Ernährungs- & Warenkunde

Frisches Obst senkt Risiko

Studie: Lebensmittelkombination wirkt gegen Diabetes 2


Potsdam (ppl). Eine Zuckerkrankheit ist häufig die Folge einer falschen Ernährung. Wer aber viel frisches Obst isst und den Konsum von bestimmten Lebensmitteln einschränkt, kann das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, um bis zu 70 Prozent senken. Das haben Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam entdeckt.

Nach Angaben des Verbraucherinformationsdienstes aid haben die Forscher bei der europäischen Langzeituntersuchung mögliche Zusammenhänge zwischen dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln und chronischen Krankheiten gesucht. Dabei wurden die Daten von knapp 600 Menschen ausgewertet. Bei 192 Teilnehmern wurde zuvor Typ-2-Diabetes diagnostiziert.

Die Analyse der Daten zeigte, dass eine gewisse Kombination von acht Lebensmittelgruppen der Krankheit deutlich entgegenwirken kann. Teilnehmer, die viel Obst verzehrten und zugleich wenig süße Erfrischungsgetränke und Bier, rotes Fleisch, Geflügel und Wurstwaren, Hülsenfrüchte und helles Brot aßen, verringerten das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, um 70 Prozent – unabhängig von Körpergewicht, Energieaufnahme, Bildungsstand, Geschlecht oder Alter.

Nicht klären konnten die Wissenschaftler, ob bestimmte Nährstoffe wie Kohlenhydrate oder Fette mit der Erkrankung in Verbindung stehen.

Die Mediziner raten zu einer sofortigen Ernährungsumstellung, wenn sich die ersten Anzeichen einer Zuckererkrankung zeigen. Zudem arbeitet die Forschung an Medikamenten, die – gemeinsam mit einem gesünderen Essen – eine Diabetes-Erkrankung abwenden sollen. Nach Angaben des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller sind diese Mittel zwar noch nicht verfügbar, künftig aber unverzichtbar, weil die Ernährungsumstellung allein häufig nicht erfolgreich und die Behandlung von Diabetes weitaus teurer ist als die Vorsorge.

Früher trat Typ-2-Diabetes in der Regel erst ab dem 40. Lebensjahr auf. Heute sind sogar übergewichtige Kinder und Jugendliche betroffen. In den nächsten 25 Jahren wird weltweit mit einer Verdoppelung der Krankheitsfälle gerechnet.


Artikel vom 13.07.2005
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