Fachthema
Genuss inszenieren
Außergewöhnliches Flair für individuelle Erlebnisse: Was sich abhebt und authentisch ist, bleibt haften
Von Silke Liebig-Braunholz Der 08/15-Laden mit Brötchentheke, Tortentresen und Brotregal im Rücken der Verkäuferin ist out. Bäcker und Konditoren, die im harten Wettbewerb bestehen wollen, setzen auf ein Angebot, das den veränderten Genuss-, Kauf- und Lebensgewohnheiten ihrer Kunden entspricht. Dies verlangt auch von den Designern der Ladengeschäfte Antworten. Das gewisse Etwas ist gefragt, das einen Raum interessant macht und den Gast zum Wiederkommen bewegt. In eine attraktive Ladeneinrichtung fügen sich zudem technisch innovative Geräte, etwa für den vollendeten Kaffeegenuss. Zudem spielen das praktische Handling, energiesparende Prozesse und das moderne Design für die entsprechende Optik eine große Rolle.
Dass es kaum noch einen Unterschied zwischen dem Tagescafé und dem Restaurant gebe, sagt Unternehmenssprecherin Silvia Rütter von der Stuhlfabrik Schnieder. Das Unternehmen stattet seit Jahren Hotellerie und Gastronomie aus und widmet sich nunmehr auch der Backbranche mit ihren Steh- und klassischen Cafés. Dabei beschränkt sich das Lieferprogramm längst nicht mehr nur auf Stühle, sondern umfasst darüber hinaus auch gepolsterte Lederbänke, Sessel mit Loungecharakter bis hin zu komplett geplanten Sitzgruppenlösungen inklusive Tischen für Café-Bereiche. In Kooperation mit dem Planungsbüro make3 bietet Schnieder zudem mit einem speziellen Visualisierungsprogramm eine effiziente Entscheidungshilfe für alle Ladenbauplaner.
Vorhandenes optimal nutzen
Die Bäckerei-Konditorei Ulfers aus Eden in Jever verließ sich bei der Planung einer speziellen Geschäftslage im Vorkassenbereich eines Supermarktes auf den Ladenbauer Schmees aus Lathen/Ems. Der Ladenbauer integrierte hier sein Systemregal Panetura, auf dem sämtliche Angebote wie Brot, Brötchen, Gebäcke und Handelsware präsentiert werden können. Zusätzlich lassen sich die Regale auf unterschiedliche Warenmengen abstimmen. Die durchdachte Nutzung der vorhandenen Bedingungen und örtlichen Voraussetzungen sind es letztendlich, die den Erfolg des Ladenbaukonzeptes ausmachen. Auch Korte Einrichtungen in Kürten betrachtet bei der ganzheitlichen Lösung nicht nur den zur Verfügung stehenden Raum und stimmt diesen mit der konzipierten Einrichtung ab, sondern bemisst auch die Kenngrößen. Auf der Internorga zeigte das Unternehmen interessante Möglichkeiten, vorhandenes Umsatzpotential auszuschöpfen. „Ein Top-Frühstücksgeschäft sollte im Fokus der Aktivitäten stehen. Das belegte Brötchen, vielfach während des ganzen Tages als Standard-Sortiment angeboten, reicht nicht mehr aus“, betonen die Ladenbauer.
Vielmehr müsse die Ladeneinrichtung für ein Ambiente mit Wohlfühlcharakter sorgen und zum Verweilen einladen, betont auch Mann von ENS Ernst Nestler & Soehne. Ihr aktuelles Projekt setzten die Ladenbauer mit einer Holzbalkenkonstruktion um, die sich durch das gesamte Ladenkonzept zieht. Selbst die Brotregale und die Preisschiene wurden aus Massivholz Buche gefertigt. Eine rustikale Theke mit gerader Tischauslage und ohne Zwischenglas-Etage bieten den optimalen Einblick auf das Sortiment.
