Feingebäckherstellung & Belaugungstechnik

Flott und fachgerecht

Feinteige und Massen aufarbeiten oder veredeln: Rationelles Herstellen ist eine wichtige Voraussetzung für Wirtschaftlichkeit. Den Grad der Automatisierung kann aber jeder selbst bestimmen.


Von Hans Stumpf

Die Feingebäckherstellung wurde lange wie das Stiefkind der Bäckerei behandelt, vor allem deshalb, weil die Produktion in vielen Bereichen unwirtschaftlich war. Zudem fehlte oft das fachkundige Personal, um Plunder, Blätterteige oder auch Gebäcke aus Massen in einer gleichbleibend hohen Qualität herstellen zu können. Dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb gehören Feine Backwaren zum festen Sortiment des Bäckerfachgeschäftes. Gerade mit Feinbackwaren in einer hohen Qualität kann sich das Fachgeschäft vom Wettbewerb absetzen.

Dies gelingt vor allem dann, wenn der Handwerksbäcker handwerkliches Können und moderne Technik klug miteinander verbindet und beides jeweils dort einsetzt, wo es sinnvoll ist: Handarbeit dort, wo ein individueller Gebäckcharakter gefragt ist und die Stückzahlen einen Technikeinsatz unwirtschaftlich machen. Maschinen und Geräte dort, wo die Qualität erhöht und die Produktion rentabler gemacht werden kann.

Tourierte Teige

Bestes Beispiel für das Arbeiten mit Technik sind tourierte Teige, wie etwa Plunderteige in ihren vielfältigen Variationen. Nahezu jeder Betrieb touriert heute seine Plunderteige mit einer Ausrollmaschine aus. Doch die Ausrollmaschinen unterscheiden sich stark. Je nach betrieblichen Anforderungen kann der Grad der Automatisierung bei den Maschinen individuell bestimmt werden.

Dies zeigt sich zum Beispiel bei der Rollfix von Fritsch. Es gibt sie als Platz sparendes Tischmodell (Rollfix mini 520), als manuelle Maschine (Rollfix 300) und mit der komfortablen Computersteuerung (Rollfix 600). Für größere Teigchargen und höchste Leistung im Dauereinsatz ist die Marathonvariante Rollfix 700 gedacht mit noch einmal weiter optimierten Programmen, wählbaren Zuführgeschwindigkeiten, erhöhten Abwalzgraden und automatischer Bemehlung.

Für spezielle Aufgaben sind Varianten mit integriertem Langwirker (300 W / 600 W) oder mit einer gleich in die Abdeckhaube eingebauten Schneidestation (300 C / 600 C) erhältlich. Die Rollfix 300 WK beherrscht ebenfalls gleich das Langwirken, kommt dabei aber mit nur einem Ausrolltisch aus. Das spart Platz und ist ideal für die Ein-Mann-Bedienung.

Vor kurzem neu auf den Markt gebracht hat Rondo die Ausrollmaschine Compas 3000 HD. HD steht für „Heavy Duty“ – Hochleistung. Denn die neueste Compas-Generation ist für den leistungsstarken Dauereinsatz gebaut. Über einen Sensor misst die Compas 3000 HD automatisch die Teigbandbreite. Unabhängig von der Teigblockgröße entstehen regelmäßige Teigbänder und der Randabfall wird auf ein Minimum reduziert.

Damit qualitativ hochwertige Teigbänder entstehen, kann die Haspelgeschwindigkeit variieren und optimal den Teigeigenschaften angepasst werden. So können auch heikle Teigarten spannungsarm und schonend aufgehaspelt werden.

Gesteuert wird die Maschine über einen farbigen Touchscreen und sprachunabhängige, große Symbole. Dabei werden alle Arbeitsschritte – ob automatisch oder manuell – laufend visualisiert. Einfach auch die Reinigung: Dank glatter Flächen und aufklappbaren Tischen nimmt sie wenig Zeit in Anspruch.

Schneidetische
 
Das Aufarbeiten von tourierten bzw. ausgerollten Teigen sollte dann ebenfalls rationell und vor allem teigschonend sein. Den guten Einstieg in die bessere Feingebäckproduktion markieren Feingebäck-Schneidetische. Fritsch nutzt hierfür Präzisionsschneidewalzen aus Edelstahl, die den gleichmäßig exakten Schnitt aller Teigarten garantieren. Gleichmäßige Volumenentwicklung und konstante Backzeiten sind die angenehme Folge. Das Schnellspannsystem des Schneiderahmens von Fritsch erlaubt es, mit einem Handgriff gleichzeitig zwei Schneidewalzen zu spannen oder zu heben.

