ein Prozess, der sich beginnend beim Produkt bis hin zum Service über alle Bereiche eines Betriebes erstrecke. Qualität entstehe nur dann, wenn alle Mitarbeiter mitziehen. Jeder solle sich für den anderen mitverantwortlich sehen. Dazu gehöre als wesentliches Element, dass man sich einesteils klar ausdrücke und auf der anderen Seite aufmerksam zuhöre. Mit-Arbeiter sollten Mit-Unternehmer sein und die Lieferanten des anderen.
Qualitätssicherung bestehe auch darin, alle Beteiligte zu Verantwortlichen zu machen. Wo Probleme vorhanden wären, seien gleichzeitig Chancen vorhanden. Der Erlebniswert gehöre genauso zur Qualität wie der Genusswert; es sei auch eine Form der Qualität, anders zu sein als andere. Darum wäre es wichtig, die eigenen Stärken und Schwächen immer wieder einem Check zu unterwerfen, um weitere Verbesserungen zu erreichen. Weiter sei die Bearbeitung von Kundenreklamationen eine Art der Qualität und besonders auf diesem Sektor wären viele Chancen vorhanden, einen positiven Eindruck zu gestalten.
Verkauf als Profitcenter führen
Peter Baum, der für BakeMark-Consulting mit Seminaren und Weiterbildung am Standort Bingen tätig ist, hatte sich den Bereich Kennzahlen als Vortragsthema ausgesucht. Zuerst stellte er dar, wie wichtig und wie wertvoll es ist, über Kennzahlen zu verfügen. Etwa, um die richtigen Produkte im Sortiment zu haben. Er meinte in diesem Zusammenhang, ein zu breites Sortiment schaffe bei den Kunden eher Verwirrung denn Anreize zu kaufen.
Baum plädierte dafür, Deckungsbeiträge der einzelnen Produkte zu ermitteln und Umsatz- sowie Renditeziele festzulegen. Im Falle es keine Filialen gibt riet er dazu, den Verkauf dennoch als Profitcenter einzurichten und zu behandeln, das helfe zu mehr Übersicht und lasse wichtige Entscheidungen besser treffen. Es sei aktuell undenkbar, Bankgespräche ohne Vorlage von Kennzahlen erfolgreich zu führen.
Bei der Ermittlung von Kennzahlen sei unbedingt ein Zeitmanagement mit einzubringen. Weiter empfahl Baum bei Angaben zur so genannten ABC-Statistik, unter C zu untersuchen, welche Artikel entfallen könnten. Als unsinnig bezeichnete er es, wenn für 80Prozent Aufwand 20 Prozent Ergebnis erreicht werden, „das ist falsch und schlecht“. Baum meinte, der „internen Mafia“ sei am besten mit präzisen Werten zu begegnen, dadurch werde eine Fremdsteuerung ausgeschlossen.
Bio-Kaffee ohne Lizenz
Frank Epping von Cup&Cino stellte zuerst die Firma vor, die in 22 Ländern tätig sei. Vor fünf Jahren habe die Zusammenarbeit mit den Bäckern begonnen, Fortschritte wären allerdings nur sehr langsam zu sehen. Dabei sei besonders der Premium-Bereich, wie bei Wettbewerbern zu erkennen, ein absoluter Wachstumsmarkt und sollte besser genutzt werden. Diese Polarisierung der Märkte gelte im übrigen für alle Bereiche, fügte er hinzu.
Sein Haus wäre der Lieferant des weltweit frischesten Kaffee nach der Röstung, betonte Epping. Schon nach vier bis zehn Tagen sei die Ware da wo sie benötigt werde. Anderswo werden dafür Wochen und Monate benötigt.
Epping erläuterte Vertriebs- und Rechnungssystem, wonach schon bei relativ geringem Umsatz Gewinn erzielt wird. Es gebe auch Bio-Kaffee mit TransFair-Zeugnis, und Cup&Cino dürfe, auch hier als einzigster weltweit, Bio-Kaffee ohne Lizenz ausschenken. Ergänzend informierte Epping über Zusätze und Erweiterungen wie Syrup, Tee oder Ice-Shot in fünf Stufen. Die lieferbare Dekoration und Kleinmöbel wären dahin gehend konzipiert, Ambiente zu verkaufen als Schlüssel zum Erfolg. Die Kleinmöbel könnten auch geleast werden.
Wer wolle, können 14 Tage lang völlig kostenfrei zur Probe eine Grundausrüstung mit Maschine und Einweisung erhalten, bot Epping an.
Kleingebäcke aus Italien
Richard Lamprecht (Dreidoppel) gab Tipps, Hinweise und Ratschläge zur Erzeugung eines mediterranen Lebensgefühles mit Dolce genannten süßen Kleingebäcken. Damit solle Genuss zum Erlebnis werden und nach Möglichkeit den Umsatz steigern. Was bei Ansetzung von Stückpreisen von Erfolg begleitet sei.
In Italien zum Beispiel zeichne sich ein großer Trend ab, süße hochwertige Kleingebäcke zu verkaufen. Zum Kaffee im Geschäft, auch als Mitbringsel oder einfach zum Mit-nach-Hause-nehmen wären die Produkte aus der Dolce-Reihe passend.
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