Die Pizza im Turm
Bei der Bäckerei Lang in Schwäbisch Hall realisierte Schrutka-Peukert ein durchgängig verbundenes Verkaufsgeschäft mit Café, bei dem trotz schwieriger räumlicher Vorgaben jeder Bereich eine eigenständige Atmosphäre hat. In die Theke hat Schrutka-Peukert erstmals einen „Pizzaturm“ als Glasvitrine integriert, in der verschiedenste Snack-Spezialitäten präsentiert werden können.Auf eine frische Optik legt die Bäckerei Dietz mit ihrem Hauptsitz in Kordel bei Trier großen Wert. Das Unternehmen hat 19 Filialbetriebe und kommuniziert mit dem Slogan „Dietz – der frische Bäcker“. Das Versprechen ist gleichzeitig Philosophie, die sich auch in der Ladenbaukonzeption auswirkt. Für die Realisierung der Niederlassung in Longuich arbeitete der Betrieb mit Brand Ladenbau zusammen. Den Schwerpunkt legten die Partner auf einen klar strukturierten Thekenbereich mit einer Sandwichkühlung und separaten Belegstation. Der ruhig gehaltene Gesamteindruck des Bistros mit zwanzig Sitzplätzen wird durch kräftig-warme, orangefarbene Kontrapunkte unterstrichen, die dem Raum eine junge und moderne Optik verleihen.
In der neuesten Filiale der Schweizer Bäckerei Jacques Gabriel in Lachen steht ebenfalls die Verkaufstheke im Mittelpunkt. Schweitzer Ladenbau verwendete dafür seine Variante Baco Vision mit gerader Verglasung und Zwischenetage für die gängige Produktauswahl. Für die Frontverkleidung wurde – wie in der Schweiz nicht unüblich – die Farbe Schwarz verwendet. So wurde letztendlich auch die Regalrückwand, das Handelswarenregal, die Coffeebarfront und die Bestuhlung ausgestattet, um die hellen Bäckerei- und Konditoreiwaren zur Geltung zu bringen. Als Kontrast dazu sind die Seitenwände des Brotregals, das Barbord, die Arbeitsschränke im Hintergrund und die Tischplatten nun in heller Eiche natur gefertigt. Die Bankpolsterung und der Himmel über der Theken- und Baranlage erscheinen in akzentuiertem Rot.
Milchschaum krönt den Kaffee
Der Schweizer Hersteller Thermoplan schreibt mit seinen innovativen Geräten und der Integration der exklusiv in Thermoplan-Geräten eingesetzten Kaltmilchlösung seine Erfolgsgeschichte fort. Durch das neu entwickelte Milchpumpensystem wird ein fantastischer Milchschaum aufbereitet, der derart cremig und stabil ist, dass er mit dem aus bisherigen Vollautomaten kaum vergleichbar ist. der Internorga präsentierte der Hersteller seine Neuheit Black&White 3, die im Frühsommer auf den Markt kommt. Imposant, wie zwei ineinander geschachtelte Würfel ist der Auftritt des neuen Modells. Auch das schräg aus der Gerätefront herausragende zentrale Bedienpaneel, ein großformatiges Farbdisplay, nimmt diese kubistische Formsprache auf und verschmilzt alles zu einem markanten, selbstbewussten Äußeren. Die eigenständige Optik ist allerdings kein Selbstzweck. Bei der Entwicklung wurde höchster Wert auf die konkreten Erfordernisse aus den Anwenderbereichen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung gelegt. Trotz der vielfältigen Innovationen im Jahr 2009 bleibt Thermoplan dem bewährten und einzigartigen Bauprinzip treu: dem modularen Aufbau von allen Black&White-Geräten. Neben funktionellen Eigenschaften rückt außerdem das Bewusstsein für effizienten, sparsamen Energieeinsatz verstärkt in den Blickpunkt. Das Ergebnis ist eine richtungweisende Technologie, die bei der Milchaufbereitung Energie spart. Diese Einsparung wird durch ein neuartiges, patentiertes System erreicht, bei dem die Milch in einem speziell konstruierten Wendelsystem erhitzt wird und dabei die bei der Heißwasserbereitung erzeugte Wärme nutzt.Das System Kaffee Partner Vario etwa bietet wahlweise sogar alle Kaffeespezialitäten mit Vanillearoma. Zudem kann die Kaffeestärke bei jeder Tasse individuell gewählt werden. Alternativ zum Kaffee stehen eine Fertigsuppe, löslicher Tee oder auch frisches und gut gekühltes Tafelwasser mit und ohne Kohlensäure zum Durstlöschen zur Auswahl. Das B-M-W-Konzept von Meister Kaffee ermöglicht vielen Bäckern und Konditoren den schnellen Einstieg in den Ausschankmarkt. Mit den Profimaschinen WMF-presto, -bistro oder -Cafemat wird aus der Bäckerei blitzschnell ein kleines Bistro für die tägliche Kaffeepause.