Das stabile Untergestell des Schneidetisches bietet eine geräumige Ablagefläche und die integrierte Backblechablage erlaubt rationelles Arbeiten auf kleinstem Raum. Bei Bedarf lässt sich schnell der Fritsch Croissantwickler CCH auf dem Schneidetisch montieren.

Noch einige Schritte weiter geht die Fritsch Easyline. Sie beherrscht alles, was in der Teigaufbereitung eine Rolle spielt. Außer schneiden und stanzen kann die Feingebäcklinie auch füllen, falten, rollen, wickeln, bestreuen und befeuchten (auch mit einem doppelten Teigband umgehen). Welche ihrer vielen Abläufe in welcher Abfolge zum Einsatz kommen sollen, bestimmt der Nutzer und seine Produkte.

Vielfältige Aufgaben bei der Feingebäckaufarbeitung kann die Zahnraddressiermaschine von Bakon übernehmen. Die neueste Maschinengeneration wurde um eine neue bedienerfreundliche Steuerung und Schnellverschlüssen für einen einfachen Werkzeugwechsel erweitert. Durch spezielle Werkzeuge kann bei Produkten wie beispielsweise Amerikanern oder Muffins eine hohe Gewichtsgenauigkeit erreicht werden.

Füllen und Dressieren

Vielfach ist die Zahnraddressiermaschine von Bakon in Kombination mit Feingebäcklinien wie der Euroline von Fritsch im Einsatz. So lassen sich unter anderem Blechkuchen-Mürbeteige in Linie herstellen. Die Euroline dient zum Transport der Bleche, die Zahnraddressiermaschine bringt die Massen auf. In Verbindung mit der Bakon-Befüllungspumpe zum Transfer von fließenden Massen wird so eine sehr rationelle Produktion realisiert.

Mit der Zahnraddressiermaschine lassen sich halbflüssige und zähfließende Massen und Cremes punkt- und gewichtsgenau dosieren. Erreicht wird dies durch zahnradförmig angebrachte Walzen, die die Masse aus dem Trichter zuführen. Durch die Anordnung der Walzen wird ein Vakuum erzeugt, dass die Masse ansaugt. Dies ermöglicht es, dass die Masse exakt dosiert und den Dressierdüsen zugeführt wird. Der Vorschub der Kuchenformen erfolgt automatisch in Abstimmung mit dem Dressiervorgang.

Verschiedenste Dosier- und Portioniergeräte für Massen und Füllungen bietet auch Boyens Backservice an. Die neue Uni-Versal 1000 i ermöglicht eine gewichtsgenaue Dosierung / Portionierung unterschiedlichster Massen und Füllungen in kürzester Zeit. Durch den bedienerfreundlichen Aufbau der Anlage garantiert Boyens kürzeste Rüst- und Reinigungszeiten. Selbst stückige Massen (Fruchtstücke, Schokoladensplitter etc.) werden problemlos und gewichtsgenau von den Boyens Unifiller Portionier- und Dosieranlagen verwogen. Alle Standarddosierer können sehr gut im manuellen Bereich oder an bestehende Linien mittels elektronischer Produkterkennung eingesetzt werden. Ob nun kleine Gewichte oder große Volumen verwogen werden sollen, dazu hält Boyens eine ganze Anzahl verschiedener Produkt- bzw. Materialzylinder bereit. Die Universal 1000 Dosieranlage beispielsweise kann mit einem Hub bis zu 1000 ml verwiegen oder Amerikaner mit 80 Gramm direkt auf Bleche portionieren.

Für den manuellen mobilen Einsatz empfiehlt Boyens den Unifiller Compact Powerlift. Damit können zum Beispiel Plunderteilchen genau gefüllt werden. Das Auftragen erfolgt mittels Handpistole. Dabei empfiehlt Boyens die Maschine immer dann, wenn sich eine automatische Füllanlage nicht lohnt. Trotzdem wird so garantiert, dass immer eine gleichmäßige Füllmenge aufgebracht wird. Hinzu kommt, dass dieses Dosiergerät auch für andere Bereiche in Bäckerei und Konditorei genutzt werden kann. So kann man Massen auf Kuchenbleche dosieren und, mit einer Trichterteilung versehen, können zwei Massen gleichzeitig in Backformen dosiert werden, beispielsweise für Marmorkuchen.

