Unternehmensführung

Finanzielle Schwachstellen aufdecken

Betriebswirtschaftliche Kennzahlen unterstützen bei der Unternehmenssteuerung und beim Betriebsvergleich


Dortmund (mv). Die Bewertung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen können dem Bäcker einen detaillierten Einblick in die Stärken und Schwächen seines Betriebes geben. Darüber hinaus ermöglichen sie ihm, seine zukünftigen betriebswirtschaftlichen Entscheidungen auf Basis der durch die Kennzahlen gewonnenen Erkenntnisse innerhalb der Finanzplanung vorbereiten zu können, um damit eventuelle Schwachpunkte des für die Kreditvergabe auch bei öffentlichen Finanzierungen wichtigen Bäckereiratings zu verbessern.

Mit Kennzahlen können Sie:

betriebliche Vorgänge und Sachverhalte messen;

Grundlagen für die weitere Unternehmensentwicklung ermitteln;

Soll-Ist-Vergleiche herbeiführen;

betriebliche Entwicklungen mit anderen Backbetrieben vergleichen.

1.Betriebsinterner Vergleich:

Soll-Ist-Vergleich:

Vergleich von tatsächlichen Ist-Ergebnissen mit gewünschten Soll-Ergebnissen. Beispiel: Ist-Gewinn mit Soll-Gewinn;

Zeitvergleich:

Vergleich von Unternehmensergebnissen aus verschiedenen Zeiträumen beziehungsweise zu verschiedenen Zeitpunkten. Beispiel: Gewinne der vergangenen fünf Jahre;

2.Vergleiche zwischen verschiedenen Backbetrieben:

Soll-Ist-Vergleich:

Vergleich von tatsächlichen Ist-Ergebnissen mit gewünschten Soll-Ergebnissen gleich oder weitgehend ähnlich strukturierter Betriebe beziehungsweise Branchendurchschnitte.

Beispiel: Ist-/ Soll-Gewinn des Betriebes mit Ist-/ Soll-Gewinnen der Branche;

Zeitvergleich:

Vergleich des Betriebes mit Ist-Zahlen gleich oder weitgehend ähnlich strukturierten Betrieben aus verschiedenen Zeiträumen oder zu verschiedenen Zeitpunkten.

Beispiel: Gewinnentwicklung des Betriebes mit der Gewinnentwicklung der Branche während der vergangenen fünf Jahre.

Kennzahlen zur Liquidität als wesentlichem Bestandteil der Finanzplanung:

Um ein weitgehend objektives Bild der jetzigen und zukünftigen Zahlungsfähigkeit zu erhalten, benötigen Betriebsinhaber Liquiditätskennzahlen. Je nach den gewünschten Erkenntnissen orientieren sich diese an der kurz- oder langfristigen Liquidität:

Kennzahlen

der kurzfristigen Liquidität:

die Analyse der kurzfristigen Liquidität, ein wesentlicher Maßstab, wie schnell der Betriebsinhaber den kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann, bezieht sich auf das Verhältnis von flüssigen Mitteln wie Kasse, Bankguthaben und Schecks, kurzfristigen Forderungen und Waren zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Dazu gehören vor allem Kontokorrentkredite, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, erhaltene Anzahlungen, kurzfristige Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten:

Kennzahlen

der langfristigen Liquidität:

die Beurteilung der langfristigen Liquidität des Backbetriebes ist vor allem im Hinblick auf die Kreditwürdigkeit wichtig. Werden die hier dargestellten Finanzierungsregeln nicht eingehalten, kann die Kreditwürdigkeit leiden und das Unternehmen in erhebliche Schwierigkeiten bringen. Die langfristige Liquidität wird durch Deckungsrelationen oder Deckungsgrade dargestellt, in denen bestimmte Vermögenswerte entsprechenden Verbindlichkeiten gegenübergestellt werden:

Ermittlung und Analyse des Cashflow

Der Cashflow dient der Ermittlung des aus dem Umsatz resultierenden finanzwirtschaftlichen Überschusses. Vereinfacht gesagt, ist der Cashflow der Teil der Einnahmen einer Periode, der dem Unternehmen nach Abzug aller Ausgaben innerhalb dieses Zeitraumes zur Verfügung steht. Er ist dabei wichtiger Indikator sowohl für die Ertrags- als auch für die Finanzkraft des Backbetriebes und lässt auch entsprechende Prognosen für die zukünftige Ertragskraft zu. Darüber hinaus zeigt der Cashflow, in welchem Umfang das Unternehmen in der Lage ist, sich von „innen heraus“ zu finanzieren und sich von externen Kapitalgebern wie Bankinstituten vor allem vor dem Hintergrund der erhöhten Bonitätsanforderungen der Banken und Sparkassen möglichst weitgehend unabhängig zu machen.

Möglichkeiten der Verwendung selbst erwirtschafteter finanzieller Mittel:

Finanzierung von Investitionen;

Schuldentilgung;

Gewinnausschüttung;

Erhöhung der liquiden Mittel.

Vereinfachte Cashflow-Formel:

Dynamischer Verschuldungsgrad

Aus dem Cashflow kann der so genannte „Dynamische Verschuldungsgrad“ abgeleitet werden. Diese Kennzahl zeigt die Entschuldungskraft des Unternehmens:

Als grundsätzliche Richtlinie gilt, dass die Verschuldung eines Unternehmens das Drei- bis Vierfache des durchschnittlichen Cashflow der vergangenen drei Geschäftsjahre nicht überschreiten sollte.

Wenn dieses Verhältnis nachhaltig nicht eingehalten werden kann, ist die Kreditwürdigkeit des Unternehmers in Gefahr.


Artikel vom 09.03.2006
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