Betriebsreportage
Gastro-Kombination zum Kundentreff ausgebaut
Die Bäckerei-Café Fehrenbach bei Freiburg setzt auf das Café im Laden als räumliche Einheit / Ladenkonzept berücksichtigt die Besuchsfrequenz

Geräumig, familienfreundlich und hell: das Bistro-Café in der Hartheimer Filiale der Bäckerei Fehrenbach.
Seit 1963 existiert das Bäckerei-Café Fehrenbach in Munzingen. Lucia Fehrenbach übernahm vor etwas über zwölf Jahren den Betrieb von ihren Eltern und eröffnete gleich darauf eine Bäckerei-Filiale in Hartheim. Als 2002 der Vermieter des dortigen Ladengeschäftes anbot, mit der Filiale in einen von ihm errichteten Neubau zu ziehen, in dem sie auch ein kleines Café betreiben könnte, griff die Bäckermeisterin zu. In Hartheim realisierte sie das Konzept, das sich schon im Stammgeschäft in Freiburg-Munzingen gut bewährt hat.
Einheit aus Café und Laden
„Wer, wie wir, in sehr kleinen Orten Bäckerei-Cafés betreibt, weiß, dass die Besucherfrequenz sehr stark differiert“, sagt Lucia Fehrenbach und veranschaulicht mit der Bemerkung „Sonntags könnten unsere Cafés manchmal dreimal so groß sein“, was sie damit meint. Ihre Cafés sind nicht sehr groß, das in Hartheim hat 20 Plätze, im Stammgeschäft finden 30 Gäste Platz, und deshalb müssen sie notwendigerweise als räumliche Einheit mit den jeweiligen Läden konzipiert sein. „Außerhalb der Spitzenzeiten wird unsere Gastronomie vom Verkaufspersonal mit bedient, anders ließe sich das gar nicht wirtschaftlich sinnvoll betreiben“, erläutert die Bäckermeisterin.
Filiale mit Bistrobereich
Die beiden Bistro-Cafés der Bäckerei Fehrenbach hat der Ladenbauer und Architekt Hans G. Besch aus St. Georgen im Schwarzwald geplant. Das Hauptgeschäft in Freiburg-Munzingen mit dem gemütlichen Café stammt aus den 90-er Jahren, die Filiale in Hartheim mit dem integrierten Bistro-Café wurde 2002 gebaut. Beide Bäckerei-Cafés sind hell und großzügig gestaltet. Viel Tageslicht dringt durch große Fenster in die Räume und sorgt dafür, dass die Cafégäste einen angenehmen Aufenthalt haben. Während der Bistro-Bereich in Hartheim direkt in das Ladengeschäft integriert wurde, kann das mehr im traditionellen Stil gehaltene Café in Freiburg-Munzingen durch eine Glastür vom Laden separiert werden. Ein Umstand, der es für Veranstaltungen geschlossener Gesellschaften prädestiniert. Das Café in Hartheim hingegen ist Teil des Ladengeschäfts und so etwas wie ein Treffpunkt für die Dorfbevölkerung. Am Vormittag, während der Arbeitspause, kommt man zum Plausch zusammen, mittags nimmt man gern einen kleinen Imbiss im Café Fehrenbach und am Nachmittag setzen sich die Gäste zu Kaffee und Kuchen zusammen. Gleichzeitig kauft man dabei die Brot- und Backwaren für zu Hause. Das Café ist geräumig, und bietet eine gemütliche Atmosphäre, in der man gerne verweilt.
Werbung per Mundpropaganda
In der Region genießt das Bäckerei-Café Fehrenbach einen guten Ruf. Lucia Fehrenbach führt dies vor allem auf die ausgezeichnete Qualität ihrer Laugengebäcke und die große Auswahl an Kuchen und Feinbackwaren zurück. „Manche Café-Gäste kommen am Sonntag extra nach Munzingen, um unsere Kuchen zu verzehren“, erzählt sie. Frische, Vielfalt und etwas großzügiger bemessene Stücke als anderswo machen Fehrenbachs Kuchen so begehrt. Der Bekanntheitsgrad des Bäckerei-Cafés basiert allein auf einer großen Zahl zufriedener Kunden. Auf Marketing-Konzepte und professionelle Werbeberatung verzichtet Lucia Fehrenbach. „Unsere dörflichen Standorte unterliegen nicht der harten Konkurrenzsituation wie Betriebe in der Stadt“, sagt sie. „Freundlichkeit, guter Service und vor allem gleich bleibend hochwertige Qualität sind das, was unsere Kunden von uns erwarten und bekommen.“ Mundpropaganda ist für den alteingesessenen Handwerksbetrieb im Freiburger Westen die optimale Werbung.
An eine Ausweitung ihres Betriebes denken Lucia und Willi Fehrenbach nicht, denn „das würde zu allererst bedeuten, wir müssten die Produktionsräume vergrößern, was nicht so leicht möglich ist“. Und noch einen zweiten Grund führt Lucia Fehrenbach dafür an, dass sie die Grenzen des betrieblichen Wachstums erreicht hat.
„Wenn wir größer werden, müsste ich noch mehr Schreibtischarbeit leisten und könnte weniger in der Backstube arbeiten, das würde mir nicht gefallen“, sagt die leidenschaftliche Bäckermeisterin, die das Handwerk als zweiten Beruf erst mit 26 Jahren erlernte. Zuvor arbeitete Lucia Fehrenbach in der Lektoratsabteilung eines großen Buchverlages. Erst nach einigen Jahren der Ausübung dieses Berufs entschloss sie sich, Bäckerin zu werden, um den Betrieb der Eltern eines Tages übernehmen zu können. Ein Schritt, den sie nicht bereut hat.
Auch sonntags gut besucht
Zeitgleich mit der Öffnung der beiden Bäckereien, werktags um 6 Uhr, sonntags um 8 Uhr machen auch die Cafés auf, die gleich darauf von zahlreichen Frühstücksgästen frequentiert werden. Am Vormittag nimmt die Zahl der Gäste gewöhnlich ab, um mittags wieder zuzunehmen. Dann sind belegte Brötchen, Pizza und andere Snacks gefragt. Nachmittags kehren oft Wanderer, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, in die beiden Cafés von Fehrenbachs ein. Denn Freiburg-Munzingen und Hartheim gehören beide zum kleinen badischen Weinanbaugebiet Tuniberg, einem beliebten Ziel von Tagesausflüglern und Urlaubern. Gelegentlich werden die Cafés auch für Familienfeiern gebucht.
Sonntags sind beide Cafés durchgehend gut besucht, denn die ausgezeichnete Qualität und Vielfalt der Kuchen aus der Bäckerei Fehrenbach sind weithin geschätzt. Eine große Zahl von Gästen aus nah und fern kehrt deshalb regelmäßig im Café in Freiburg-Munzingen ein und auch in der Filiale in Hartheim hat sich in den letzten drei Jahren eine sonntägliche Stammkundschaft gebildet.
Somit gehört an beiden Standorten das Bäckerei-Café Fehrenbach zum unverzichtbaren Bestandteil der dörflichen Infrastruktur.
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