Massen fördern

Zum Nachfüllen von Füllstationen an Feingebäcklinien hat Boyens die Hopper Topper Transfer-Massenpumpen entwickelt. Damit lassen sich feste und flüssige Massen gleichermaßen von einem Anschlag- oder Kneterkessel aus umpumpen. Selbst stückige Massen oder feste Massen, wie Quark- und Nussfüllungen, lassen sich so pumpen. Dabei wird auch nicht die Massenstruktur beschädigt, was vor allem bei leichten und luftig aufgeschlagenen Massen wichtig ist.

Mittels einer Fotozelle erkennt die Pumpe den Trichterfüllstand der Feingebäcklinie und pumpt dann bei Bedarf den Trichter automatisch wieder voll. So lassen sich bis zu 52 Liter pro Minute umpumpen, was ausreicht, um selbst größere Trichter laufend nachzufüllen. Dabei ist die Bauart der Pumpe sehr kompakt und klein. Ein pneumatischer Lift hebt sie automatisch zum Behälterwechsel aus dem leeren Kessel hoch. Ganz einfach und ohne Mühe kann nun wieder ein voller Kessel oder eine andere Füllung eingesetzt werden.

Brandmassen in Siedefett dressieren kann das Spritzkuchenformgerät von Weisse Backtech. Dieses ist in Hand- oder Elektroausführung lieferbar. Damit lassen sich Ringkrapfen, Rheinische Krapfen (Durchmesser bis 10 cm) und Donuts mit Durchmessern von 5 bis 9,5 cm herstellen. Möglich wird dies durch die Nutzung verschiedener Stempel aus Edelstahl. Pro Umdrehung/Hub wird dann jeweils ein Gebäckstück – bei Quarkbällchen zwei – in das Siedefett gelassen. Die Bedienung und Reinigung ist äußerst einfach und praktisch.

Das Gerät mit Elektroantrieb schafft 48 Hübe pro Minute. Als Sonderausrüstung kann ein Zählwerk integriert werden, dass das Gerät auch abschaltet. Das Gerät kann entweder an der Wand oder am Tisch befestigt werden. Schwenkbar wird es dann über das Siedefett platziert. Zum Veredeln von Siedegebäcken und anderen Feingebäcken hat Weisse Backtech einen elektrischen Gebäckfüller (EGF) entwickelt. Damit können Marmeladen und Füllungen mit ähnlicher Konsistenz verarbeitet werden. Der Trichter kann selbst im gefüllten Zustand leicht gewechselt werden. Möglich macht dies ein optional erhältlicher Verschlussstab samt Abstellbehälter und Deckel für den Trichter. Das Füllen selbst erfolgt mit einer Füllpistole, die an einem 1,5 Meter langen Schlauch angebracht ist. Dabei kann man im Einzel- oder im Dauerhub arbeiten. Jeder Hub wird dem Bedienpersonal mit einem akustischen und / oder optischen Signal angezeigt. Ein Nachtropfen der Pistole ist ausgeschlossen. Möglich ist auch, dass eine Doppelspitze an der Füllpistole genutzt wird.

Mürbteige aufarbeiten

Zum rationellen Aufarbeiten von Mürbteigen eignen sich Maschinen, die mit Formwalzen arbeiten. Derartige Maschinen bietet unter anderem die Niederrheinische Formenfabrik Janssen an. Dabei reicht das Maschinenspektrum von Kleingeräten mit 10cm Walzenbreite bis hin zu Sonderanlagen, die in Bandanlagen eingefügt werden können. Bei allen Maschinen steht die Figurenwalze im Mittelpunkt. Diese ist handgraviert und kann leicht und ohne Werkzeuge gegen andere ausgetauscht werden. Bei größeren Maschinen sollte ein Teigvorformer vorgeschaltet werden. Damit wird die kontinuierliche Teigzuführung in die Formmaschine garantiert.