Kompakter Vollautomat
Mit dem vollautomatischen Milchaufschäumer „iSteam“ bietet Egro Coffee Systems allen Betrieben mit geringem Bedarf an Kaffee/Milchgetränken eine interessante Option an. Der Einstieg in das lukrative Geschäft mit Cappuccino, Latte und Co. ist einfach und ohne spezielle Barista-Kenntnisse möglich. Nach einmaliger Einstellung der gewünschten Schaumqualität und Temperatur schäumt der „iSteam“ auf Knopfdruck kalte Milch auf. Das Schweizer Unternehmen Egro verfügt mit der Serie 50 über die kompakteste Kaffeemaschine ihrer Leistungsklasse. Sie ist die perfekte Maschine für professionelle Gastronomie-Betriebe mit kleinerem bis mittlerem Kaffeebedarf. Mit einer Breite von nur 30 Zentimetern passt sie überall rein.Milch gleichmäßig gekühlt
Jura hat die Neuheiten JCooler Pro, Jura Impressa X9 Win und Zion im Sortiment. Der neue Compressor Cooler Pro kühlt zuverlässig bis zu vier Liter Milch auch an heißen Tagen. Ein leistungsstarkes Kompressoraggregat im neuen Milchkühler sorgt dafür. Dabei regelt das Gerät automatisch die Innentemperatur und garantiert maximale Frische ohne störende Eisbildung. So bleibt die Milcheinheit sehr geräuscharm und spart zusätzlich Energie. Das Modell Macchiavalley Zion hingegen ist ein vielseitiger Leistungsträger, der individuell programmierbar bis zu 21 Kaffee- und Schokospezialitäten zubereitet.
Im März 2009 präsentiert Nestlé Professional erstmalig das neue Table Top-Gerät Nescafé Lioness. Das chromfarbene, formschöne Gerät mit digitalem Display signalisiert Modernität und Professionalität – zwei wichtige Kriterien für die spontane Kaufentscheidung. Zudem ist das Gerät mit einem merklich größeren Milchbehälter ausgestattet. Per Knopfdruck zaubert die Nescafé Lioness mit bis zu drei Wasserpumpen innerhalb weniger Sekunden die gewählte Getränkespezialität. Dafür sorgt moderne, ausgereifte Technik.
Bei der Entwicklung der Schaerer Coffee Vito standen für die M. Schaerer AG vor allem die Bedürfnisse jener Betriebe im Fokus, bei denen Qualität, eine einfache Bedienung und ein möglichst geringer Unterhaltsaufwand zählen: kleine Cafés und Restaurants, Büros und Vending-Stationen. Neu sind neben dem Design das attraktive Bedienpanel, größere Bohnenbehälter und „Aquaflex“, eine neue Funktion für die einfache Umschaltung von Wassertank auf Festwasseranschluss. Der nur 33 Zentimeter breite, pflegeleichte und flexible Vollautomat, bietet bis zu 15 verschiedene Getränke. Der großzügige, individuell programmierbare Touchscreen kommuniziert glasklar und liest dem Benutzer auch Spezialwünsche von den Fingerspitzen ab.
Mit der Vollautomatenserie „Piacere“ startet die Sielaff GmbH eine neuen Generation von Kaffeemaschinen für Stundenleistungen bis zu 150 Tassen. Damit können auch bei starker Frequenz elegant Kaffeespezialitäten mit oder ohne Milch in bester Qualität serviert werden. Die einfache Bedienung macht es dem Nutzer leicht, denn zehn große Tasten mit übersichtlichem Display bieten frisch gemahlenen Kaffee auf Knopfdruck.
