Ernährungs- & Warenkunde
Fischgeruch in Eiern
Stoffwechselkrankheit bei Legehennen verantwortlich

Fischgeruch beim braunen Hühnerei ist keine Frage von Überlagerung. Schuld sei ein Gendefekt von Legehennen, die mit Rapsschrot gefüttert wurden. Foto: Eberhardt
Die FAL-Wissenschaftler fanden den Erbgut-Fehler, als sie im Hühner-Genom nach Parallelen zum menschlichen „Fischgeruchssyndrom“ suchten. Das fehlerhafte Gen führe über ein schadhaftes Leberenzym zur Ablagerung von Trimethylamin (TMA) im Eidotter, das den Fischgeruch verursacht. Fischgeruch tritt den Angaben zufolge bei braunen Hühnereiern auf, deren Legehennen zuvor mit Raps gefüttert wurden. Im Dickdarm bildet sich TMA, das bei gesunden Hühnern in der Leber zu geruchlosem TMA-Oxid umgewandelt und anschließend ausgeschieden wird. Bei Hühnern mit Gen-Defekt lagert sich dagegen das nicht abgebaute TMA im Eidotter ab.
Das Fischgeruch-Problem war in der Vergangenheit immer häufiger aufgetreten, weil Legehennen verstärkt mit Raps an Stelle von Sojaschrot gefüttert werden, das keine TMA-Vorläufersubstanzen enthält. Der Gen-Schaden trete zudem nur bei „braunen“ Legehennen auf. Bei Legehennen, die weiße Eier legen, seien weder der Defekt noch der Fischgeruch bislang beobachtet worden.
Mit ihrer Entdeckung widerlegten die Forscher des FAL-Institutes für Tierzucht Mariensee nach eigenen Angaben die verbreitete Meinung, Fischgeruch deute auf verdorbene oder überalterte Eier hin. Bei der Untersuchung von 170 Legehennen sei eindeutig nachgewiesen worden, dass der erhöhte TMA-Gehalt im Eidotter mit einer Mutation des Gens FMO3 für ein bestimmtes Leberenzym verbunden sei.
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