Glasieren und dekorieren

Plunder- und Blätterteiggebäcke, aber auch süße Hefegebäcke müssen nach dem Backen noch veredelt werden. Die Aprikotur ist zum einem eine gute Schutzschicht und verhindert das Austrocknen bzw. das Herausziehen des Wassers aus dem Fondant und somit seine schnelle Alterung. Zum anderen trägt sie genauso wie Glasur und Fondant zur Geschmacksgebung und zum optischen Erscheinungsbild des Gebäckes bei.

Das Auftragen von Aprikotur und/ oder Fondant mit einem Pinsel kostet Zeit und bringt oft nicht die gewünschten gleichmäßigen Ergebnisse. Praktikable Lösungen dafür sind Sprühgeräte, die die Aprikotur und den Fondant aufbringen. Hersteller wie Bakon, Boyens Backservice und Frisch bieten dabei Lösungen für Klein- und Großbetriebe an. Interessant sind insbesondere „Wachstumskonzepte“, das sind gewissermaßen Geräte, die mit der Betriebsgröße mitwachsen und nach und nach ausgebaut werden können.

Der Rationalisierungseffekt durch Sprühsysteme beginnt jedoch bereits vor dem Auftragen auf das Gebäck. Musste früher die Aprikosenmarmelade langsam im Kessel aufgekocht werden (und brannte dort nicht selten an), wird sie heute in einem Durchlauferhitzer schonend erwärmt. Das gleiche gilt für die Fondantmasse.

Um ein Festwerden der Massen in den Leitungen und der Sprühpistole zu verhindern, hat Frisch Spritzmatic alle Handsprühmaschinen mit einer Wasserspülung ausgestattet. Werden die Schläuche und Sprühpistolen nicht gründlich gereinigt, verkleben sie und die nächste Schicht muss mit einem nicht motivierenden Reinigungsprozess anfangen. Die in allen Frisch-Maschinen integrierte Wasserspülung erledigt dieses Problem. Schnell und einfach werden Schläuche und Sprühpistolen von innen mit Wasser gereinigt, so dass am nächsten Tag sofort mit der Arbeit begonnen werden kann.

In größeren Betrieben muss auch der Aprikotier- und Glasiervorgang am Band erfolgen. Nach dem Auflegen des Gebäcks auf eine Bandanlage wird es unter einer Aprikoturstation im feinsten Sprühnebel versiegelt. Überschüssiges Material wird von der darunter stehenden Materialstation aufgefangen und wieder in den Sprühkreislauf zurückgepumpt. Somit wird das Material optimal, fast verlustfrei, genutzt.

Nach dem Aprikotiervorgang durchfährt das Gebäck ohne Stopp einen Hitzetunnel, in welchem die vorher aufgetragene Aprikotierschicht angetrocknet, das heißt für den Fondantauftrag vorbereitet wird. Im Anschluss erfolgt nahtlos der Fondantauftrag. Entweder als Überzug oder als Streifen. Selbstverständlich wird auch hier das überschüssige Material aufgefangen und in den Materialkreislauf zurückgepumpt.

Die Econa-Bandanlage von Frisch verfügt als Besonderheit noch über eine automatische Korbabsetzung, damit nach dem Glasieren die Gebäckstücke direkt, ohne dass nochmals Hand angelegt werden muss, in Körbe abgesetzt werden können.

Laugengebäcke als kastanienbraune Verführer

Von der Brezel bis hin zu verschiedensten Brötchenvariationen gehören heute Gebäcke mit Lauge in vielen deutschen Bäckereien zum Standardsortiment. Die neueste Technik hilft beim Belaugen in der Filiale genauso wie bei der Mengenproduktion in der Backstube. Bayern, Schwaben und Baden waren lange Zeit die Hochburgen von Laugengebäcken. Die Laugenbrezel – in Bayern Laugenbrezen genannt – wurde schlichtweg als Synonym für Laugengebäcke angesehen.

Beides hat sich geändert. Laugenbrezeln gibt es längst über den Weißwurstäquator hinaus. Neben Brezeln gibt es zudem eine ganze Reihe von Weizenkleingebäcken, die vor dem Backen in wässrige Natronlauge getaucht bzw. damit benetzt werden. Die Gründe dafür sind schnell aufgezählt: Laugengebäcke mit ihrer kastanienbraunen, zartsplittrigen Kruste sind ein optischer Hingucker. Ihre zarte Krume mit dem kurzen Biss passt genau zu den Anforderungen heutigen Verzehrsgewohnheiten.