Auch die Filterhersteller setzen vermehrt auf innovative Technologien. Das Unternehmen Brita Hauptsitz in Taunusstein (bei Wiesbaden) beispielsweise präsentierte auf der Internorga die Filterkerzenfamilie Purity C Quell St.„Der Trend geht eindeutig zur Kartusche“, sagt Thomas Wollburg, Leiter Vertrieb Deutschland und Österreich der Brita Professional Products. „Die Kunden nehmen die neue Technik mit noch einfacherem Verschlusssystem an.“ Die ausgefeilte Purity Technologie ermöglicht eine konstant gleich bleibend hohe Wasserqualität. Zuverlässig entfernen sie Kalk bildende Ionen, grobe und feine Partikel, sowie störende Geschmacks- und Geruchsstoffe. So werden die Maschinen vor Kalkablagerungen geschützt. In der Folge müssen sie nicht entkalkt werden, haben eine längere Lebensdauer und keine kalkbedingten Fehlfunktionen. Das Ergebnis sind Produkte, die bestens aussehen und lecker schmecken.
Fair gehandelter Kaffee
Vor allem beim Kaffee werden die Vorzüge des Produktes deutlich. Eine gleich bleibende Wasserqualität ist durch die speziell entwickelte Strömungsführung garantiert. So kann das Personal letztendlich auch hochwertige Spezialitäten der Hersteller anbieten.
Diese setzen mittlerweile vermehrt auf biologische und fair gehandelte Produkte. Die Dinzler Kaffeerösterei beispielsweise kauft seit Jahren bei kleinen Bauern und mittlerweile auch direkt im Ursprungsland, wodurch die Bauern bis zu 25 Prozent mehr an ihrem Kaffee verdienen. Zudem führt das Unternehmen verschiedene zertifizierte Sorten, wie den biologisch und aus nicht gedüngtem Boden produzierten Kaffee Galapagos. Gleiches gilt für das Ulmer Unternehmen Seeberger, das eine neue Kaffee-Linie auf den Markt gebracht hat. Sortenreiner und hundertprozentiger Arabica-Kaffee und -Espresso aus kontrolliert biologischem Anbau locken anspruchsvolle Genießer an die Tasse. Zum Angebot gehört der Bio-Espresso Sidamo als ganze Bohne und der Bio-Kaffee Sidamo.
Ebenfalls einen Namen für Fair-Trade-Kaffee hat J.J. Darboven gefunden. Ihr Café Intención Café Crème und Espresso gilt als besonders hochwertig, denn Kleinbauern, deren Existenzgrundlage der Kaffee ist, pflegen ihre Plantagen mit einem besonders hohen Interesse. Jede einzelne Kaffeekirsche wächst unter natürlichsten Bedingungen, so dass sie über einen exzellenten Geschmack verfügt.
„Wir werden damit auch das Image des fair gehandelten Kaffees generell weiter verändern. Weg von einer Randmarke, hin zu einer aktiven bedeutenden Erlebnis- und Genusswelt. Höchste Qualität und soziales Gewissen müssen auf einer Ebene stattfinden“, sagt Arthur E. Darboven. Das Unternehmen präsentiert den Betrieben zudem exklusive und innovative Eilles-Produkte, die sich gerade im Tee-Segment als Premiummarke etabliert haben. Neben mehr als fünfzig Teesorten finden die Kunden auch ein komplettes Bioteesortiment im Programm des Herstellers.
Nicht zuletzt wetteifern die Hersteller von Getränkebechern um die Gunst der Abverkäufer. So verspricht der doppelwandige ThermoCup-Becher von Schreyer Verpackungen in Metzingen heißen Kaffee bei kalt bleibenden Händen. Neben den sehr guten Isoliereigenschaften hebt sich der Becher durch eine gute Druckqualität ab. Erscheinungsbild und Werbebotschaft können damit zudem hochwertig transportiert werden.
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