Allerdings sind Laugengebäcke keine Erfindung der heutigen Bäckergeneration. Die Lauge zur Brezelherstellung kannten Bäcker wahrscheinlich schon seit dem Mittelalter. Damals wurde aus Buchenholzasche, Zwiebel- und Eierschalen, Salz und kochendem Wasser eine laugige Flüssigkeit selbst hergestellt. Seit rund 100 Jahren sind Laugensteine und Laugenschuppen bekannt. Letztere werden teilweise noch heute verwendet.

Natronlauge

Meistens ist heute allerdings flüssige Natronlauge im Einsatz. Hersteller wie Pfisterer Brezellauge oder Lock-Lauge bieten eine 36-prozentige Natronlauge an, die vom Bäcker auf eine Konzentration zwischen drei und vier Prozent verdünnt werden muss. Wichtig ist, dass das Wasser-Natronlaugen-Gemisch gut verrührt wird. So bleibt die Mischung dauerhaft stabil.

Die Wirkung der Lauge beruht auf den durch sie verursachten Stärke- und Eiweißabbau in der Randzone des Teiglings. Das führt zu einer weichen, kaum noch röschen Kruste und zur Bildung von besonders vielen Farb- und Aromastoffen. Zusammen mit den Umwandlungsstoffen der Lauge entsteht so der typische Geschmack der Laugengebäcke.

Da handelsübliche Brezellauge bei einer Frostung von mehr als einer Woche an Glanz verlieren kann, haben die Hersteller wie Pfisterer eine Brezellauge speziell für die Anforderungen der Tiefkühlung entwickelt. Durch den höheren Reinheitsgrad dieser speziellen Lauge sind Tiefkühlzeiten von bis zu sechs Monaten ohne Verlust des Glanzes und der Bräunung möglich. Diese spezielle Lauge kann aber auch für den Tagesbedarf problemlos genutzt werden.

Lock Lauge, das Tochterunternehmen von Riehle, bietet die Amata-Brezellauge an. Diese ist sowohl für die Frische- als auch die Tk-Produktion gleichermaßen geeignet. Neben der Abgabe in Kanister wird diese Lauge auch im Container für größere Mengen angeboten. Laugenperlen von Lock werden im 10-kg-Eimer vertrieben. Diese werden mit 35 bis 40g pro kg Wasser dosiert. Um die Brezellauge fachgerecht zu entsorgen, bietet Lock einen Neutralisator an. In Verbindung mit einer Kontrollflüssigkeit kann die Neutralisation gemessen werden.

Damit die Lauge immer genau gemischt wird, hat sich das Allgäuer Unternehmen Ried-Nahrungstechnik ein Mischgerät für Brezellauge patentrechtlich schützen lassen. Das La-Mix genannte Gerät ermöglicht mit größtmöglicher Sicherheit, die gewünschte Laugenkonzentration optimal vermischt in bedarfsgerechten Mengen abzufüllen. Mit La-Mix kann jede Menge im gewünschten Verhältnis gezapft werden. Dies ist besonders wichtig bei der Nachfüllung von Belaugungsmaschinen. Damit wird ein hoher Grad der Vermischung von Lauge mit Wasser erreicht.

Belaugungsmaschinen

Riehle Maschinenbau bietet im Bereich der Belaugungstechnik vom manuellen Tauchboy bis zur automatischen Comjet die richtige Anlage für jede Betriebsgröße und Laugengebäckmenge. Die Comjet kann zum Beispiel über 6000 Brezeln pro Stunde belaugen. Durch die integrierte Laugendusche können wesentlich höhere Geschwindigkeiten gefahren und damit wertvolle Arbeitszeit eingespart werden. Für den Service der Maschinen steht ein Werkskundendienst rund um die Uhr zur Verfügung. Als weitere Dienstleistung bietet die Firma Riehle neben den bewährten Wartungsverträgen nun auch Maschinen-Langzeitmietverträge mit Vollschutzwartung an.

Ganz neu ist die Erweiterung der RMBB-Anlage, die in der Größe auf das mittlere Produktionssegment abgestimmt ist. Diese Maschine ist zusätzlich auch mit Brezelabzug lieferbar. Zusätzlich wurde ein neuer Salzer für diese Anlage entwickelt. Dieser erzeugt ein noch besseres und gleichmäßiges Besalzungsergebnis. Die Teiglinge werden nach dem Lauge- und Salzvorgang schonend auf das Brezelabzugband transportiert, welches dabei automatisch ausfährt. Der Bediener kann nun das Band direkt in den Ofen schieben.

Für das Belaugen direkt in der Filiale hat Ried Nahrungstechnik das Gerät Fiba 60 entwickelt und patentrechtlich geschützt. Dabei handelt es sich um eine halbautomatische Belaugungsvorrichtung. Im ersten Schritt wird das Gitterband mit den Brezelteiglingen belegt. Anschließend wird der Laugenvorhang nach vorne gezogen, bei dem die erste Belaugung erfolgt. Wird der Laugenvorhang wieder nach hinten geschoben, erfolgt nochmals eine Belaugung. Anschließend wird die Blechschublade ausgezogen und die gelaugten Brezeln werden automatisch auf das Blech abgelegt. Das Gerät beansprucht nur 60 cm Breite und kann je nach betrieblichen Anforderungen auf einen speziellen Unterbau gesetzt werden.

Für alle anderen Belaugungsaufgaben in der Backstube bietet Ried Nahrungstechnik Geräte vom einfachen „Schwabenschwenker“, mit dem die gelaugten Teiglinge vom Laugenbad direkt auf den Schießer und die Bleche geschwenkt werden können, bis hin zu Belaugungsmaschinen wie den Junior 2. Diese arbeitet mit solider Elektrik (keine Platinen), hat eine Kippmöglichkeit für Laugenbrötchen und kann optional mit einer Laugenheizung und einer Besalzung ausgestattet werden.

Die Firma Rudolf Drautz bietet die Belaugungsmaschinen DR 100 und DR 200, die beide nach dem gleichen Prinzip arbeiten: Die Teiglinge werden vom Gärtuch (per Stab- oder Klettabzug) übernommen, durchlaufen die Laugenvorhänge und werden auf Bleche oder Abzugstische übergeben. Das Modell DR 100 verfügt dabei über zwei Laugenvorhänge und kann entweder auf Bleche oder auf Abzüge ablegen. Das Modell DR 200 wurde entwickelt, um flexibel auf betriebsbedingte Arbeitsabläufe reagieren zu können. So können sowohl Bleche als auch Abzüge beschickt werden. Ein paar Handgriffe reichen, um die Maschine in wenigen Sekunden zwischen den beiden Beschickungsarten umzubauen. Bei diesem Modell kommen vier Laugenvorhänge zum Einsatz. Außerdem ist die Durchlaufgeschwindigkeit höher. Beide Maschinen können optional mit einer Laugenheizung oder einer Besalzungsanlage ausgestattet werden. Bei der Besalzung von Drautz fallen die Salzkörner nur auf die Teiglinge und nicht auf das Abziehband oder das Blech. Das überschüssige Salz fällt in eine Auffangschublade.

Neu entwickelt hat Drautz zudem einen Beschickungstisch für Folie oder Backpapier. Er befindet sich am Auslauf der Maschine. Sinnvoll ist dessen Nutzung, wenn die gelaugten Teiglinge nicht direkt auf der Herdplatte gebacken werden, wie es beispielsweise in Filialen mit Umluftbacköfen der Fall ist. Die belaugten Teiglinge werden direkt auf das jeweilige Trägermaterial abgesetzt, man erspart sich dabei das Umsetzen.

Brezelschlingmaschinen

Moderne Technik muss jedoch nicht erst beim Belaugen der Brezeln zum Einsatz kommen. Selbst für handwerklich arbeitende Betriebe werden inzwischen „Brezelschling-Roboter“ angeboten. Frey Sondermaschinenbau bietet mit dem BRS 1500 eine Lösung, bei der in Ein-Mann-Bedienung bis zu 1500 Brezeln pro Stunde formschön und gleichmäßig geschlungen werden können.

Fritsch hat mit dem Multitwist eine Brezelschlinganlage entwickelt, die auf industrielle Anforderungen zugeschnitten ist. Mit ihr können mehr als 12.000 Brezeln pro Stunde geschlungen werden.


Artikel vom 11.01.2012
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